Montag, 22. Juni 2026

Aktionsplan gegen hohe Baukosten soll Wohnungsbau ankurbeln

Die Schaffung von ausreichend bezahlbarem Wohnraum zählt zu den zentralen Herausforderungen in Deutschland. Auf einer Investorenkonferenz in Frankfurt am Main brachten Bundesbauministerin Verena Hubertz und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil führende Akteure aus Politik, Immobilienwirtschaft und Finanzbranche zusammen. Ziel war es, privates und institutionelles Kapital stärker für den Wohnungsbau zu mobilisieren. Im Fokus stand dabei ein neuer Aktionsplan zur Senkung der Baukosten, der mit 13 Maßnahmen schnellere Verfahren, mehr Digitalisierung und bessere Investitionsanreize schaffen soll.

„Wenn wir im Wohnungsbau wirklich durchstarten wollen, müssen wir uns vom Ballast der zu hohen Baukosten befreien", sagt Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Verena Hubertz. "Und genau dazu dient der Aktionsplan zur Senkung der Baukosten mit insgesamt 13 verschiedenen Maßnahmen. Wir setzen dabei auf Digitalisierung mit der verbindlichen Einführung des digitalen Bauantrags bis 2028. Wir führen einen Planungstakt ein, der dafür sorgt, dass Planverfahren nicht mehr 15, sondern nur noch 2 Jahre dauern sowie ein Bonus-System für verkürzte Bauzeiten. Und wir wollen mit dem Aktionsplan auch neue finanzielle Anreize setzen: Ich setze mich für weitere steuerliche Erleichterungen ein, wie zum Beispiel die degressive Abschreibung zu verlängern."

Deutschland brauche laut Hubertz eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Ländern, Kommunen und Wirtschaft, da der Wohnungsmarkt langfristig gute Perspektiven für nachhaltige und rentable Investitionen biete. "Wir müssen sie nur anstoßen."

„Wir wollen ein Land sein, das baut und auf das man bauen kann", pflichtet Lars Klingbeil, Bundesminister der Finanzen, bei. "Wir wollen schneller bauen und günstiger bauen. Denn wir brauchen mehr bezahlbare Wohnungen überall im Land. Dafür bringen wir öffentliches und privates Kapital zusammen. Mit unseren Rekordinvestitionen setzen wir Impulse: In den sozialen Wohnraum und die Städtebauförderung investieren wir bis 2029 insgesamt 23,5 Mrd. Euro. Mit dem Deutschlandfonds hebeln wir privates Kapital. Auch das wird dem Wohnungsbau zugutekommen. Wir setzen auf vereinfachte Verfahren und weniger Bürokratie. Wir wollen außerdem, dass auch der Bund zukünftig Wohnungen in großem Stil bauen kann. Daher haben Bauministerin Verena Hubertz und ich die Gründung einer staatlichen Wohnungsbaugesellschaft vorgeschlagen.“

Die Baukosten in Deutschland sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und belasten private Bauherren, Investoren sowie die öffentliche Hand gleichermaßen. Sie zählen zu den zentralen Gründen für die unzureichende Bautätigkeit. Mit dem Aktionsplan legt das Bundesbauministerium ein Bündel kurz- und mittelfristig wirksamer sowie strukturell angelegter Maßnahmen vor. Ziel ist es, Kostentreiber systematisch zu adressieren, Effizienzpotenziale zu heben und Investitionen wieder attraktiver zu machen.

Der Aktionsplan umfasst insgesamt 13 Maßnahmen – von der Digitalisierung des Bauens über beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren und den Gebäudetyp E bis hin zu einem zentralen Förderprogramm für den Neubau sowie verbesserten steuerlichen Anreizen.

Weitere Informationen zum Aktionsplan unter: https://www.bmwsb.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/pm-kurzmeldung/aktionsplan-baukosten

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