Die Sanierung der Atlas-Gruppe hat einen entscheidenden Schritt nach vorn gemacht: Mit der kanadischen Buhler Versatile wurde eine wirtschaftliche Einigung über die Übernahme der operativen Gesellschaften erzielt. Der strategische Investor aus Nordamerika plant, den Geschäftsbetrieb fortzuführen und einen Großteil der Arbeitsplätze zu erhalten. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen und weiterer Vollzugsbedingungen eröffnet die Vereinbarung neue Perspektiven für die traditionsreiche Baumaschinenmarke ATLAS.
Damit ist ein wesentlicher Meilenstein im Sanierungsprozess der Atlas-Gruppe erreicht. Die Vereinbarung eröffnet klare Zukunftsperspektiven und sieht sowohl die Fortführung des laufenden Geschäftsbetriebs als auch die Übernahme eines erheblichen Teils der Beschäftigten vor. Über den Kaufpreis sowie weitere Einzelheiten der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart.
Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Behörden, insbesondere der Genehmigung nach dem Außenwirtschaftsgesetz. Eine weitere Vollzugsbedingung ist die Umsetzung einer im Detail noch zu verhandelnden Personalmaßnahme mit dem Ziel, möglichst sozialverträgliche Lösungen zu erreichen. Hierzu sollen zeitnah Gespräche mit dem Betriebsrat aufgenommen werden.
Buhler Versatile ist Teil der ASKO Group, einer weltweit tätigen, familiengeführten Industriegruppe mit mehr als 2.500 Beschäftigten und etablierten Aktivitäten in den Bereichen Land- und Baumaschinen in der Türkei, Kanada und den USA. Das Unternehmen ist ein strategischer Investor mit ausgeprägtem industriellem Hintergrund. Aus Sicht der Gruppe ergeben sich wesentliche Synergien insbesondere im Produktportfolio: Atlas ergänzt die bestehenden Aktivitäten um etablierte Maschinenkompetenz, eine starke Marke sowie gewachsene Händler- und Kundenstrukturen. Gleichzeitig stärkt Buhler Versatile mit der angestrebten Übernahme seine Präsenz in Europa. Durch die Einbindung in eine breit aufgestellte industrielle Plattform unter dem Dach der ASKO Group ergeben sich für Atlas gute Voraussetzungen, die vorhandenen Marktchancen erfolgreich zu nutzen.
Atlas zählt zu den bekannten deutschen Herstellern von Baumaschinen. Die Unternehmensgruppe mit Sitz in Ganderkesee bei Delmenhorst hatte im Februar 2026 eine Sanierung in Eigenverwaltung eingeleitet. Zur Unterstützung der Geschäftsführung wurden die Sanierungsexperten Dr. Malte Köster und Dr. Hans-Joachim Berner von der Kanzlei Kösterberner Sanierungsrecht als Generalbevollmächtigte eingesetzt. Rechtsanwalt Hendrik Gittermann von der Kanzlei Reimer wurde vom Amtsgericht zum vorläufigen Sachwalter bestellt.
Der Geschäftsbetrieb wurde seitdem uneingeschränkt fortgeführt. Parallel dazu startete ein strukturierter internationaler Investorenprozess, der mit der nun erzielten wirtschaftlichen Einigung erfolgreich vorangetrieben werden konnte. Begleitet wurde der Investorenprozess von PwC unter der Federführung von Timo Klees und Julius Karp.
Wichtig: Die Atlas Weyhausen GmbH und die Marke Weycor aus Wildeshausen sind nicht von der Insolvenz betroffen. Trotz gemeinsamer Wurzeln ist die Radladersparte bereits seit Langem rechtlich, wirtschaftlich und organisatorisch eigenständig.
Produktion, Geschäftsbetrieb, Service und Vertrieb laufen uneingeschränkt weiter. Aus dem Unternehmen heißt es, man stehe stabil da und blicke zuversichtlich in die Zukunft.
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