Altreifen als Rohstoff für Farben

In Deutschland fallen jährlich rund 600.000 t Altreifen an. Da sich vulkanisierter Kautschuk nicht einfach einschmelzen lässt und aus alten Reifen dadurch nicht automatisch neue entstehen, sind Lösungen gefragt, wie sich diese großen Mengen nachhaltig nutzen lassen. Neben der energetischen Verwertung, bei der der hohe Brennwert von Altreifen als hocheffizienter Ersatzbrennstoff genutzt wird und fossile Energieträger wie Kohle ersetzt, setzt die Entsorgungsbranche zunehmend auf die stoffliche Verwertung. Durch die mechanische Zerkleinerung in Schreddern und Mahlanlagen werden Gummigranulat und Gummimehl gewonnen, die bspw. für Sportplätze, Kunstrasen oder im Straßenbau verwendet werden können.

In Deutschland fallen jährlich rund 600.000 t Altreifen an. Da sich vulkanisierter Kautschuk nicht einfach einschmelzen lässt und aus alten Reifen dadurch nicht automatisch neue entstehen, sind Lösungen gefragt, wie sich diese großen Mengen nachhaltig nutzen lassen. Neben der energetischen Verwertung, bei der der hohe Brennwert von Altreifen als hocheffizienter Ersatzbrennstoff genutzt wird und fossile Energieträger wie Kohle ersetzt, setzt die Entsorgungsbranche zunehmend auf die stoffliche Verwertung. Durch die mechanische Zerkleinerung in Schreddern und Mahlanlagen werden Gummigranulat und Gummimehl gewonnen, die bspw. für Sportplätze, Kunstrasen oder im Straßenbau verwendet werden können. 

Noch mehr Möglichkeiten bietet das chemische Recycling: Durch die Erhitzung von Gummi unter Sauerstoffausschluss  lassen sich wertvolle Endprodukte wie Pyrolyseöl, brennbares Gas und Ruß (Carbon Black) gewinnen. Recycelter Ruß fließt bereits serienmäßig in die Produktion neuer Reifen ein, um ihnen Stabilität und Abriebfestigkeit zu verleihen. Das Pyrolyseöl wird zur Weiterverarbeitung in die chemische Industrie überführt.

Der gewonnene Rohstoff kann dabei nicht nur in die Reifenproduktion zurückfließen – aus ihm lassen sich auch Polymere herstellen, aus denen Alltagsgegenstände wie Verpackungen oder Textilfasern für Bekleidung entstehen. BASF und der französische Farbenhersteller Cromology erschließen Pyrolyseöl nun einen weiteren Anwendungsbereich. Es wird zur Herstellung des Acrylbindemittels Acronal Ccycled von BASF verwendet, das Cromology seinen Innenwandfarben beimischt. Das Bindemittel kommt bspw. in der neuen Innenwandfarbe Tollens Maxiline+ zum Einsatz, die seit März 2026 in Frankreich erhältlich ist. Bei einem 10-Liter-Gebinde der neuen Tollens-Farbe entspricht die eingesetzte Menge an Pyrolyseöl etwa der Menge, die aus zwei Altreifen gewonnen wird.

Im Rahmen des ChemCycling-Verfahrens von BASF wandeln Technologiepartner Altreifen mithilfe eines Recyclingverfahrens in Pyrolyseöl um. Dieses Öl wird anschließend wieder in die Produktionskette von BASF eingespeist und ersetzt dort fossile Ressourcen. Mithilfe eines durch Dritte zertifizierten Massenbilanzansatzes wird ausgewählten Produkten der Anteil an recycelten Rohstoffen aus der Verbundproduktion rechnerisch zugeordnet. Die daraus resultierenden Ccycled-Bindemittel sind unabhängig nach dem REDcert²-Standard zertifiziert und weisen dieselben Eigenschaften wie konventionell hergestellte Produkte auf. Sie bieten die gleiche Leistung und Qualität wie herkömmliche Bindemittel und ermöglichen eine nahtlose Integration in anspruchsvolle Anstrichfarben. 

„Unsere Acronal Ccycled-Bindemittel eignen sich hervorragend für hochwertige Innenwandfarben. Durch die Verwendung von Rohstoffen aus chemischem Recycling schonen wir fossile Ressourcen und ermöglichen es unseren Kunden, einen deutlich reduzierten CO2-Fußabdruck zu erreichen bei identischer Produktqualität“, erklärt Dr. Robert Heger, Vice President Architectural Coatings & Construction bei BASF.

(Autor: Paul Deder)

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