Mit der neu gegründeten BGR Bayerische Gipsrecycling GmbH schaffen die Gebr. Knauf KG und die BSR Bodensanierung Recycling GmbH die Grundlage für eine der modernsten Gipsrecyclinganlagen Europas. In Bayern soll künftig Gips aus Abbruch- und Neubauabfällen regional aufbereitet und wieder in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden – ein wichtiger Schritt für eine nachhaltige Rohstoffversorgung und zur Reduzierung von Transportwegen und CO₂-Emissionen.
BSR verfügt über umfassende Erfahrungen im Betrieb von Recyclinganlagen inklusive der Sammlung von Gipsabfällen und wird die Anlage betreiben. Knauf wird seine Expertise in der Verarbeitung von Recyclinggips in das Joint Venture einbringen und den erzeugten Recyclinggips in der Produktion von Gipsplatten in Bayern weiterverwenden.
Durch das Joint Venture soll eine der innovativsten Gipsrecyclinganlagen Europas errichtet werden, welche auf die Rückgewinnung von Gips und Papier aus Gipsabfällen abzielt. Das Rohmaterial fällt bei Abbruch- und Rückbaumaßnahmen sowie als Verschnittreste bei Neubaumaßnahmen an.
In Deutschland werden heute laut der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) von rund 741.000 t Gipsabfall pro Jahr lediglich etwa 63.000 t (Stand 2020) recycelt. Dem steht ein jährlicher Gipsbedarf von 10 Mio. t entgegen. Allein Bayern hat einen Gipsbedarf von jährlich 1,6 Mio. t. Derzeit müssen Gipsabfälle aus Bayern über eine Distanz von zirka 400 km in die nächstgelegenen Gipsrecyclinganlagen transportiert werden, in denen Gips für Gipskartonplatten wiederaufbereitet wird.
Das bedeutet neben hohen Kosten auch hohe CO2-Emisionen. Aus Sicht von Knauf und BSR muss nachhaltiges Recycling von Gipsabfällen möglichst lokal organisiert sein – verbunden mit geringen Transportentfernungen und geringen CO2-Emissionen. Martin Brown, Head of Group Supply Chain Management bei Knauf, sagte: „Knauf steht für nachhaltiges und erschwingliches Bauen. Wir wollen künftig noch deutlich mehr Recycling-Gips für unsere Produkte verwenden. Der Ausbau von Recyclingkapazitäten ist deswegen ein wichtiger Baustein unserer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Rohstoffstrategie. Durch das Gemeinschaftsunternehmen mit der BSR wird es erstmals möglich, Abbruchmaterial aus Bayern in Bayern zu recyceln und direkt in neue Produkte weiterzuverarbeiten. Das Joint Venture wird einen wichtigen Beitrag zur Versorgung unserer Werke in der Region leisten.”
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