Robert Aebi-Geschäftsführer Armin Süß über die PRO DAYS, Techniktrends und Marktimpulse

Raus aus der Halle, rein in die Praxis

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Praxis statt Prospekt: Mit den PRO DAYS hat die Robert Aebi GmbH ein Veranstaltungsformat etabliert, das Baumaschinentechnik dorthin bringt, wo sie ihren Mehrwert entfaltet – in den realen Einsatz. Mitte April lud das Unternehmen erneut auf das Areal der Kieswerke Ebenhöh ein und bot Kunden, Partnern und Interessierten die Möglichkeit, aktuelle Maschinen, Technologien und Services unter echten Baustellenbedingungen zu erleben und zu testen. Im Gespräch erläutert Geschäftsführer Armin Süß, welche Idee hinter dem Konzept steht, welche Highlights die Besucher erwarten und wie sich Markt, Technologien und die Rolle des Handels derzeit verändern.

 

bpz: Die Robert Aebi PRO DAYS gingen in die zweite Runde – was war die ursprüngliche Idee hinter dem Format und welchen Mehrwert bietet die Veranstaltung?

Süß: Die Robert Aebi PRO DAYS sind aus dem Anspruch entstanden, Kunden Technik nicht in einer Messehalle, sondern dort zu zeigen, wo sie tatsächlich eingesetzt wird. Statt statischer Exponate setzen wir bewusst auf reale Einsatzbedingungen, aktive Testmöglichkeiten und den direkten Austausch. Kunden sollen Maschinen, Technologien und Lösungen erleben, beurteilen und vergleichen können: praxisnah und mit Blick auf den täglichen Einsatz. Gleichzeitig spiegeln die Robert Aebi PRO DAYS unser Selbstverständnis wider: Wir verstehen uns nicht als punktueller Lieferant, sondern als langfristiger Partner im Arbeitsalltag unserer Kunden. Erfolg entsteht aus unserer Sicht nicht einmalig beim Kauf, sondern durch zuverlässige Technik, Service, funktionierende Prozesse und enge Zusammenarbeit – jeden Tag auf der Baustelle.

bpz: Was waren die wichtigsten Highlights, auf die sich Besucher im Kieswerk Ebenhöh in diesem Jahr freuen konnten?

Süß: Die Besucher erwartete ein umfassender Überblick über eine Vielzahl erneuerter Produktserien von Volvo Construction Equipment und Ammann – live im Einsatz. Gezeigt wurden u. a. Mobil- und Kettenbagger der neuen Volvo F-Serie, Radlader der K-Serie sowie Dumper der J-Serie. Hinzu kommen Straßenbaumaschinen von Ammann, darunter der Fertiger ABG 7820, sowie Transportlösungen von Volvo Trucks. Ein zentrales Element war das aktive Testen der Maschinen auf dem Demogelände, begleitet von Anwendungstechnikern und Vertriebsexperten. Ergänzt wurde dies durch Anbaugeräte  und Lösungspartner, digitale Services wie Connected Services und ActiveCare sowie Informationsbereiche rund um Service, Nachhaltigkeit  und Lifecycle-Themen. Damit boten die Robert Aebi PRO DAYS einen ganzheitlichen Blick auf moderne Baustellenlösungen.

bpz: Seit 2024 besteht eine strategische Händlerpartnerschaft mit der Ammann Group. Wie fällt Ihr Zwischenfazit nach zwei Jahren aus?

Süß: Die Zusammenarbeit mit Ammann hat sich sehr positiv entwickelt. Mit dem Händlervertrag sind wir nicht neu in den Straßenbau eingestiegen, sondern haben unsere bestehende Kompetenz gezielt weiter ausgebaut. Besonders im Bereich der Fertiger konnten wir gemeinsam mit Ammann die traditionsreiche Marke ABG wieder klar positionieren.

Der technologische Fokus von Ammann, etwa auf innovative Verdichtungssysteme, trifft den Bedarf unserer Kunden sehr genau. Die Rückmeldungen aus dem Markt sind entsprechend positiv, sowohl hinsichtlich der Maschinenperformance als auch der strategischen Ausrichtung. Für uns bestätigt die Partnerschaft den Weg, unser Straßenbau Portfolio systematisch und zukunftsorientiert zu stärken.

bpz: Robert Aebi ist als Vertragspartner von Volvo CE im süddeutschen Raum etabliert. Wie stark sind Sie heute in der Region vertreten – und sehen Sie bei der Gebietsabdeckung noch Ausbaupotenzial?

Süß: Robert Aebi ist mit sieben Regionalzentren im süddeutschen Raum vertreten und damit bewusst so aufgestellt, dass Serviceleistungen schnell und zuverlässig beim Kunden ankommen. Im Mittelpunkt steht dabei eine hohe Einsatzsicherheit der Maschinen: ein entscheidender Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg unserer Kunden. Ein zentral gelegenes Ersatzteillager im Herzen unseres Vertriebsgebietes sorgt für kurze Wege und eine schnelle Ersatzteilversorgung. Ergänzt wird diese Infrastruktur durch unsere eigenen Werkstätten sowie rund 100 Servicetechniker im Feldeinsatz, die unsere Kunden direkt vor Ort bei Wartung, Reparaturen und allen weiteren Servicefragen unterstützen.

Ausbaupotenzial sehen wir zum einen im weiteren Ausbau unserer Servicekapazitäten, sowohl in der Fläche als auch in der Tiefe unseres Leistungsangebots. Zum anderen haben wir gezielt die Angebotspalette im Bereich Anbauteile in den Fokus genommen. Hier wollen wir deutlich wachsen, da Anbaugeräte einen wesentlichen Beitrag zur Flexibilität und Effizienz der Maschinen im täglichen Einsatz unserer Kunden leisten. Ziel ist es, Kunden noch passgenauer bei spezifischen Anwendungen zu unterstützen und zusätzliche Mehrwerte im Betrieb zu schaffen.

bpz: Wie breit ist Ihr Produktangebot aufgestellt und welche Produktsegmente treiben derzeit das Geschäft?

Süß: Unser Produktportfolio deckt das gesamte Spektrum moderner Bau- und Straßenbautechnik ab. Bei Volvo Construction Equipment reicht es von kompakten Baggern und Radladern – teilweise auch elektrisch – bis zu Großmaschinen wie Kettenbaggern bis zur 100-Tonnen-Klasse, Mobil-  und Abbruchbaggern, Umschlagmaschinen, Radladern bis 50 t sowie knickgelenkten und starren Muldenkippern. Der Anteil elektrifizierter Maschinen wächst kontinuierlich. Mit Ammann ergänzen wir dieses Portfolio um zentrale Lösungen im Straßenbau, insbesondere im Bereich Fertiger und Verdichtung. Aktuelle Wachstumstreiber sind vor allem die neuen Volvo Bagger der F-Serie sowie die K-Radlader. Auch Elektromaschinen gewinnen zunehmend an Bedeutung, da sie sowohl spezielle Einsatzanforderungen erfüllen als auch im Total Cost of Ownership-Vergleich überzeugen.

bpz: Von Maschinenverkauf und Mietservice über Wartungsverträge und Hydraulikservices bis hin zu Fahrerschulungen und Flottenmanagement: Wie verändert sich die Rolle des Händlers hin zum Lösungsanbieter?

Süß: Die Rolle des Händlers hat sich deutlich gewandelt. Moderne Maschinen sind hochkomplex, digital vernetzt und bieten eine Vielzahl an Optionen. Kunden erwarten daher heute nicht nur Produkte, sondern verlässliche Unterstützung über den gesamten Einsatz hinweg. Unser Anspruch ist es, Kunden im täglichen Betrieb zu begleiten – vom Maschinenverkauf oder der Miete über Service  und Wartungskonzepte bis hin zu Schulungen, digitalen Lösungen und Flottenmanagement. Dabei geht es um partnerschaftliche Zusammenarbeit mit einem klaren Ziel: den wirtschaftlichen und operativen Erfolg unserer Kunden im Alltag dauerhaft zu sichern.

bpz: Die Branche befindet sich im Wandel - welche technologischen Trends sehen Sie aktuell als besonders prägend?

Süß: Zwei Themen stehen im Vordergrund: die zunehmende Digitalisierung und die Elektrifizierung. Maschinen werden immer stärker vernetzt und in übergeordnete Prozesse eingebunden – vom Flottenmanagement bis hin zur Optimierung kompletter Baustelleneinsätze. Parallel gewinnt die Elektrifizierung weiter an Relevanz. CO2-reduzierte oder emissionsfreie Baustellen, steigende Anforderungen durch Nachhaltigkeitsberichte und CO2-Bepreisung sowie neue TCO-Betrachtungen beeinflussen Investitionsentscheidungen. Elektrische Maschinen sind damit längst kein Nischenthema mehr, sondern ein wichtiger Baustein zukünftiger Baukonzepte.

bpz: Die Lage im Baumarkt ist derzeit angespannt, zugleich setzen viele auf Impulse durch angekündigte staatliche Investitionen. Als Händler stehen Sie in engem Austausch mit Bauunternehmen: Spüren Sie aktuell eine Investitionszurückhaltung im Markt – und wie schätzen Sie die Entwicklung für das Baujahr 2026 ein?

Süß: Der Markt zeigt derzeit ein heterogenes Bild. Während einige Unternehmen investitionszurückhaltend agieren, berichten andere von gut gefüllten Auftragsbüchern und zusätzlichem Ausrüstungsbedarf. Die angekündigten staatlichen Investitionen sind bislang nur teilweise im Markt angekommen, der Bedarf an Infrastruktur-Erneuerung ist jedoch hoch. Für 2026 erwarten wir insgesamt eine Stabilisierung des Marktes mit einem moderaten Aufwärtstrend, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte. Impulse sehen wir vor allem in Infrastruktur-, Sanierungs-  und öffentlichen Projekten, die mittelfristig zusätzliche Nachfrage erzeugen dürften. 

bpz: Herr Süß, vielen Dank für Ihre Ausführungen.  

Weitere Informationen:

www.robert-aebi.de

 

(Autor: Paul Deder)

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