Donnerstag, 8. Januar 2026

Kalksandsteinindustrie: 2026 wird Jahr des Aufbruchs

Nach vier Jahren Baukrise sieht Jan Dietrich Radmacher, Geschäftsführer des Bundesverbands Kalksandsteinindustrie e.V., die Branche an einem Wendepunkt. „Es gibt keinen Grund mehr für Resignation“, betont er. Die lange Phase des Stillstands habe zwar Spuren hinterlassen, doch nun zeichne sich eine reale Chance für eine Trendwende ab. Die Kalksandsteinindustrie blicke deshalb mit Zuversicht nach vorn.

Der Optimismus sei kein bloßer Zweckoptimismus, so Radmacher weiter. Vielmehr basiere er auf der Einschätzung, dass die Politik – wenn auch spät – endlich entscheidende Weichenstellungen vorgenommen habe. Die Lähmung im Wohnungsbau sei seiner Meinung nach überwindbar.

Ein zentraler Schritt sei für Radmacher die Rückkehr zu „ökonomischer Vernunft“. Die Wiedereinführung der EH‑55‑Förderung bezeichnet er als wichtiges und konsequentes Signal. Klimaschutz könne nur dann funktionieren, wenn er auch finanzierbar bleibe. Aus Sicht der Kalksandsteinindustrie wäre daher die dauerhafte Fortführung dieses Standards im mehrgeschossigen Wohnungsbau der nächste logische Schritt. „Bezahlbares Wohnen braucht wirtschaftlich darstellbare Standards“, betont Radmacher. 

Was der Wohnungsbau im Jahr 2026 am dringendsten brauche, sei nicht die nächste Subventionsspitze, sondern Planbarkeit. Das jahrelange „Stop‑and‑Go“ bei den Förderprogrammen habe Vertrauen zerstört. Verlässliche Standards seien nach seiner Überzeugung die Währung, mit der dieses Vertrauen zurückgewonnen werden könne.

Mit einfachem Bauen zum Durchbruch

Große Erwartungen verknüpft Radmacher außerdem mit dem Durchbruch des sogenannten „Gebäudetyps E“. Diese Initiative zum einfachen Bauen finde in der Branche starken Rückhalt. Es gelte, sich von überkomplexer, wartungsintensiver Haustechnik zu lösen und zu langlebigen, robusten Konstruktionsprinzipien zurückzukehren. Das ermögliche erst nachhaltiges Bauen in der Breite.

Für die Kalksandsteinindustrie sei dieser Ansatz quasi ein Heimspiel. Das Material bringe von Natur aus jene bauphysikalischen Qualitäten mit, die der Gebäudetyp E fordere: massive Wände, hohen Schallschutz und eine natürliche Temperaturregulierung – ganz ohne „Technik‑Overkill“. „Einfachheit ist für uns kein Verzicht, sondern ein Qualitätsmerkmal“, unterstreicht Radmacher.

Auch in der Nachhaltigkeitsdiskussion sieht sich die Branche gut aufgestellt. Die ökologische Eignung von Kalksandstein müsse nicht erst theoretisch hergeleitet werden – sie sei seit Jahrzehnten auf der Baustelle erprobt. Regionale Rohstoffe, energiesparende Produktion und volle Recyclingfähigkeit sprächen für sich. Dass Kalksandstein nun im zwölften Jahr in Folge seine Marktführerschaft im mehrgeschossigen Wohnungsbau behaupte, sei nach Radmachers Worten „das Votum der Praxis für einen Baustoff, der Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit vereint“.

Hoffen auf den Bau-Turbo

Gleichzeitig warnt Radmacher, dass der politisch beschlossene „Bau‑Turbo“ nur dann Wirkung entfalten könne, wenn alle Beteiligten – Kommunen, Behörden und Bauwirtschaft – gemeinsam an einem Strang zögen. Für das Jahr 2026 sieht er jedoch gute Voraussetzungen: Die politischen Rahmenbedingungen stimmten wieder, Produkte und Kapazitäten seien vorhanden.

„Wir stehen bereit, unseren Beitrag zu leisten, damit aus Bedarf wieder Bauleistung wird“, sagt Radmacher. 2026 solle das Jahr des Aufbruchs werden.

Weitere Informationen:

www.kalksandstein.de

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