Sonntag, 29. März 2026

Wacker Neuson trotzt Gegenwind und steigert Ergebnis

Die Wacker Neuson Group, ein führender Hersteller von Baugeräten und Kompaktmaschinen, hat die Geschäftszahlen für das Jahr 2025 veröffentlicht und die vorläufigen Zahlen vom 10. Februar 2026 bestätigt. Nach einem marktbedingt verhaltenen Jahresauftakt erzielte der Konzern im weiteren Verlauf 2025 spürbare operative Fortschritte: Umsatz und Profitabilität entwickelten sich zunehmend positiv. Trotz eines herausfordernden Umfelds, das unter anderem durch die US-Zölle geprägt war, erreichte die Group im abgelaufenen Geschäftsjahr wichtige strategische Meilensteine und operative Fortschritte. Insbesondere der Produktionsstart erster Baggermodelle für die OEM-Kooperation mit John Deere stärkt die Präsenz im nordamerikanischen Markt nachhaltig.

Der Konzernumsatz belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 2.218,8 Mio. Euro (2024: 2.234,9 Mio. Euro). Aufgrund von Einmaleffekten im vierten Quartal 2025 – darunter im Wesentlichen zusätzliche Rechts- und Beratungskosten im Zusammenhang mit Übernahmegesprächen mit der Doosan Bobcat Inc., zusätzliche Rückstellungen aufgrund von Auswirkungen der Kursentwicklung im vierten Quartal auf den virtuellen Stock Option Plan der Gesellschaft sowie Wertminderungen auf kurzfristige und langfristige Vermögenswerte – erreichte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 132,4 Mio. Euro (2024: 123,0 Mio. Euro) und die EBIT-Marge betrug 6,0 %(2024: 5,5 %).

„Das Geschäftsjahr 2025 war insbesondere im ersten Quartal weiterhin von herausfordernden Rahmenbedingungen geprägt. Dennoch ist es uns gelungen, unsere Profitabilität im Jahresverlauf zu steigern und unsere operative Leistungsfähigkeit konsequent zu verbessern. Wir haben uns frühzeitig und gezielt auf exogene Einflussfaktoren wie die US-Zölle eingestellt. Trotz anhaltender geopolitscher Unsicherheiten erwarten wir für 2026 einen leichten Marktaufschwung und planen mit einem moderaten Umsatzplus bei einer höheren EBIT-Marge gegenüber 2025. Wir fokussieren uns in 2026 und darüber hinaus auf unsere Wachstumshebel und die Verfeinerung und weitere Umsetzung unserer Strategie 2030“, so Dr. Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender der Wacker Neuson Group.

Entwicklung nach Regionen

Die Stimmung in der Region Europa (EMEA) war im Geschäftsjahr 2025 weiterhin verhalten. Der Umsatz stieg um 1,2 % auf 1.753,1 Mio. Euro (2024: 1.731,7 Mio. Euro). Der Umsatzanteil der Region betrug 79,0 % und lag über dem Vorjahr (2024: 77,5 %). Deutschland hatte wie in den Vorjahren den größten Umsatzanteil in der Region Europa, gefolgt von Frankreich, dem Vereinigten Königreich und der Schweiz. Die Entwicklung der Region Amerikas war aufgrund der Unsicherheiten durch US-Zölle von einer anhaltenden Zurückhaltung im Bestellverhalten geprägt. Der Umsatz in der Region lag bei 421,6 Mio. Euro (2024: 450,7 Mio. Euro), was einem Rückgang von 6,5 % entspricht. Der Anteil am Gesamtumsatz ist im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen und betrug 19,0 % (2024: 20,2 %). Die Marktdynamik in der Region Asien-Pazifik war 2025 weiter rückläufig. So lag der Umsatz bei 44,1 Mio. Euro und ist somit um 16,0 % gesunken (2024: 52,5 Mio. Euro). Der Gesamtumsatzanteil der Region im Geschäftsjahr betrug 2,0 % (2024: 2,3 %).

Profitabilität steigt trotz verhaltenem Marktumfeld

Nachdem die Wacker Neuson Group im Geschäftsjahr 2024 einer anhaltenden Konjunkturschwäche ausgesetzt war, blieb das Marktumfeld zu Jahresbeginn 2025 sowohl in der Bau- als auch in der Landwirtschaft noch verhalten. Die Erholung war langsamer als erwartet und der Aufschwung materialisierte sich in vielen Marktsegmenten nicht. Im Jahresverlauf erzielte die Wacker Neuson Group jedoch eine operative Verbesserung. Insbesondere Bagger, Dumper sowie auch Baustellentechnik wurden stärker nachgefragt, wohingegen sich die Nachfrage nach Kompaktladern negativ entwickelte. Eine positive Dynamik ergab sich zudem in den Geschäftsbereichen Baugeräte sowie Dienstleistungen. Der Umsatzrückgang aus dem Neumaschinengeschäft konnte durch eine gewachsene Nachfrage nach Baugeräten, gebrauchten Mietmaschinen, Ersatzteilen und Dienstleistungen im Servicegeschäft nahezu kompensiert werden. Im Geschäftsjahr 2025 verbesserte sich die Profitabilität aufgrund der Reduktion operativer Kosten. Maßgeblich hierfür waren die bereits 2024 initiierten operativen Kostenmaßnahmen. Das EBIT für das Gesamtjahr 2025 lag somit 7,6 % über dem Vorjahr und betrug 132,4 Mio. Euro (2024: 123,0 Mio. Euro). Die EBIT-Marge ist um 0,5 Prozentpunkte auf 6,0 % gestiegen (2024: 5,5 %). 

Strategie 2030

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2025 setzt die Unternehmensgruppe ihren operativen Kurs konsequent fort. Die Strategie 2030 bleibt dabei der klare Leitstern im dynamischen Marktumfeld, wobei die Profitabilität noch stärker in den Fokus rückt. Vor dem Hintergrund zweier Jahre mit niedrigen Marktvolumina sowie anhaltender geopolitischer Unsicherheiten – verschärft durch den Krieg im Nahen Osten, die anhaltende US-Zollpolitik und eine sich langsamer als ursprünglich erwartete Elektrifizierung in der Bau- und Landmaschinenbranche – wird die Wacker Neuson Group im Jahr 2026 die zugrunde liegenden Marktszenarien sowie die zehn strategischen Hebel der Strategie 2030 neu bewerten. Aktuell liegt die Erwartung in Bezug auf die Umsatzentwicklung bis 2030 eher auf einem Niveau von 3,5 Mrd. Euro. Unverändert bleibt der Anspruch, nachhaltig profitabel zu wachsen und die operative Leistungsfähigkeit kontinuierlich zu verbessern. Das Profitabilitätsziel mit einer EBIT-Marge von größer 11 % bleibt das Kernziel der Strategie 2030. 

Prognose 2026 

Das globale Marktumfeld im Jahr 2026 bleibt von geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägt, deutet jedoch nach einer Phase der Stagnation und Korrektur auf einen leichten Marktaufschwung hin. Vor diesem Hintergrund erwartet die Wacker Neuson Group eine im laufenden Geschäftsjahr 2026 weitere Verbesserung des operativen Geschäfts, positive Impulse aus Infrastruktur- und Modernisierungsprogrammen in Europa sowie trotz anhaltender US-Zölle eine solide Nachfrage in Nordamerika. Die Wacker Neuson Group rechnet daher mit einem moderaten Umsatzanstieg sowie einer Verbesserung der EBIT-Marge. Unter Berücksichtigung der genannten gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen sowie der sich für die Wacker Neuson Group ergebenden Chancen und Risiken geht der Vorstand für das Geschäftsjahr 2026 von einem Umsatz zwischen 2.200 Mio. Euro und 2.400 Mio. Euro aus. Die EBIT-Marge wird in einer Bandbreite von 6,5 bis 7,5 % erwartet.

Die Wacker Neuson Group investiert auch zukünftig in gewinnversprechende Projekte und entwickelt seine Tochterunternehmen stetig weiter. Für das Geschäftsjahr 2026 sind daher Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von rund 70 Mio. Euro bis rund 90 Mio. Euro vorgesehen.

Weitere Informationen:

www.wackerneuson.de

Weitere Artikel:

17. Juni 2026
Bauindustrie
Bauindustrie drängt auf neue Finanzierungslogik für Verkehrsträger
Bauindustrie
Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie fordert einen dauerhaft verlässlichen und überjährigen Gesamtfinanzierungsansatz für die Verkehrsinfrastruktur des Bundes. Straße, Schiene und Wasserstraße müssten als zusammenhängendes System gedacht und planbar finanziert werden, um ihre Leistungsfähigkeit langfristig zu sichern. Angesichts eines Investitionsbedarfs von über 600 Mrd. Euro bis 2030 und schwindender realer Investitionskraft reichten nominal steigende Budgets nicht mehr aus. Entscheidend sei eine preisbereinigte, effiziente Mittelverwendung sowie eine strukturell abgesicherte Finanzierung über Legislaturperioden hinweg.
17. Juni 2026
Fagsi
FAGSI erhält aBG für modulare Containerbauweise
Fagsi
Das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) hat FAGSI, Teil der ALHO Unternehmensgruppe, die Allgemeine Bauartgenehmigung (aBG) für die ProENERGY-Containerbauweise erteilt. Damit ist FAGSI das erste Unternehmen in Deutschland, dessen containerbasierte, modulare Bausysteme diese Zulassung erhalten. Die Genehmigung bestätigt die vollständige Erfüllung aller brandschutztechnischen und baurechtlichen Anforderungen der Landesbauordnungen. Sie schafft zugleich die Grundlage für deutlich schnellere und rechtssichere Planungs- und Genehmigungsprozesse im modularen Bauen.
16. Juni 2026
JCB
JCB Deutschland baut digitalen Vertrieb aus
JCB
JCB Deutschland erweitert seine digitalen Vertriebskanäle und startet mit dem neuen JCB Machine Store eine zentrale Plattform für Interessenten. Der digitale Auftritt ist ein wichtiger Baustein der Digitalisierungsstrategie des Unternehmens und bietet einen intuitiven Zugang zum gesamten Maschinenportfolio. Nutzer können gezielt nach Modellen suchen oder sich über verschiedene Produktkategorien schnell und bedarfsgerecht orientieren. Perspektivisch soll die Plattform um eine anwendungsbasierte Suche erweitert werden, damit Kunden noch einfacher die passende Maschine für ihren konkreten Einsatz finden.
16. Juni 2026
Manitou
Manitou Deutschland feiert 30 Jahre
Manitou
Drei Jahrzehnte voller Innovation, Leidenschaft und starker Partnerschaften: Die Manitou Deutschland GmbH feiert am 25. Juni 2026 ihr 30-jähriges Bestehen. Ab 11:00 Uhr verwandelt sich das Firmengelände in Friedrichsdorf in ein Festival-Areal für Gäste aus der Region, der Branche und darüber hinaus. Der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Mit Live-Demonstrationen, Maschinen-Power und Festival-Atmosphäre bietet das Jubiläum ein abwechslungsreiches Programm für alle Interessierten.
15. Juni 2026
Tech in Construction
ConTech-Startups zeigen Lösungen für die Baupraxis
Tech in Construction
In einer Woche ist es so weit: Die Tech in Construction geht in die heiße Phase. Vom 23. bis 25. Juni 2026 wird die neue Eventlocation ringberlin zum Treffpunkt für die ConTech-Szene und die Bauwirtschaft. Rund 50 Startups präsentieren ihre Lösungen für zentrale Herausforderungen wie Produktivität, Fachkräftemangel und Dekarbonisierung – unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Damit wird die Veranstaltung einmal mehr zur Plattform für Innovationen und zukunftsfähiges Bauen.
12. Juni 2026
Heidelberg Materials stellt Werk Zurow auf erneuerbare Energien um
Heidelberg Materials stellt Werk Zurow auf erneuerbare Energien um
Heidelberg Materials stellt Werk Zurow auf erneuerbare Energien um
Heidelberg Materials Mineralik hat seinen Produktionsprozess am Standort Zurow vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt. Möglich wird dies durch den Bezug von Grünstrom, den Einsatz vollelektrischer Radlader sowie eine perspektivisch integrierte schwimmende Photovoltaikanlage. Mit der Elektrifizierung der mobilen Baumaschinen entfällt eine der letzten wesentlichen CO2-Emissionsquellen im Betrieb. Damit nimmt der Standort eine Vorreiterrolle auf dem Weg zu einer nahezu CO2-neutralen Produktion von Sand und Kies ein.
15. Juni 2026
Meiller
Meiller gewinnt ETM Award 2026
Meiller
Meiller ist mit dem ETM Award 2026 als beste Kipper-Marke ausgezeichnet worden. Bei der Leserwahl der Fachmedien Trans Aktuell, Fernfahrer und Eurotransport.de setzte sich das Unternehmen mit 25,99 % der Stimmen gegen zahlreiche Wettbewerber durch. Die renommierte Auszeichnung gilt als wichtiger Gradmesser für Qualität, Innovationskraft und Marktakzeptanz in der Transport- und Logistikbranche. Für Meiller ist der Erfolg zugleich eine Bestätigung des hohen Vertrauens, das Kunden, Fahrer und Transportunternehmen den Kipperlösungen des Unternehmens entgegenbringen.
15. Juni 2026
Wienerberger
Wienerberger Deutschland ordnet Vertrieb im Steildach neu
Wienerberger
Wienerberger Deutschland stellt seine Vertriebsorganisation gezielt neu auf: Zum 1. Juni 2026 hat Matthias Meir die Leitung Vertrieb und Produktmanagement der Division Steildach übernommen. Florian Scherr, Geschäftsführer für Vertrieb, Marketing und Produktmanagement, übergibt die bislang zusätzlich von ihm geführte Steildach-Sparte im Zuge dieser Neustrukturierung.
10. Juni 2026
Wirtgen Gropu
Wirtgen Group AZUBI techdays: Lernen unter realen Baustellenbedingungen
Wirtgen Gropu
Vom 20. bis 22. Mai wurde Theorie zur Praxis: Rund 80 Auszubildende der Wirtgen Group realisierten bei der Hamm AG in Tirschenreuth ihr eigenes Straßenbauprojekt. Im Rahmen der AZUBI techdays arbeiteten sie markenübergreifend unter realen Bedingungen zusammen und übernahmen dabei Verantwortung für Planung und Umsetzung. Neben technischem Know-how standen vor allem Teamarbeit, Eigeninitiative und Problemlösungskompetenz im Fokus. Ein praxisnahes Format, das Fachwissen festigt und gleichzeitig den Grundstein für die Zusammenarbeit von morgen legt.