Dienstag, 3. März 2026

Europäischer Baumaschinenmarkt stabilisiert sich in 2025

Der europäische Baumaschinenmarkt erreicht 2025 seinen konjunkturellen Tiefpunkt und verzeichnet ein moderates Umsatzwachstum von 4,6 %. Laut aktuellem CECE-Jahreswirtschaftsbericht stabilisiert sich die Branche nach schwierigen Rahmenbedingungen und blickt vorsichtig optimistisch auf das Jahr 2026. Für das kommende Jahr wird ein einstelliges Wachstum erwartet, getragen vor allem von Infrastrukturinvestitionen und einer schrittweisen Erholung des Wohnungsbaus.

Auf makroökonomischer Ebene waren die Bedingungen schwierig. Das Wirtschaftswachstum in Europa war schwach, das BIP stieg im Jahr 2025 um etwa 0,9 %, während die Investitionen weiterhin zurückhaltend waren und der Konsum nur moderat wuchs. Obwohl die Zinssätze nicht mehr stiegen und sich allmählich stabilisierten, blieben sie im Vergleich zu den Niveaus vor 2022 hoch und belasteten weiterhin die Finanzen der privaten Haushalte und die Immobilieninvestitionen. In diesem Umfeld bleibt die Entwicklung des europäischen Bausektors uneinheitlich.

Im Jahr 2025 konnte der europäische Baumaschinenmarkt jedoch seinen Abschwung beenden und sogar ein leichtes Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Der Wohnungsbau blieb weiterhin der schwächste Bereich, was den anhaltenden Abschwung auf dem Wohnungsmarkt in den meisten großen europäischen Märkten widerspiegelt. Die Gesamtbauleistung war im letzten Jahr jedoch im Jahresvergleich weitgehend stabil, da das Wachstum von rund 3 % im Tiefbau und im Infrastrukturbereich den Rückgang im Hochbau ausgleicht. Infrastrukturinvestitionen spielen daher weiterhin eine stabilisierende und abfedernde Rolle für den Sektor. Insgesamt markiert das Jahr 2025 einen Übergang für den europäischen Bausektor, wobei die Wachstumsfaktoren weiterhin fragil bleiben. 

Ausblick 2026

Der Ausblick für 2026 ist positiver. Stabilisierte Zinssätze, eine allmähliche Erholung der privaten Investitionen und die Fortführung von Infrastrukturprogrammen dürften eine Rückkehr zu einem moderaten Wachstum von etwa 2 bis 2,5 % unterstützen. Diese Verbesserung sollte vor allem durch eine Erholung im Wohnungsbau nach zwei Jahren starken Rückgangs sowie durch verstärkte Investitionen im Zusammenhang mit der Energiewende und dem Ausbau der Infrastruktur vorangetrieben werden. Die Branche startete mit Aussicht auf eine schrittweise Erholung ins Jahr 2026, die jedoch maßgeblich von den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der öffentlichen Investitionspolitik abhängt und nicht von einer spontanen Steigerung der Nachfrage. Die Industrie steht weiterhin vor strukturellen Herausforderungen, darunter Überregulierung und unlautere Wettbewerbspraktiken sowie die Unvorhersehbarkeit des wichtigen US-Markts. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Industrie und politischen Entscheidungsträgern auf europäischer wie auch nationaler Ebene erforderlich.

„Auch wenn der wirtschaftliche Abschwung hinter uns liegt, sind die Herausforderungen für europäische Hersteller noch lange nicht überwunden", sagt Riccardo Viaggi, Generalsekretär CECE. "Handelsbarrieren nehmen zu, der Wettbewerb aus China wird intensiver und eine Überregulierung belastet weiterhin die Industrie Europas. Da die Exporte in Schlüsselmärkte wie die Vereinigten Staaten massiv unter Druck stehen, muss Europa den Fokus auf die Stärkung des eigenen Marktes legen. In einem sich wandelnden globalen Wirtschaftsumfeld ist eine starke europäische Bauindustrie mit fairen Wettbewerbsbedingungen wichtiger denn je.“

Folien des CECE-Berichts sind hier zu finden.

Weitere Informationen: 

www.cece.eu

Weitere Artikel:

14. August 2026
Boels
Bauindex 2026: Nur 41% halten Baustellen für ausreichend sicher
Boels
Wachsende Baukosten, fehlende Fachkräfte und immer engere Zeitpläne setzen Baustellen in Deutschland zunehmend unter Druck. Die aktuelle Studie „Bauindex 2026“ von Boels Rental zeigt: Die Belastung wirkt sich längst nicht mehr nur auf Projektabläufe aus, sondern zunehmend auch auf die Sicherheit am Arbeitsplatz. So geben 42 % der befragten Beschäftigten an, dass die Sicherheit auf Baustellen durch Arbeitsdruck und die Geschwindigkeit von Projekten beeinflusst wird.
14. August 2026
Wacker Neuson
Nachfrageerholung in Europa und USA: Wacker Neuson legt zu
Wacker Neuson
Die Wacker Neuson Group hat ihren Halbjahresbericht 2026 vorgelegt und die am 17. Juli bekannt gegebenen vorläufigen Zahlen sowie die angehobene Jahresprognose bestätigt. Im ersten Halbjahr erzielte der Baugerätehersteller einen Umsatz von 1.256,5 Mio. Euro (+16,9%) und ein EBIT von 104,7 Mio. Euro (+86,6%), was die EBIT-Marge auf 8,3% hob. Treiber waren eine deutliche Nachfrageerholung in Europa und Nordamerika, ein starkes Kompaktmaschinengeschäft sowie eine unverändert hohe Kostendisziplin. Trotz zuletzt etwas abgeschwächter Auftragsdynamik und anhaltender geopolitischer Unsicherheiten zeigt sich das Unternehmen vorsichtig optimistisch und hält an der Prognose für 2026 fest.
14. August 2026
Planung
Planung als Frühindikator der Bauwirtschaft
Planung
Der QualitätsVerbund Planer am Bau veröffentlicht ein Impuls-WhitePaper, das die deutsche Baukonjunktur bis 2040 aus Sicht von Planungsbüros analysiert. Basis bildet das Zyklenmodell von Gerhard Wehner (1988), das Dr.-Ing. Knut Marhold 1992 in seiner Dissertation aufgriff und nun mit KI-Unterstützung sowie Daten bis 2026 aktualisiert hat. Drei Kernthesen leiten daraus strategische Orientierung für Büroinhaber und Führungskräfte ab: Planungsbüros als 23-Monats-Frühindikator, ein moderater Aufschwung bis 2029/30 mit einem für Planer früheren Tief um 2030/31 sowie ein praxisnahes Frühwarnsystem auf Basis von vier Kennzahlen.
13. August 2026
Mozelt
Kinshofer erweitert Portfolio durch Übernahme von Mozelt
Mozelt
Die Kinshofer Gruppe hat 100 % der Anteile an der deutschen Mozelt GmbH erworben und damit einen Fusionsvertrag unterzeichnet. Mit der Übernahme erweitert Kinshofer sein Portfolio um Generatoren und Magnetsysteme für den Schrottumschlag und Abbruch. Zugleich stärkt das Unternehmen seine Vertriebskanäle in wichtigen Märkten und setzt seine Strategie zum Ausbau eines weltweit führenden Anbieters von Anbaugeräten fort. Mozelt soll unter neuer Geschäftsführung und mit vollständig erhaltener Belegschaft als Teil der Kinshofer Gruppe weiterentwickelt und zügig integriert werden.
11. August 2026
Briggs & Stratton
Jamie Bailey soll Elektrifizierungsgeschäft bei Briggs & Stratton ausbauen
Briggs & Stratton
Briggs & Stratton stärkt seine Aktivitäten im Bereich Elektrifizierung und schafft dafür eine neue Position in der EMEA-Region. Jamie Bailey übernimmt als New Business Development Manager die Verantwortung für die strategische Weiterentwicklung dieses Geschäftsfelds. Mit seiner technischen Erfahrung und seinen gewachsenen Kundenkontakten soll er neue Geschäftschancen erschließen und das Portfolio von Briggs & Stratton und Vanguard ausbauen. Dabei richtet sich der Fokus auf zukunftsfähige Antriebs- und Energielösungen für unterschiedliche Märkte in Europa, dem Nahen Osten und Afrika.
07. August 2026
Geoplan
Gute Vorzeichen für die 12. steinexpo
Geoplan
Die steinexpo 2026 (2. bis 5.09.2026 im Hessischen Nieder-Ofleiden) nimmt Kurs auf einen neuen Ausstellerrekord: Bereits einen Monat vor Beginn haben sich 328 Unternehmen mit mehr als 400 Marken angemeldet. Damit übertrifft die internationale Demonstrationsmesse im Basaltsteinbruch das Ergebnis der erfolgreichen Ausgabe von 2023 deutlich. Auf den Messearealen erwarten die Fachbesucher spektakuläre Live-Demonstrationen, Maschinenpremieren und zukunftsweisende Lösungen für die Rohstoff- und Baustoffindustrie. Einen besonderen Blick richtet die 12. steinexpo auf Innovationen, Digitalisierung und den Einsatz künstlicher Intelligenz.
06. August 2026
Strabag
Strabag erprobt Elektrifizierung im Realbetrieb
Strabag
Die Strabag AG hat am Standort Oberhausen den Umbau ihrer Bodenaufbereitungsanlage abgeschlossen und dabei den Einsatz elektrisch betriebener Baumaschinen unter realen Baustellenbedingungen erprobt. Durch die Erweiterung steigt die jährliche Verarbeitungskapazität von 120.000 auf 350.000 t, während wiederverwendete Baustoffe und Recyclingmaterialien die Grundlage für eine ressourcenschonende Neugestaltung bilden. Insgesamt 11 E-Baumaschinen waren an den Arbeiten beteiligt. Ein mobiler Batteriespeicher und der ergänzende Einsatz konventioneller, mit HVO100 betriebener Maschinen ermöglichten dabei einen praxisorientierten Hybridansatz für die teilelektrische Baustelle.
06. August 2026
Wärmepumpe
BWP: Wärmepumpenabsatz steigt um 40 %
Wärmepumpe
Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) zieht eine positive Bilanz des ersten Halbjahres 2026: In Deutschland wurden 40 % mehr Wärmepumpen abgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Als Gründe nennt der Verband das wachsende Bewusstsein für die Risiken fossiler Energieträger sowie den Erfolg der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), die bis 2030 fortgeführt werden soll. Zugleich warnt der BWP trotz neuer Wahlfreiheit bei der Heiztechnik vor den langfristigen Kostenrisiken fossiler Heizungen und fordert eine Entlastung beim Strompreis.
05. August 2026
Atlas Sanierung
Atlas-Sanierung: Über 200 Arbeitsplätze bleiben erhalten
Atlas Sanierung
Bei der Sanierung der Atlas Gruppe ist ein entscheidender Meilenstein erreicht: Alle behördlichen Genehmigungen in Deutschland und England liegen vor, sodass die Übernahme durch den kanadischen Landmaschinenhersteller Buhler Versatile zum 1. September 2026 vollzogen werden kann. In enger Abstimmung mit dem Betriebsrat wurden sozialverträgliche Lösungen umgesetzt, sodass 124 Beschäftigte in eine gut ausgestattete Transfer- und Qualifizierungsgesellschaft gewechselt sind. 200 Arbeitsplätze bleiben bei Atlas erhalten.