Freitag, 23. Januar 2026

Bauwirtschaft: 2026 bringt vorsichtige Erholung

Vier Jahre Krise liegen hinter der Bauwirtschaft. Die gute Nachricht: 2026 geht es für die Branche nach langer Talfahrt in großen Teilen wieder bergauf. Denn mit dem milliardenschweren Infrastrukturprogramm kommt wieder etwas Bewegung in den Bau. „Wir rechnen 2026 mit einem realen Wachstum von 2,5 %, das ist konjunkturell die Wende für die Branche, wenn auch nicht für jedes Unternehmen gleichermaßen. Der Wohnungsbau wird bspw. nur langsam Fahrt aufnehmen, und die prognostizierten Fertigstellungszahlen werden erst einmal weiter runtergehen“, gibt Bauindustrie-Präsident Peter Hübner im heutigen FAZ-Interview einen Ausblick auf das kommende Baujahr.

Unterstützt wird diese Aussage von der brancheninternen Umfrage, wonach nur 35 % der Umfrageteilnehmer mit Schwerpunkt Hochbau für 2026 eine bessere Umsatzentwicklung als 2025 erwarten. 38 % erwartet keinen spürbaren Effekt des Bauturbos, jeder zweite erst ab 2027. Insgesamt geht jeder dritte Umfrageteilnehmer für 2026 von einer etwas besseren Umsatzentwicklung als 2025 aus.

Prognosen 2026:

  • Wohnungsbau     + 2,0 %
  • Wirtschaftsbau    + 4,0 %
  • Öffentlicher Bau   + 1,5 %
  • Beschäftigte       + 1,0 % auf 933.000

Hübner ordnet ein: „Unsere Prognose gibt das Minimum des Erwartbaren wieder. Denn: nach vier Jahren Umsatzrückgang am Bau braucht es dringend eine Erholung. Für die Unternehmen, aber auch für die Gesamtkonjunktur in Deutschland. Die Umsatzsteigerung basiert u. a. auf den zu erwartenden Effekten des Sondervermögens. Schließlich will die Bundesregierung mit den 500 Mrd. Euro Wachstum stimulieren, das als erstes am Bau und dann in anderen Bereichen ankommen muss. Ansonsten geht die Rechnung der Politik nicht auf.“

Im Interview fordert Hübner, dass die Mittel im Infrastrukturbereich nun auch in Aufträge und Ausschreibungen fließen müssen. „Bisher sehen wir es noch nicht in unseren Büchern.“ Der Grund sei politisch hausgemacht. „Manche Planungen fressen in Deutschland absurd viel Zeit“, kritisiert Hübner. Auch die Vergabedebatte sei ideologisch überladen. „Wir brauchen Fach- und Teillose – aber auch Generalunternehmervergaben“, betont Hübner. Das spare Zeit und „Zeit ist ein politischer Faktor. Verzögerung kostet Vertrauen und Geld.“

Lobende Worte findet der Präsident für den Ersatzneubau der Rahmedetalbrücke. „Die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Industrie war exzellent, das Ausschreibungsverfahren war funktional, das heißt die Bauweise für die Brücke wurde nicht vorgegeben. Die Unternehmen konnten bei ihrer Bewerbung entscheiden, mit welchen Verfahren sie bauen. Auch nach der Vergabe ist alles Hand in Hand gelaufen, und der Bau war frühzeitig fertig. So kann es auch laufen.

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