Die Stihl-Gruppe hat sich im Geschäftsjahr 2025 in einem herausfordernden Marktumfeld stabil behauptet und ihren Umsatz auf 5,48 Mrd. Euro gesteigert - ein Plus von 2,8 % gegenüber 2024 (5,33 Mrd. Euro). Trotz konjunktureller Schwächen, negativer Wechselkurseffekte und handelspolitischer Unsicherheiten erreichte das Unternehmen damit nahezu das Rekordniveau von 2022. Wachstumstreiber waren vor allem internationale Märkte sowie das dynamisch wachsende Akku-Segment. Gleichzeitig investiert Stihl-konsequent in Technologie, Produktion und globale Strukturen, um seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.
„Wir entwickeln Stihl aus einer Position der Stärke heraus konsequent weiter“, sagte Michael Traub, Stihl-Vorstandsvorsitzender, bei der Präsentation der Geschäftszahlen für das Jahr 2025. „Auch wenn das Umfeld unsicher ist, handeln wir vorausschauend: Wir forcieren weiter die Transformation hin zur Akku-Technologie und investieren in unseren weltweiten Fertigungs- und Vertriebsverbund.“
Die hohe Eigenkapitalquote unterstreicht die Stabilität des Familienunternehmens: Mit 71,2 % ist sie weiter gestiegen (Vorjahr: 69,0 %), ebenso wie die Liquidität. Beides ermöglicht es Stihl, Investitionen grundsätzlich aus eigenen Mitteln zu tätigen.
Zum Jahresende arbeiteten weltweit 20.246 Menschen für die Stihl-Gruppe, 2,6 % mehr als im Jahr 2024 (19.732 Mitarbeiter). Ein Grund hierfür ist das neue Werk in Rumänien, das 2025 in Betrieb genommen wurde.
Wachstum in fast allen Regionen
Das Geschäft in Westeuropa entwickelte sich positiv. In einem schwächer werdenden Marktumfeld legte der Marktanteil insgesamt zu. Dämpfend für Absatz und Umsatz waren die stellenweise sehr trockenen und heißen Frühsommer- und Sommermonate. Überdurchschnittlich legte das Akku-Geschäft in der Region zu: Hier verzeichnete die Stihl-Gruppe zweistellige Wachstumsraten, teils über 20 %.
Osteuropa erholte sich leicht, handelspolitische Folgen des Krieges in der Ukraine wirkten aber weiterhin bremsend und schwächten die lokalen Währungen. Auch in Osteuropa legte Stihl bei Absatz und Umsatz von Akku-Geräten in allen Hauptmärkten spürbar zu. Der Absatzanteil im Akku-Segment bewegte sich hier bereits deutlich über 20 %.
Nordamerika blieb mit einem Umsatzanteil von rund einem Drittel der größte Einzelmarkt der Stihl-Gruppe. Der Umsatz blieb in einem zunehmend verunsichertem Marktumfeld noch leicht über Vorjahresniveau. Dazu trugen vorteilhafte Wetterbedingungen, das Aftermarket-Geschäft sowie Nebeneffekte der US-Zollpolitik bei: viele Händler füllten ihre Lager aufgrund der Ankündigung neuer Zölle vorzeitig auf.
Lateinamerika legte kumuliert deutlich zu, zeigt aber ein sehr differenziertes Bild: Im größten regionalen Markt Brasilien war die Konsumstimmung verhalten, höhere Steuern, Zinsen und Sozialabgaben drückten die Kaufkraft. In Argentinien erholte sich das Geschäft hingegen weiterhin. Märkte wie Kolumbien, Peru, aber auch Ecuador, Nicaragua und Honduras lagen zweistellig im Plus dank hoher Preise für Agrargüter wie Kaffee, Kakao oder Früchte und der daraus entstehenden Investitionsbereitschaft.
China und Indien, die beiden größten Einzelmärkte in Asien, entwickelten sich 2025 ebenfalls positiv. In China verbesserte ein profitablerer Produktmix bei Motorsägen und Ketten die Ergebnisqualität stark bei gleichzeitigem Umsatzwachstum.
Afrika/Naher Osten war 2025 die am dynamischsten wachsende Region für die STIHL Gruppe, wenngleich auf noch niedrigem Niveau. Sowohl der etablierten STIHL Tochtergesellschaft in Südafrika als auch den neu aufgebauten Gesellschaften in Ostafrika gelang es, Umsätze zu steigern und Marktanteile zu gewinnen.
Ozeanien lag als einzige Region bei Absatz und Umsatz im Minus, wobei auch hier beide Werte bei Akku-Geräten gegenüber dem Vorjahr zulegten. Gegen eine schwache Binnen- und Exportkonjunktur in Australien und Neuseeland verstärkt die Stihl-Gruppe ihre Vertriebsmaßnahmen und erwartet 2026 wieder Wachstum in dieser Region.
Stihl investiert in Akku-Produktion
Die Transformation hin zu Akku-Produkten bleibt der entscheidende Strategiebaustein für Stihl. Auch 2025 stieg die Bedeutung akkubetriebener Produkte für das Unternehmen: Sie machten 27 % des weltweiten Absatzes aus, nach 25 % im Vorjahr. Starke Impulse gab es vor allem aus den europäischen Vertriebsregionen. In Westeuropa sind bereits rund zwei Drittel der verkauften Produkte akkubetrieben – mit steigender Tendenz. Andere Regionen entwickeln sich noch uneinheitlich. „Unser Anspruch ist und bleibt die doppelte Technologieführerschaft“, sagt Michael Traub. „Wir wollen die Spitzenposition, die wir seit Jahrzehnten beim Verbrenner innehaben, auch beim Akku einnehmen.“
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Stihl mehrere Meilensteine auf diesem Weg erreicht. Im rumänischen Oradea wurde im Oktober das erste Werk der Stihl-Gruppe eingeweiht, das ausschließlich der Produktion von Akku-Packs und -Geräten dient. Es wird als europäisches Kompetenzzentrum für die Produktion von Akku-Geräten fungieren. „So stärken wir unsere Position in diesem Wachstumssegment“, sagt Michael Traub über die 125-Millionen-Euro-Investition. „Das neue Werk spielt eine Schlüsselrolle dabei, die steigende Akku-Nachfrage auf dem europäischen Markt zu bedienen und untermauert unseren strategischen Anspruch.“
Am Stammsitz Waiblingen hat die Stihl-Gruppe mit dem Beginn der Eigenfertigung von EC-Motoren einen wichtigen Schritt getan: EC-Motoren sind eines der zentralen Bauteile akkubetriebener Geräte und wurden bislang von Zulieferern bezogen. Die Investition unterstreicht die Technologiekompetenz und treibt die Wertschöpfungstiefe im Akku-Segment voran.
Seine Spitzenposition im Verbrenner-Segment unterstrich das Unternehmen mit der kürzlich neu auf den Markt gebrachten Benzin-Motorsäge MS 300, die hohe Leistung bei reduziertem Gewicht bietet.
Stihl stärkt Kapazitäten und Effizienz
Auch im Jahr 2025 hat Stihl zukunftsorientiert investiert, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken und die Weichen für nachhaltiges Wachstum zu stellen. Im Fokus standen die Erweiterung räumlicher Kapazitäten und der Ausbau internationaler Standorte.
Insgesamt investierte die Unternehmensgruppe 335,7 Mio. Euro (Vorjahr: 349,4 Mio. Euro). Mit rund 175 Mio. Euro entfielen davon mehr als die Hälfte auf das deutsche Stammhaus. Der Großteil floss in den Erwerb eines zusätzlichen Firmenareals in Waiblingen. Dort wird Stihl mittelfristig Unternehmenseinheiten zusammenführen, die bislang über die Region verteilt sind. Ziel ist, effizientere Strukturen zu schaffen und Synergien zu heben. Am brasilianischen Standort in São Leopoldo ging zudem eine neue Montagelinie in Betrieb, die die Kapazitäten und die Flexibilität des Werks deutlich erhöhen wird.
Stammhaus: Sondereffekte treiben Umsatz
Das deutsche Stammhaus mit acht Standorten erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 1,85 Mrd. Euro (2024: 1,63 Mrd. Euro). Das Plus von mehr als 13 % im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem auf einen Sondereffekt zurückzuführen: Die Stihl-Gruppe hat zum Jahreswechsel 2025/26 auf ein neues System zur Unternehmenssteuerung umgestellt und entsprechend Produktion im Stammhaus vorgezogen. Für das Geschäftsjahr 2026 ist daher ein gegenläufiger Effekt zu erwarten.
Zum 31. Dezember 2025 waren am Stammhaus 5.831 Mitarbeiter beschäftigt (2024: 6.064). Ein Bekenntnis zum Standort hat das Unternehmen Ende 2025 mit der Verlängerung des Beschäftigungs- und Standortsicherungsvertrags (BuS) für das Stammhaus für weitere zwei Jahre bis Ende 2027 unterstrichen.
Ausblick: Jubiläumsjahr mit technologischem Meilenstein
2026 feiert Stihl seinen 100. Geburtstag. Wirtschaftlich war der Start ins Jubiläumsjahr eher verhalten. Entsprechend plant das Familienunternehmen für 2026 bewusst konservativ. Ziel ist es, das Umsatzniveau zu halten. „Unser Umsatzziel mag auf den ersten Blick wenig ambitioniert klingen“, sagt Michael Traub. „Vor dem Hintergrund volatiler Märkte, Währungskrisen und anhaltender handels- und geopolitischer Unsicherheiten sowie der daraus resultierenden Zurückhaltung bei den Kunden ist unser Umsatzziel aber eine Herausforderung.“
Im Jubiläumsjahr setzt Stihl einen starken Innovationsimpuls, der zugleich die Akku-Transformation forciert: Anlässlich der Bilanz des Geschäftsjahres 2025 hat das Unternehmen das neue ALLPRO-Akkusystem vorgestellt, einen Technologiesprung im Akku-Segment für Profikunden. ALLPRO erschließt viele Anwendungsfelder, in denen Kunden bislang auf Geräte mit Verbrennerantrieb angewiesen waren und ist gleichzeitig kompatibel mit dem bisherigen AP-Akkusystem. Mit ALLPRO unterstreicht Stihl seinen Anspruch, sich auch im Akku-Segment als führender Anbieter für Outdoor Power Equipment zu positionieren.
Herzstück des neuen ALLPRO-Akkusystems ist eine neue Generation von Hochleistungs-Akkus. Im Vergleich zu den Vorgängermodellen sind diese deutlich leistungsfähiger. Ein zentraler Vorteil der Technologie ist das extrem schnelle Laden: Mit dem passenden mobilen Schnellladegerät sind die Akkus in nur neun Minuten wieder zu 80 % aufgefüllt. Sie bieten außerdem längere Laufzeiten und eine deutlich längere Lebensdauer – bei gleichzeitig hoher Robustheit.
„Das ALLPRO-Akkusystem ist ein entscheidender technologischer Meilenstein für den Arbeitsalltag unserer Profi-Kunden“, sagt Michael Traub. „Darin bündeln wir unsere 100-jährige Entwicklungs- und Anwendungskompetenz bei Motorgeräten sowie jahrzehntelange Erfahrung in der Akkuentwicklung.“
Für 2026 erwartet der Stihl-Vorstandsvorsitzende einen weiterhin hohen Wettbewerbsdruck und ein entsprechendes Transformationstempo. Die Stihl-Gruppe stellt sich diesen Herausforderungen: „Ob Kundinnen und Kunden, Fachhandel oder unsere Beschäftigten – sie alle wissen, wofür Stihl steht: strategische Klarheit, hohe Innovationskraft, Kundenorientierung und einen besonnenen, aber entschlossenen Blick nach vorn. Wir gestalten die Transformation, ohne unsere Wurzeln zu vernachlässigen – getragen von demselben Anspruch, den unser Gründer Andreas Stihl vor 100 Jahren formuliert hat: den Menschen die Arbeit mit und in der Natur zu erleichtern.“
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