25. April 2014
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Fachartikel
Martin Hemberger

Schneller Deckentisch-Transport per Umsetzgabel

Tempomacher: Der um 180 Grad drehbare Klappkopf mit Selbstsicherungsbolzen und Einrast-Mechanismus

Topmax erlaubt ein schnelles Beischalen mit baustellenüblichen Mitteln und Bauteilen

Der Topmax-Lift hebt Tische in wenigen Augenblicken vertikal ins nächste Stockwerk Bilder: Hünnebeck

Ausgabe: 06/2009
Seite: 6

Mehr Wertschöpfung durch Systemkompatibilität

Weltneuheit: „Die flachste Rahmenschalung für die Decke“

Seit 2005 gehört der Schalungs- und Gerüstspezialist Hünnebeck (Ratingen) zur Harsco Corporation mit Sitz in Harrrisburg/Pennsylvania. Zusammen mit den Schwestergesellschaften SGB (Großbritannien) und Patent Construction (USA) bildet Hünnebeck das Segment Harsco Infrastructure, das im Geschäftsjahr 2008 mit 6.800 Mitarbeitern 1,54 Mrd. US-Dollar erwirtschaftet hat. „Harsco ist kein Vorbeiflieger, sondern ein sehr bodenständiger strategischer Konzern“, betont Martin Hemberger, Vorsitzender der Geschäftsführung der deutschen Hünnebeck GmbH. „Er lässt uns mitten in der Krise nicht allein, sondern unterstützt uns nach Kräften. Nur so war es uns möglich, trotz schwieriger Marktbedingungen als erster Hersteller mit Topmax ein Deckentischsystem auf den Markt zu bringen, das völlig ohne Holzträger auskommt.“

Man sieht: Die Hünnebecker dürfen nach wie vor ihren sprichwörtlichen Innovationsdrang ausleben. Und das ist gut so. Denn Tüftlergeist hat das 1929 gegründete Unternehmen groß gemacht. Im Laufe der Jahrzehnte konnte man im Schalungs- und Gerüstmarkt immer wieder Pflöcke einschlagen, nämlich: Das erste Rahmengerüst. Eine spezielle Raumschalung zum preiswerten Bau von Wohnraum. Ein trägerloses Deckenschalsystem, das sich sicher und schnell am Boden aufstellen lässt. Ein Mastkonsolgerüst ohne Innenstiele und feste Etagenvorgaben. Und jetzt eben Topmax, „ein besonders flacher, wartungsfreier Deckenschaltisch mit Stahlrahmen und Kunststoffschalhaut, der völlig ohne Holz auskommt und ein schnelles Beischalen mit baustellenüblichen Mitteln und Bauteilen ermöglicht“, betont Klaus Hagemes, Leiter Konstruktion Schalung.

Mehr Wirtschaftlichkeit beim Einsatz

Bei Hünnebeck wird nie im Elfenbeinturm entwickelt; vielmehr setzt man in aller Regel Ideen und Anregungen um, die dem Markt bzw. den Kunden abgelauscht wurden. Zudem haben die Konstrukteure immer eine Vorgabe im Hinterkopf: „Mehr Wirtschaftlichkeit beim Einsatz“. Hemberger formuliert diesen Sachverhalt so: „Wir können nicht die Arbeit des Bauunternehmers, aber die Anzahl der Arbeitsschritte verringern, die er zu erledigen hat. Deswegen kümmern wir uns sehr deutlich um die Baustellen-Logistik“. Auf Topmax bezogen heißt das: Die Konstrukteure haben sehr penibel alle Anforderungen analysiert, die der tägliche Bauablauf an einen Deckentisch stellt, sich also tief in die speziellen Gegebenheiten von Lagerung, Transport, Aufbau, Ein- und Ausschalen, Umsetzen und Abtransport hineingearbeitet. Dann haben sie ihre CAD-Anlagen mit allen relevanten Daten gefüttert und das neue Topmax-System ganzheitlich auf einen zeit- und kostensparenden Praxiseinsatz abgestimmt.

Hemberger und Hagemes treffen sich in der Überzeugung, dass Hünnebeck damit wieder einmal ein Innovations-Volltreffer gelungen ist: „Das gibt es bisher noch nicht – einen besonders Platz sparenden Deckenschaltisch mit großer Tragkraft, der für das großflächige, schnelle Schalen von bis zu 50 cm starken Decken ausgelegt ist.“

Deutlich geringere Logistikkosten

Bei der Entwicklung von Topmax hat man neue Wege beschritten, beispielsweise weg vom wartungsintensiven Holzträger hin zu wartungsarmen, langlebigen Materialien. So wurden die bewährten Stahlprofile des hauseigenen Wandschalungssystems Rasto/Takko für den Einsatz als Deckentisch adaptiert. Das Ergebnis: Zwei Deckentische, von denen der größere die Abmessungen 2,40 m x 5,40 m aufweist und 500 kg wiegt, während der kleinere mit den Maßen 1,80 m x 5,40 m um 80 kg leichter ist. Beide Tische besitzen einen äußerst stabilen, aber nur 12 cm hohen Stahlrahmen mit umlaufendem Kantenschutz. „Das schafft Platz im Lager und spart Transportkosten“, betont Hagemes. „Deshalb lassen sich mit Topmax die Logistikkosten im Vergleich zu herkömmlichen Holzdeckentischen um bis zu 70 Prozent verringern.“

Als Tempomacher wirken zum einen der speziell für Topmax entwickelte, um 180 Grad drehbare Klappkopf mit Selbstsicherungsbolzen und Einrast-Mechanismus, denn er beschleunigt die Montage und macht die bis zu 5,50 m hohen „Tischbeine“ (Stahlrohrstützen mit Schnellabsenkung) sehr beweglich; zum anderen sorgen ein speziell entwickelter Verfahrwagen und/oder die kranbediente Topmax-Umsetzgabel für schnellere Schalzeiten.

In beiden Fällen wird der Deckentisch beim Ausschalen zunächst über die Stützenschnellabsenkung entlastet und dann abgespindelt; anschließend werden die Stützen eingezogen, der Tisch entweder über eine Kurbel am Windenwagen abgelassen und verfahren oder per Umsetzgabel transportiert.

Wer unter extremem Zeitdruck stöhnt, setzt am besten den Deckentisch-Aufzug – kurz Topmax-Lift – ein, der die Tische in wenigen Augenblicken vertikal ins nächste Stockwerk hebt. Das absolut Einmalige an diesem Gerät ist, dass es für Gebäudehöhen bis 50 m zugelassen ist.

Auch pfiffige Details sorgen dafür, dass die Umsetzzeiten kürzer werden; zum Beispiel ein überall am Rahmenprofil anschließbarer Krananschlag mit einer maximalen Tragkraft von 5 kN, der dem Be- und Entladen des Lkw Beine macht.

Kompatibel mit Rahmentafeln

Als den eigentlichen Clou der neuen Deckentische möchten Hünnebecks Marktstrategen die Kompatibilität zu den Wandschalungsklassikern Rasto/Takko verstanden wissen. „Dessen Systembauteile lassen sich dank der gleichartigen, durchgehend gelochten Stahlprofile problemlos mit den neuen Deckentischen kombinieren und daran anschließen“, erklärt Hagemes. Die Folge: Zusätzliche Wertschöpfung, denn beispielsweise die Herstellung von Pass- und Ausgleichsflächen wird rationalisiert, weil sie oftmals „systematisch“ mit Rasto- oder Takko-Elementen geschalt werden können. Ecksäulen lassen sich ohne Sonderlösung perfekt umschalen. Für kleinere Ausgleiche kann man auf einen Kantholzhalter zurückgreifen, der sich einfach in das Tischprofil einhängen lässt,

Aus der Systemkompatibilität lässt sich weiterer Nutzen ziehen: Mit Hilfe des Rasto-Zentrierspanners kann man zwei Topmax-Tische (das entspricht einer Tischfläche von 26 m²) mit wenigen Handgriffen sekundenschnell zugfest miteinander verbinden und dann in einem Kranhub umsetzen.

Auch der Anschluss des Seitenschutzsystems Protecto an den Topmax-Tisch stellt kein Problem dar, sondern ist im Nu erledigt, weil sich der Pfostenhalter überall am umlaufend gelochten Tisch-Profil anmontieren lässt.

Alles in allem sei Hünnebeck mit Topmax „eine neue Dimension der Deckenschalung“ gelungen, fasst Geschäftsführer Hemberger zusammen. „Wir werden dieses System nicht wild in alle Himmelsrichtungen vertreiben, sondern selektiv vorgehen, es nämlich zuerst in Deutschland und Österreich, also den klassischen Deckentisch-Märkten anbieten, und zwar als Vermietgerät.“

Bleibt die Frage zu klären: Was kostet Topmax ? „Verschleudern können wir ein solches High-Tech-Produkt nicht“, lässt Hagemes wissen, ohne konkret zu werden. „Sicher ist, dass Topmax in der Gesamtkostenbetrachtung deutlich günstiger ist als ein H20-Deckentisch.

Die Baustellenabläufe werden vereinfacht und der Arbeitsaufwand reduziert.“ Hemberger spricht von einem „interessanten Marktpreis, vor allem, wenn man bedenkt, dass die zu reinigende Kunststoff-Schalhaut Ecoply Q vermutlich weit über 200 Einsätze aushält. Wir werden mit Topmax im Deckentisch-Markt deutliche Spuren hinterlassen – nicht preisaggressiv, sondern systemüberzeugend.“

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