Freitag, 17. April 2015

Deutscher Hochbau weiterhin mit leichtem Wachstum

Der deutsche Hochbau steht weiterhin auf einem stabilen Fundament. Nach einem leichten Rückgang ist der Markt 2014 wieder gestiegen: Das Hochbauvolumen legte um 0,3% auf 212,3 Mrd. € zu. Die jüngste Marktentwicklung wird sich – vor allem auf der Basis eines nach wie vor wachsenden Wohnungsbaus – weiter festigen. Das ist ein zentrales Ergebnis der Hochbauprognose 2015 der internationalen Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants. In der aktuellen, jährlich erscheinenden Analyse rechnen die Experten für den gesamten Hochbau 2015 mit einem moderaten Wachstum in Höhe von 0,3%. Für die beiden Folgejahre wird ein Anstieg von jährlich 0,5% prognostiziert.

Die Hochbauprognose 2015 identifiziert insbesondere den Wohnungsbau als wesentliche Triebfeder für die solide Marktentwicklung des Hochbaus in Deutschland. Bereits 2014 stand der Wohnungsbau (+0,4%) für mehr als zwei Drittel des gesamten Hochbauvolumens. Vor allem gewerbliche Akteure (+1,5%) weiteten ihre Wohnbautätigkeit zuletzt aus. Auch private Bauherren haben in Häuser und Wohnungen investiert – allerdings mit geringerer Dynamik (+0,2%). Laut der OC&C-Analyse wird sich diese Entwicklung 2015 fortsetzen. Der Anstieg gewerblicher Baugenehmigungen um 12,7% dokumentiert den anhaltenden Schwung im Wohnungsbau. Getragen wird dieser Trend auch 2015 von mehreren Faktoren: Die noch einmal verschärfte Niedrigzinspolitik der EZB und weiter steigende Mieten in den Großstädten machen Immobilienanlagen für institutionelle und private Investoren auch 2015 attraktiv, zumal die Beschäftigung auf Rekordniveau liegt und die Löhne steigen. Hinzu kommen der anhaltende Urbanisierungstrend und die Tendenz zu Haushalten mit weniger Personen aber mehr Wohnfläche.

„Die Wachstumsimpulse gehen auch 2015 vom Wohnungsbau aus. Eine besondere Dynamik erwarten wir im gewerblichen Neubau mit einem Wachstum von knapp 3%. Die Rahmenbedingungen sind insgesamt gut, Miet- und Kaufpreise steigen, bei Auftragseingängen ist ein Plus zu verzeichnen und immer mehr Menschen können und wollen sich eine Immobilie leisten. Hinzu kommt ein insgesamt gutes gesamtwirtschaftliches Klima: Die Unternehmen blicken optimistisch in die Zukunft und günstige Faktoren wie z.B. niedrige Ölpreise treiben die Konjunktur“, erläutert Axel Schäfer, einer der für den Bausektor verantwortlichen OC&C-Partner, die Ergebnisse der Studie.

Geringe Dynamik im Nicht-Wohnungsbau

Trotz guter Rahmendaten zeigen sich die anderen Segmente des Hochbaus weniger robust. So wuchs der Nichtwohnungsbau 2014 zwar wieder – konnte mit einer sehr geringen Zunahme (+0,1%) jedoch kaum für Impulse sorgen. Hinsichtlich des Nichtwohnungsbaus prognostizieren die OC&C-Experten für die kommenden Jahre (2015-2017) eine Stagnation auf hohem Niveau mit einem durchschnittlichen Wachstum von 0,1%. Auch für den öffentlichen Bau geht die Hochbauprognose 2015 von einem gleichbleibenden Bauvolumen aus. Die Finanzlage in Ländern und Gemeinden ist nach wie vor angespannt. In der Folge gingen die Genehmigungen für Neubauten 2014 um 7,7% zurück und das Wachstum im öffentlichen Bau stagnierte. Das wird sich zumindest auf mittlere Sicht auch nicht ändern – eine steigende Dynamik ist hier nicht in Sicht. Für den Wirtschaftsbau sieht OC&C hingegen einen leicht positiven Trend. Nachdem der Markt 2013 rückläufig war (-1,9%), hat er sich 2014 mit einem leichten Plus (+0,1%) wieder stabilisiert. Nun soll das Bauvolumen bis 2017 mit durchschnittlich 0,2% p.a. nach oben gehen. Die Prognose stützt sich auf die stabile Entwicklung von Baugenehmigungen und den generellen Anstieg des Investitionsvolumens. Auch hier ist keine sprunghafte Dynamik zu erwarten, da geo- und geldpolitische Risiken durchaus gegeben sind. „Im öffentlichen Bereich gehen wir, trotz des Investitionsrückstands, von einem sehr moderaten Wachstum für die nächsten Jahre aus. Geprägt wird diese Entwicklung fast ausschließlich durch das Renovierungsgeschäft. Für die Bautätigkeit von Unternehmen sehen wir positive Vorzeichen – nach zweijährigem Rückgang steigen die Investitionen wieder. Allerdings verzögert die Verunsicherung über die Ukraine-Krise oder die Situation in Griechenland bislang weitere Investitionsvorhaben“, kommentiert Dr. Björn Reineke, ein weiterer für den Bausektor verantwortlicher OC&C-Partner. 

Immobilienblase in den Ballungsgebieten?

Seit Ausbruch der Eurokrise steigen Miet- und Kaufpreise von Immobilien in deutschen Ballungsgebieten rasant an. Dabei zeigen die Kaufpreise ein stärkeres Wachstum als die Mieten. Dennoch greifen Anleger nach wie vor bei gewerblichen Wohnimmobilien zu, obwohl die Kluft zwischen Miet- und Kaufpreis die Amortisationsdauer verlängert und die Rendite von Immobilien senkt. Daher spricht der ein oder andere Beobachter bereits von einer Blasenbildung in einigen deutschen Großstädten. Axel Schäfer von OC&C widerspricht: „Wir sind der Auffassung, dass die stabile konjunkturelle Entwicklung und die aktuell hohe Nachfrage nach Wohnraum in Ballungsgebieten das hohe Preisniveau grundsätzlich rechtfertigen. Die markanten regionalen Unterschiede beruhen aus unserer Sicht überwiegend auf einer echten – noch nicht spekulativen – Nachfrage. Die soliden ökonomischen und demografischen Trends in den wirtschaftsstarken Ballungsräumen sollten auch in Zukunft bestehen und daher stützend wirken.“

Langfristiger Ausblick: Stabiler Markt mit kurzfristigen Schwankungen

Der Hochbau in Deutschland ist ein reifer Markt in einem entwickelten Industrieland. Der Neubaubedarf ist begrenzt, Renovierungsaktivitäten machten 2014 rund 62% des Marktes aus. Auch wenn sich Teilmärkte heterogen entwickeln, zeigt sich der Gesamtmarkt stabil.

Weitere Artikel:

09. März 2026
Dynapac
Sönke Demuth wird neuer Director of Marketing bei Dynapac
Dynapac
Mit der Ernennung von Sönke Demuth zum neuen Director of Marketing setzt der Straßenbaumaschinenhersteller auf Kontinuität und strategische Weiterentwicklung. Der erfahrene Manager übernimmt die weltweite Verantwortung für Produktmanagement, Kommunikation und Preisstrategie – und soll die Marktposition des Unternehmens weiter ausbauen.
05. März 2026
Porr
Porr rechnet mit bestem Jahr der Unternehmensgeschichte
Porr
Der Baukonzern Porr ist mit starkem Rückenwind ins Jahr 2026 gestartet. Nach vorläufigen Zahlen für 2025 konnte das Unternehmen sowohl bei Produktionsleistung als auch bei Auftragseingängen und Auftragsbestand deutlich zulegen und zugleich ein deutlich verbessertes Betriebsergebnis erzielen. Mit einer Produktionsleistung auf Rekordniveau und einem Auftragspolster, der klar über einer Jahresleistung liegt, sieht sich Porr gut für die weitere Entwicklung in einem weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld aufgestellt.
05. März 2026
GaLaBau
GaLaBau bleibt in 2025 auf Wachstumskurs
GaLaBau
Die Vorzeichen im GaLaBau stehen weiter auf Wachstum: Der nominale Umsatz verzeichnete in 2025 ein Plus von 4,3 %; im selben Zeitraum stieg auch die Zahl der Beschäftigten, Azubis und Mitgliedsbetriebe. Die Branchenstatistik des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) zeichnet insgesamt erneut das Bild einer gesunden Branche trotz konjunktureller Belastungen. BGL-Präsident Thomas Banzhaf fordert die Bundesregierung im Namen des größten Arbeitgeberverbandes der „Grünen Branche“ auf: „Stärken Sie unsere Branche: Schaffen Sie endlich die ungerechte Maut auf leichte Lkw ab, und erleichtern Sie uns den Zugang zu Arbeits- und Fachkräften – auch aus anderen Ländern!“
04. März 2026
Bundesverband
Neue Doppelspitze setzt Akzente im Bundesverband Leichtbeton
Bundesverband
Der Bundesverband Leichtbeton richtet sich strategisch neu aus und will seine Rolle als zentraler Ansprechpartner für den Baustoff Leichtbeton weiter stärken. Mit der neuen Doppelspitze aus den Geschäftsführern Dr.-Ing. Ahmad Iravani und Dr.-Ing. Thomas Kranzler setzt der Verband dabei verstärkt auf fachliche Positionierung und eine stärkere Präsenz in Technik, Normung und Fachöffentlichkeit. Ein erstes sichtbares Signal dieser Neuausrichtung ist die Gründung des Arbeitskreises Betontechnologie. Das neue Expertengremium soll zentrale technische und normative Themen rund um Leichtbeton bündeln und die inhaltliche Arbeit des Verbandes künftig maßgeblich mitgestalten.
04. März 2026
Bauer
Veränderungen im Aufsichtsrat der Bauer AG
Bauer
Bei der Bauer AG kommt es zu personellen Veränderungen im Aufsichtsrat. Die bisherigen Mitglieder Prof. Dr. Bastian Fuchs und Klaus Pöllath scheiden auf eigenen Wunsch aus dem Gremium aus. Als Nachfolger hat der Vorstand beim Registergericht die Bestellung von Prof. Dr. Peter Bömelburg und Martin Saler als neue Vertreter der Anteilseigner beantragt. Ausschlaggebend für ihre beantragte Bestellung der beiden Kandidaten sind deren fundierte fachliche Expertise, langjährige Führungserfahrung sowie ihre profunde Branchenkenntnis. Mit dieser Kombination wird das Gremium lt. Bauer optimal ergänzt.
03. März 2026
Effizienzhaus 55
Bessere Konditionen bei EH55-Plus-Förderung und KFN
Effizienzhaus 55
Mitte Dezember vergangenen Jahres ist die zeitlich befristete Effizienzhaus 55-Plus-Förderung gestartet. Die Förderung erfolgt mittels zinsverbilligter KfW-Kredite und kommunaler Zuschüsse. Seit dem Start konnten rund 17.000 neue Wohneinheiten gefördert werden. Um das Programm noch attraktiver zu gestalten, werden die Zinssätze zum 2. März weiter gesenkt. Eine Förderung ist dann für einen Zinssatz von 1% eff. p.a. (bei zehn Jahren Laufzeit und zehn Jahren Zinsbindung) möglich.
04. März 2026
MTS
Best-Practice-Baustelle zeigt Weg für Kommunen
MTS
Mit einer Best-Practice-Baustelle im kommunalen Tief- und Straßenbau demonstrierte die Bauwirtschaft Baden-Württemberg, wie durchgängige Digitalisierung entlang der gesamten Prozesskette bereits heute funktionieren kann. Auf Einladung des Verbands informierte sich Innenminister Thomas Strobl MdL am 27. Februar 2026 in St. Johann-Bleichstetten über konkrete Anwendungen digitaler Planung, Bauausführung und Dokumentation. Im Mittelpunkt des Vor-Ort-Termins stand die Frage, wie modellbasierte Prozesse im kommunalen Bauwesen praxisnah umgesetzt, skaliert und künftig flächendeckend etabliert werden können.
03. März 2026
Dach + Holz
Historisches Besucherhoch für die DACH+HOLZ International
Dach + Holz
Mit 55.933 Fachbesuchern erreicht die DACH+HOLZ International 2026 in Köln ein historisches Spitzenniveau und zählt damit zu den erfolgreichsten Ausgaben ihrer Geschichte. Die Veranstaltung übertrifft die bisherige Bestmarke deutlich und unterstreicht ihre führende Rolle im europäischen Dach- und Holzmarkt. 564 Aussteller aus 28 Ländern präsentierten Innovationen, Produkte und Lösungen für die Branche. Neben hoher Internationalität prägten intensive Fachgespräche und zukunftsorientierte Themen das Messegeschehen.
03. März 2026
CECE
Europäischer Baumaschinenmarkt stabilisiert sich in 2025
CECE
Der europäische Baumaschinenmarkt erreicht 2025 seinen konjunkturellen Tiefpunkt und verzeichnet ein moderates Umsatzwachstum von 4,6 %. Laut aktuellem CECE-Jahreswirtschaftsbericht stabilisiert sich die Branche nach schwierigen Rahmenbedingungen und blickt vorsichtig optimistisch auf das Jahr 2026. Für das kommende Jahr wird ein einstelliges Wachstum erwartet, getragen vor allem von Infrastrukturinvestitionen und einer schrittweisen Erholung des Wohnungsbaus.