Donnerstag, 29. Januar 2026

Kärcher behauptet sich im schwierigen Marktumfeld

Mit einem Umsatzplus und strategischen Investitionen in Innovation, Nachhaltigkeit und Unternehmenskultur hat Kärcher das Geschäftsjahr 2025 in einem schwierigen Marktumfeld erfolgreich gemeistert. Trotz globaler Herausforderungen wie Preisdruck und wachsenden Handelsbarrieren blieb der Reinigungsspezialist aus Winnenden auf Wachstumskurs, stärkte seine internationale Präsenz und stellte die Weichen für eine nachhaltig erfolgreiche Zukunft.

Kärcher konnte seinen Umsatz 2025 auf 3,483 Mrd. Euro steigern, was einem Wachstum von 1,1 % oder währungsbereinigt 3,2 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. In einem anhaltend schwierigen Marktumfeld hat der Reinigungsspezialist weiter in die eigenen Vertriebsstrukturen investiert und beispielsweise neue Gesellschaften in Portugal und an der Elfenbeinküste gegründet – 86 % des Umsatzes erwirtschaftet das Familienunternehmen aus Winnenden im Ausland. Die Kärcher-Gruppe ist nun mit 170 Firmen in 87 Ländern vertreten und beschäftigt weltweit 17.000 Mitarbeiter.

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr hat das Unternehmen viel Gegenwind erfahren: Steigende Handelsbarrieren wie Zölle und lokale Subventionen, hoher Preisdruck vor allem durch chinesische Hersteller, aber auch strukturelle und regulatorische Hürden haben das Wachstum deutlich ausgebremst. Auch der Reinigungsmarkt entwickelte sich zuletzt rückläufig, war geprägt von der Kaufzurückhaltung gewerblicher Kunden und verzeichnete lediglich in Teilen des Konsumentensegments einen Anstieg – Kärcher konnte insgesamt besser abschneiden. „2025 war ein sehr ungewöhnliches Jahr, das uns stark gefordert hat“, sagt Hartmut Jenner, Vorsitzender des Vorstands der Alfred Kärcher SE & Co. KG. „Ich habe 2020 früh gesagt, dass wir zehn schwierige Jahre erleben werden. Jetzt ist die erste Halbzeit vorbei, und ich bin insgesamt zufrieden damit, wie gut Kärcher sie bewältigt hat.“

Hohe Investitionen

Kärcher beabsichtigt, auch in Zukunft seine Vorreiterposition am Markt zu behaupten, und hat dafür im letzten Jahr mit 170 Millionen Euro weiter konsequent in Innovation und Strukturen investiert. Maßgeblich profitierten davon die weltweiten Standorte und deren Anlagen: Im firmeneigenen Werk im rumänischen Curtea de Argeș wurde die Produktions- und Entwicklungsfläche um 15.000 Quadratmeter erweitert und die Kapazitäten für Kunststoffverarbeitung ausgebaut; außerdem wurde erstmals eine vollautomatische Anlage zur Fertigung von Staubsaugerbeuteln in Betrieb genommen. Auch das chinesische Werk in Changshu erhielt eine neue Halle mit Rotationssinter-Anlagen, um die Fertigungstiefe bei Bodenreinigungsgeräten zu erhöhen.

Die Mitarbeitenden von Kärcher Österreich bezogen Ende letzten Jahres nach nur sechs Monaten Bauzeit ihren neuen Hauptsitz in Wien – das Areal umfasst moderne Büros, Verkaufs- und Schulungsräume, Servicecenter und Lagerflächen und wird vollständig mit Wärmepumpen beheizt. In Deutschland wurden gezielt Investitionen in die Technologie der Werke getätigt, etwa in eine flexible Montageanlage für Heißwasser-Hochdruckreiniger im Werk Bühlertal, deren Bearbeitungstische durch fahrerlose Transportsysteme bewegt werden.

Neben Investitionen in Sachanlagen legte Kärcher 2025 einen wesentlichen Fokus auf die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur und die Stärkung seiner Belegschaft in der Polykrise. Die neu eingeführte langfristige Unternehmensstrategie setzt darauf, Mitarbeitende stärker in Verantwortung zu bringen und unternehmerisches Denken zu fördern; Werte wie Neugier und Mut zahlen auf diese Ziele ein. Mit der flächendeckenden Einführung der Google-KI Gemini im Jahr 2024 hat Kärcher früh die technische Grundlage für ein neues Niveau an Problemlösekompetenz und Effizienz geschaffen. Der Umgang mit KI hat sich im Laufe des vergangenen Jahres tief in den Arbeitsalltag integriert – im Dezember wurden über eine halbe Million Prompts verzeichnet.

Die positive Haltung der Beschäftigten bestätigt auch die Mitarbeitendenbefragung 2025: 91 % gaben an, gerne für Kärcher zu arbeiten. „Unsere engagierten Mitarbeiter sind unsere größte Stärke. Wir sind gut aufgestellt und werden das Veränderungstempo hochhalten, um alle Chancen, die vor uns liegen, entschlossen zu nutzen“, sagt Hartmut Jenner.

Fokus auf Kreislaufwirtschaft

Auch beim nachhaltigen Handeln geht Kärcher mit der Nachhaltigkeitsstrategie 2030 neue Wege. Das Unternehmen hat sich ambitionierte und messbare Ziele zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und zur Reduktion des ökologischen Fußabdrucks entlang der globalen Wertschöpfungskette gesetzt – insbesondere Recycling und Reparierbarkeit spielen dabei zentrale Rollen.

Im Jubiläumsjahr 2025 intensivierte Kärcher zudem sein gesellschaftliches Engagement durch Kultursponsoring: Ursprünglich waren 90 kostenlose Reinigungsprojekte weltweit geplant, durchgeführt wurden letztlich 124 Einsätze an öffentlichen Plätzen, sozialen Einrichtungen und historischen Bauwerken. „Wir sind stolz auf unsere 90-jährige Erfolgsgeschichte und haben sie auf unsere Art gefeiert – indem wir mit unserer Technologie und Expertise Wertvolles erhalten und so einen sichtbaren Unterschied machen“, betont Hartmut Jenner. Gereinigt wurden dabei unter anderem die Böden des Heidelberger Schlosses, die vergoldete Statue der Siegesgöttin des Bronx Victory Memorials in New York sowie Bereiche der Notre-Dame de la Paix an der Elfenbeinküste.

Soziale Verantwortung zeigt Kärcher auch durch seine langjährigen Partnerschaften. Die Kooperation mit der internationalen Umweltstiftung Global Nature Fund feierte 2025 ihr 25-jähriges Jubiläum. Die gemeinsame Initiative „Clean Water for the World“ hat durch den Bau von inzwischen 35 Pflanzenklär- und Trinkwasseranlagen die hygienischen Bedingungen von über 500.000 Menschen im Globalen Süden verbessert. Außerdem beteiligten sich Mitarbeitende an den jährlichen „Kärcher Cleanup Days“, bei denen 2025 in 20 Ländern insgesamt 17 Tonnen Abfall aus Parks, Stränden, Flüssen und Wäldern gesammelt wurden.

Neue Lösungen 2026

Kärchers vielfältiges Portfolio von über 3.000 Produkten rund um Reinigung und Pflege wurde im vergangenen Jahr mit 150 Preisen ausgezeichnet, der Großteil davon für technische Innovation, Design oder Marketing. Dass sich Kärcher zudem als Synonym für „Reinigung“ etabliert hat, unterstreicht das renommierte Markenranking Kantar BrandZ.

Für Hartmut Jenner steht das Ziel 2026 fest: „Wir wollen das Leben unserer Kunden einfacher machen, indem wir ihnen die beste Reinigungslösung bieten – selbst für Herausforderungen, die sie noch gar nicht sehen.“

Folgende Produktneuheiten präsentiert Kärcher 2026 für Profikunden: Der wendige K-Mop 46 setzt neue Standards bei der Bodenreinigung auf stark verstellten Flächen – die aufrecht designte, handgeführte Scheuersaugmaschine reduziert den Kraftaufwand deutlich. Mit mehreren digitalen Tools sorgt Kärcher für Innovationen in der Fahrzeugwäsche: Die Bezahl-App Pay&Wash und das intuitive System K!Control SB vereinfachen Zahlung und Bedienung an SB- und Portalwaschanlagen; das Anlagenmanagement-System K!Connect bietet Betreibern umfassende Transparenz. Für großflächige Reinigungsarbeiten optimiert die neue eco!Booster MAX-Düse den Verbrauch von Energie, Wasser und Zeit.

Im Bereich Reinigungsmittel ergänzt ein neuer Graffiti-Entferner für empfindliche Oberflächen wie Acrylglas, Kunststoff, Holz, Metall und Glas das Sortiment. Zudem bleibt die autonome Bodenreinigungsmaschine KIRA B 200 ein Fokusprodukt: Mit großer Flächenleistung und der Fähigkeit zur Interaktion mit anderen Robotern ist sie auch für hochautomatisierte Umgebungen bestens geeignet.

Weitere Informationen: 

www.kaercher.com

Weitere Artikel:

05. Oktober 2026
Kubota
Kubota erweitert Ersatzteilservice um Online-Marktplatz
Kubota
Terrako startet im September 2026 in Deutschland und erweitert den digitalen Ersatzteilservice von Kubota, Kverneland und Vicon. Über die neue E-Commerce-Plattform können gewerbliche und private Kunden Originalteile rund um die Uhr suchen, online bestellen und über teilnehmende Vertragshändler beziehen. Neben der klassischen Suche nach Teilenummer oder Maschinenmodell soll insbesondere die bildbasierte Ersatzteilsuche „Smart Search“ die Identifikation passender Komponenten vereinfachen.
05. Oktober 2026
Atlas
Mehr als 200 Arbeitsplätze bei Atlas gesichert
Atlas
Die Übernahme der Atlas Gruppe durch Buhler Versatile ist vollzogen. Mit dem Abschluss der Transaktion zum 1. Oktober 2026 wird das operative Geschäft des traditionsreichen Baumaschinenherstellers künftig unter dem Dach des kanadischen Landmaschinenkonzerns fortgeführt. Die Sanierung in Eigenverwaltung konnte damit nach weniger als acht Monaten erfolgreich abgeschlossen werden. Mehr als 200 Arbeitsplätze am Standort Ganderkesee bleiben erhalten.
02. Oktober 2026
Rockwool Wall Systems GmbH
Heck Wall Systems wird Rockwool Wall Systems
Rockwool Wall Systems GmbH
Die Heck Wall Systems GmbH tritt seit dem 1. Oktober 2026 unter dem Namen Rockwool Wall Systems GmbH auf. Mit der Umfirmierung und dem neuen Markenauftritt wird die seit 2014 bestehende Zugehörigkeit zur Rockwool Gruppe sichtbar, während das Unternehmen weiterhin eigenständig als Systemhalter für Wärmedämm-Verbundsysteme agiert. Für Kunden und Partner bleibt dabei alles Wesentliche unverändert: Ansprechpartner, Zulassungen, Verträge sowie Bestell- und Lieferprozesse bestehen fort.
02. Oktober 2026
Dolezych
Dolezych bringt amerikanische Branchenexperten nach Selm
Dolezych
Zum ersten Mal fand die Herbsttagung der amerikanischen Web Sling & Tie Down Association außerhalb Nordamerikas statt. Auf Einladung von Dolezych und Doleco USA kamen Fachleute aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland, um sich über aktuelle Anforderungen in der Ladungssicherung und textilen Hebetechnik auszutauschen. Ein Praxistag im Forschungs- und Technologiezentrum Ladungssicherung in Selm machte dabei sichtbar, wie europäische und nordamerikanische Regelwerke auf dasselbe Ziel einzahlen: sichere Transporte. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun auch die internationale Fach- und Normungsarbeit bereichern.
30. September 2026
Straßenbau
Bau im Juli 2026: Aufträge brechen ein, Umsatz legt zu
Straßenbau
Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist im Juli 2026 gegenüber Juni 2026 kalender- und saisonbereinigt um 9,2 % gefallen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, nahm der Auftragseingang im Hochbau um 8,4 % und im Tiefbau um 10,0 % ab. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war der kalender- und saisonbereinigte Auftragseingang von Mai 2026 bis Juli 2026 um 2,7 % höher als in den drei Monaten zuvor (Hochbau: -2,7 %; Tiefbau: +7,6 %).
30. September 2026
EXP Germany
5,4% der Wohnimmobilien in Deutschland sanierungsbedürftig
EXP Germany
Eine aktuelle Untersuchung des Immobilienunternehmens eXp Germany zeigt, dass 5,4% der bundesweit zum Verkauf stehenden Wohnimmobilien als renovierungsbedürftig ausgewiesen sind. Besonders hoch ist dieser Anteil in Bremen: Dort sind 9,3% aller angebotenen Häuser und Wohnungen renovierungsbedürftig – fast jede zehnte Immobilie. Für kaufinteressierte Haushalte kann dies eine Chance bedeuten, Wohneigentum günstiger zu erwerben und durch gezielte Modernisierungen nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.
30. September 2026
Abbruchverband
Deutscher Abbruchverband wählt neuen Vorstand
Abbruchverband
Der Deutsche Abbruchverband e. V. (DA) hat auf seinem Jahreskongress in Magdeburg einen neuen Vorstand für die kommende vierjährige Amtsperiode gewählt. Mit Ralf Brune und Mario Prümer rücken zwei neue Mitglieder in das fünfköpfige Gremium nach, während Philipp Bunde, Mathias Heermann und Johannes Schlenter bestätigt wurden. Schlenter bleibt nach der konstituierenden Sitzung Vorstandsvorsitzender und will den Verband weiterhin als praxisnahen Dienstleister und starke Stimme der Abbruch- und Recyclingbranche positionieren.
29. September 2026
JCB
Generationswechsel und Milliardeninvestitionen bei JCB
JCB
JCB verbindet einen Wechsel an der Unternehmensspitze mit umfangreichen Investitionen in Produktion, Technologie und internationale Kapazitäten. George Bamford übernimmt ab 1. Oktober gemeinsam mit seinem Vater Lord Bamford den Vorsitz. Parallel modernisiert JCB den Standort in Staffordshire für 100 Mio. Pfund und eröffnet im Oktober ein neues, 1 Mrd. US-Dollar teures Werk in San Antonio, Texas. Trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds erzielte der Baumaschinenhersteller 2025 einen Umsatz von 5,7 Mrd. Pfund und steigerte seinen globalen Marktanteil.
29. September 2026
IG BAU
Wechsel an der Spitze der IG BAU
IG BAU
Carsten Burckhardt ist neuer Bundesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. Der gelernte Elektriker und bisherige stellvertretende Vorsitzende wurde auf dem Gewerkschaftstag in Kassel mit großer Mehrheit von den rund 300 Stimmberechtigten gewählt. Er folgt auf Robert Feiger, der nach 13 Jahren im Vorsitz und insgesamt 19 Jahren im Bundesvorstand nicht erneut antrat.