Montag, 19. Januar 2026

Baugenehmigungen: Wohnungsbau zeigt positive Signale

Im November 2025 wurde in Deutschland der Bau von 20.100 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 12,5 % oder 2.200 Baugenehmigungen mehr als im November 2024. Dabei stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen im Neubau um 12,4 % oder 1.800 auf 16.300. Die Zahl genehmigter Wohnungen, die durch den Umbau bestehender Gebäude entstehen, stieg im November 2025 gegenüber dem Vorjahresmonat um 12,6 % oder 400 auf 3.800.

Im Zeitraum von Januar bis November 2025 wurde in Deutschland der Bau von 215.500 Wohnungen in neuen sowie bereits bestehenden Gebäuden genehmigt. Das waren 11,3 % oder 21.900 Wohnungen mehr als von Januar bis November 2024. 

In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden von Januar bis November 2025 insgesamt 175.200 Wohnungen genehmigt, das waren 13,9 % oder 21.400 Neubauwohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 17,0 % (+5.900) auf 40.700. Bei den Zweifamilienhäusern nahm die Zahl genehmigter Wohnungen um 1,6 % (-200) auf 11.500 ab. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 114.800 Neubauwohnungen. Das war einen Anstieg um 13,5 % (+13.700) gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahl der genehmigten Wohnungen in Wohnheimen stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 32,9 % (+2.000) auf 8.200 Wohnungen.

In neuen Nichtwohngebäuden wurden von Januar bis November 2025 insgesamt 3.500 Wohnungen (-15,7 %; -700) genehmigt. Hierunter fallen zum Beispiel Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden oder Wohnungen in Innenstadtlagen über Gewerbeflächen.

Als Umbaumaßnahme in bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden wurden von Januar bis November 2025 insgesamt 36.800 Wohnungen genehmigt, das waren 3,1 % oder 1.100 Wohnungen mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2024.

Der positive Trend auf dem Wohnungsmarkt ist ein erster Lichtblick. Allerdings ist die Branche noch weit entfernt von den Zahlen, die vor der Krise erreicht wurden: So wurden in den ersten elf Monaten des Jahres 2021 noch 341.000 Wohnungen genehmigt. Auch für Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, ist die leichte Verbesserung bei den Genehmigungszahlen kein Grund, sich darauf auszuruhen. Dies zeige der kürzlich vom ifo-Institut veröffentlichte Geschäftsklimaindex für den Wohnungsbau, nach dem die Unternehmen die aktuelle Lage nach wie vor schlecht einschätzen – und auch die Erwartungen für die kommenden Monate. "Die gestiegenen Baugenehmigungen schlagen sich also nicht in der Stimmung nieder. Viele Unternehmen warten noch immer auf eine nachhaltige Belebung“, sagt Müller.

Ein ähnliches Bild zeichnen auch die Unternehmen der Bauindustrie: „Im Rahmen einer aktuellen Konjunkturumfrage gab die Hälfte der Teilnehmer, die im Schwerpunkt Hochbau tätig sind, an, dass sie in den Jahren 2027 und 2028 mit einem positiven Effekt des bis 2030 befristeten Bau-Turbos auf den Wohnungsbau rechnen. 8 % erwarten nur langfristig einen Effekt. 38 % erwarten allerdings auch gar keinen spürbaren Effekt“, ergänzt Müller. „Zum Jahresstart muss die Politik deshalb einen starken Fokus auf die Bau-Branche legen. Und dies nicht nur mit Blick auf die vielen Unternehmen, sondern auch für die Menschen in unserem Land, für die der Wohnungsmangel leider noch zu oft bittere Realität ist.

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