Die erste Tarifrunde für die Beschäftigten der Autobahn GmbH des Bundes aus den Bereichen Ingenieurwesen, IT, Betriebsdienst und Verwaltung wurde am 8. Januar 2026 eröffnet. Nachdem dieses Zusammentreffen der Tarifparteien bereits erfolglos verlief, brachte auch die zweite Verhandlungsrunde am 6. Februar kein Ergebnis - das von der Arbeitgeberseite vorgelegte Angebot wurde von den Gewerkschaften DBB Beamtenbund und Tarifunion sowie Verdi als unzureichend zurückgewiesen.
Das Angebot der Autobahn GmbH sieht eine Entgeltsteigerung von 7 % über einen Zeitraum von 29 Monaten vor. Im Einzelnen umfasst der Vorschlag folgende Punkte:
- 7 % tabellenwirksame Entgelterhöhung mit einer Laufzeit von 29 Monaten in mehreren Stufen
- Auszubildendenpaket: Stärkung der Ausbildungsattraktivität durch Übernahme von Auszubildenden in die Erfahrungsstufe 2 sowie eine zusätzliche Erhöhung der Ausbildungsentgelte
- Zulagensystem: Stärkung und Vereinfachung, insbesondere im Betriebsdienst
- Sozialpaket: Werthaltiger, monatlicher Kinderzuschlag pro Kind bis 18 Jahre, verschiedene Elemente einer Krankenzusatzversicherung sowie zusätzlich bis zu zehn Tage bezahlte Freistellung für Pflegezeiten
Sebastian Mohr, Geschäftsführer Personal und Arbeitsdirektor, betonte: „Unser Angebot ist fair und substanziell. Es verbindet die verdiente Wertschätzung für unsere Beschäftigten mit der notwendigen finanziellen Verantwortung gegenüber den Steuerzahlern. Das Verhandlungspaket ist innovativ und maßgeschneidert. Unsere gemeinsame Verantwortung für das Tarifwerk erfordert weiterhin konstruktive Verhandlungen aller Beteiligten.“
Die Gewerkschaften halten weiterhin an ihrer Forderung nach 7 % mehr Gehalt (mindestens 300 Euro) bei einer Laufzeit von zwölf Monaten fest. Verdi-Verhandlungsführer Oliver Bandosz erklärte zum zweiten Anlauf der Verhandlungen: „Wir haben endlich ein Angebot – aber es ist so niedrig, dass es nicht verhandelbar ist. Eine Laufzeit von fast zweieinhalb Jahren bei Mini-Schritten und ohne soziale Komponente ist schlicht inakzeptabel.“
Die Tarifverhandlungen werden am 25. und 26. Februar 2026 in die dritte Runde gehen.
Über die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes ist mit rund 14.000 Beschäftigten für den Erhalt, Betrieb, die Planung und den Bau der deutschen Autobahnen zuständig. Vor fünf Jahren, Anfang 2021, wurde die GmbH als größte Autobahnbetreiberin Europas gegründet. Zuvor waren diese Aufgaben dezentral im Auftrag des Bundes von den jeweiligen Bundesländern wahrgenommen worden.
