Dienstag, 29. Juli 2025

VHV-Bauschadenbericht 2024/25 erschienen

„Zukunftsfähige Infrastruktur“ ist das Fokusthema des sechsten Bandes der erfolgreichen Bauschadenbericht-Reihe. Auf knapp 400 Seiten sind neben den aktuellen Schadendaten und -fakten eine Vielzahl von Innovationen, Erkenntnissen, Entwicklungen und Trends rund um das Thema Schadenprävention in Tiefbau und Infrastruktur gebündelt. Neben den Ergebnissen der IFB-Bauforscher teilen zahlreiche namhafte Experten aus Wissenschaft, Forschung, Politik und Praxis ihr Wissen zu schaden- und mangelfreiem Planen und Bauen sowie zu den Anforderungen einer zukunftsfähigen Infrastruktur.

Die zweijährliche Analyse der Schadendaten zeigt im Zusammenhang mit der Einordnung in die Planungs- und Baupraxis unverändert deutliches Potenzial zur Verbesserung der Bauqualität. Das spiegelt sich insbesondere in der Entwicklung der Schadenkosten sowie im Anstieg der gemeldeten Schadenzahlen wider. Ein Trend setzt sich fort: Leitungsschäden durch Bagger sind weiterhin die häufigste Schadenart – betroffen sind dabei hauptsächlich Kommunikationsleitungen.

Die Analysen basieren auf umfassenden Datenauswertungen gemeldeter Versicherungsschäden der VHV-Versicherungen aus dem Bereich der Berufs- und Betriebshaftpflichtversicherungen. Dafür haben die IFB-Bauforscher mehr als 27.000 anonymisierte Datensätze aus den Jahren 2019 bis 2023 ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen die Entwicklung der Bauschadenzahlen, des Schadenaufwands (der Kosten) im Rahmen des Regulierungsprozesses, der Schadenarten und -ursachen. 

Häufigste Schadenart: Baggerschäden an Kommunikationsleitungen 

Mehr als 85 % aller Schäden sind Leitungsschäden, davon entfallen fast 60 % auf Kommunikationsleitungen, etwa Glasfaserkabel – letzteres vor allem bedingt durch die Vielzahl an Arbeiten in diesem Bereich. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass hauptsächlich mangelhafte Arbeitssorgfalt bei parallel steigenden (technischen) Anforderungen an Tiefbauarbeiten sowie unzureichende Kontrollen während und nach der Fertigstellung von Bauleistungen ursächlich für Mängel und Schäden sind. Der Bericht stellt Entwicklungen und Innovationen für den Planungs- und Bauprozess vor, die helfen können, künftig Schäden zu vermeiden. Hierzu zählen auch Aus- und Weiterbildungsstrategien sowie innovative Produkt- und Strategieentwicklungen.

Zukunft der Infrastruktur 

Die Zukunftsfähigkeit der öffentlichen Infrastruktur – insbesondere die dauerhafte Funktions- und Leistungsfähigkeit der kritischen Infrastruktur – beruht auf Faktoren wie Sicherheit, Resilienz, Dauerhaftigkeit, Ressourcenschutz, Nachhaltigkeit, Transformation und Digitalisierung. Eine große Herausforderung für die gesamte Gesellschaft. Wie dies bundesweit, in Nachbarländern oder beispielsweise in China bereits in den unterschiedlichsten Teilbereichen gelingt bzw. wie Entwicklungen in Richtung Zukunft und Zukunftsfähigkeit voranschreiten, zeigt ein breiter Querschnitt von Beiträgen – etwa zu Themen wie Material- und Leitungstiefbau, Verkehrsbauwerken, Entwicklung von Quartieren und Städten, zur digitalen und nachhaltigen Zukunft von Infrastruktur und zur aktuellen Bauforschung. Hier wird Wissen geteilt, das konkret in der täglichen Planungs- und Baupraxis Anwendung finden und zur kontinuierlichen Verbesserung der Bauqualität beitragen kann.

Das Buch ist wie gewohnt in drei Teile gegliedert: Im ersten Teil liegt der Fokus auf dem Status des Planens und Bauens. Es geht unter anderem um den sinnvollen Einsatz des Sondervermögens für die Infrastruktur, Konzepte zum Erreichen der Klimaschutzziele im Bau, Aktuelles zum (Tiefbau-)Recht sowie um Versicherungslösungen für steigende Risiken durch Naturgefahren. Der zweite Teil enthält die Ergebnisse der wissenschaftlichen Analysen – nachvollziehbar aufbereitet und in aussagekräftigen Grafiken zusammengefasst – sowie Schadenbeispiele, die konkrete Hilfestellung für die Praxis geben. Die Darstellung nach dem Prinzip „Was ist passiert? Wie kam es dazu? Was wurde unternommen? Wer ist verantwortlich? Wie geht es richtig?“ hat sich bewährt. Im dritten Teil werden Innovationen vorgestellt, die Wege aufzeigen, Infrastrukturen fit für die Zukunft zu machen. Schwerpunkte sind hier die Transformation der Infrastruktur, die Verbesserung von Sicherheit und Nachhaltigkeit sowie revolutionäre Neuerungen wie 3D-Vermessung, Ausblicke auf die Baustelle der Zukunft und der sinnvolle Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Bausektor. 

Fazit und Ausblick

Die Entwicklung der Schadenkosten und der Anstieg der gemeldeten Schadenzahlen offenbaren ein deutliches Potenzial zur Verbesserung der Bauqualität. Dafür ist die Analyse zur Schadenentstehung von größter Bedeutung. Die Erkenntnisse der IFB-Bauforscher: Schäden und Mängel entstehen vor allem durch mangelhafte Arbeitssorgfalt und unzureichende Kontrollen. Häufig liegen die Fehlerquellen aber auch in Planung, Bauvorbereitung und Bauprozess – etwa durch fehlende Information, unterbrochene Kommunikation, unklare Verantwortlichkeiten, fehlende Fachkompetenz sowie Zeit- und Kostendruck. Hier müssen Präventionsmaßnahmen und -strategien ansetzen.

Vor dem Hintergrund der politischen Zielsetzung, 500 Mrd. Euro in Instandsetzung und Ausbau der Infrastruktur zu investieren, steigen die Anforderungen an die Branche weiter – in Bezug auf Menge, Zeit und Komplexität. In thematisch breitgefächerten Beiträgen namhafter Experten beleuchtet der VHV-Bauschadenbericht, wie diese Aufgabe erfolgreich geplant und umgesetzt werden kann.

Der Bauschadenbericht steht als E-Book hier kostenlos zum Download bereit.

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