Dienstag, 10. Februar 2026

Atlas GmbH beantragt Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung

Die Atlas GmbH mit Sitz in Ganderkesee hat beim Amtsgericht Delmenhorst ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, um die laufende Restrukturierung unter dem Schutz des Sanierungsrechts fortzusetzen. Der bekannte Hersteller von Baggern und Ladekranen reagiert damit auf das anhaltend schwierige Marktumfeld in der Baumaschinenbranche, während Geschäftsbetrieb, Produktion und Ersatzteilservice planmäßig weiterlaufen.

Das Insolvenzgericht hat mit Beschluss vom 6. Februar 2026 die vorläufige Eigenverwaltung für die Atlas GmbH angeordnet. Für weitere Gesellschaften der Atlas-Gruppe – Atlas Spare Parts GmbH, Atlas FF GmbH & Co. KG, Atlas Group Services GmbH und Atlas Kompakt GmbH – wurden ebenfalls Anträge auf Eigenverwaltung gestellt.

Geschäftsführung bleibt im Amt

Ein Eigenverwaltungsverfahren wird vom Insolvenzgericht nur angeordnet, wenn nach einer besonders sorgfältigen Prüfung belastbare Sanierungsaussichten bestehen und die Fortführung des Unternehmens für die Dauer des Verfahrens finanziell abgesichert ist. Die Geschäftsführung bleibt im Amt und steuert die Restrukturierung weiterhin selbst. Das Verfahren wird durch einen gerichtlich bestellten Sachwalter überwacht.

Zur Unterstützung der Geschäftsführung wurden die Sanierungsexperten Dr. Malte Köster und Dr. Hans-Joachim Berner (Kanzlei KÖSTERBERNER Sanierungsrecht) als Generalbevollmächtigte eingesetzt. Der Rechtsanwalt Hendrik Gittermann (Kanzlei REIMER) wurde vom Amtsgericht zum vorläufigen Sachwalter bestellt.

Atlas ist ein seit 1919 bestehendes Traditionsunternehmen und zählt zu den bekannten deutschen Herstellern von Baumaschinen. Das Unternehmen ist insbesondere für Mobil- und Raupenbagger sowie Ladekrane bekannt. Die betroffenen Atlas-Gesellschaften beschäftigen rund 400 Mitarbeiter. Der Umsatz lag zuletzt bei rund 150 Mio. Euro.

Rückläufige Auftragseingänge führten zu Liquiditätsengpässen

Hintergrund des Verfahrens ist eine seit längerem andauernde, branchenweite Marktschwäche in der Baumaschinen- und Bauwirtschaft, die zu deutlich rückläufigen Auftragseingängen und einer geringeren Auslastung geführt hat. Hinzu treten strukturelle Belastungen, die eine nachhaltige Stabilisierung außerhalb eines Eigenverwaltungsverfahrens erheblich erschweren.

Atlas hatte bereits vor Antragstellung umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet und wurde hierbei auch durch Liquiditätsbeiträge der Gesellschafter unterstützt. Trotz dieser Anstrengungen konnten Liquiditätsengpässe letztlich nicht vollständig vermieden werden. Das Eigenverwaltungsverfahren bietet nun den erforderlichen rechtlichen Rahmen, um die bereits begonnene Restrukturierung konsequent umzusetzen und das Unternehmen nachhaltig zu stabilisieren.

Die Beschäftigten wurden über die nächsten Schritte informiert. Die Löhne und Gehälter sind über das Insolvenzgeld bis einschließlich April 2026 gesichert.

"Geschäftsbetrieb läuft weiter"

Dr. Malte Köster, Generalbevollmächtigter, erklärte: „Atlas ist operativ leistungsfähig und verfügt über eine starke Marke. Das Eigenverwaltungsverfahren schafft jetzt den rechtlichen Rahmen, um die Restrukturierung konsequent umzusetzen und das Unternehmen nachhaltig zu stabilisieren. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit allen Beteiligten tragfähige Perspektiven zu entwickeln.“

Dr. Hans-Joachim Berner, Generalbevollmächtigter, ergänzte: „Wichtig ist: Der Geschäftsbetrieb läuft weiter. Atlas verfügt über hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie eine in der Branche anerkannte Produktqualität. Im Verfahren werden wir die Möglichkeiten des Sanierungsrechts nutzen, um zukunftsfähige Strukturen zu schaffen.“

Parallel zur Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen wird in den kommenden Tagen ein strukturierter internationaler Investorenprozess eingeleitet, um zusätzliche Optionen für eine nachhaltige Fortführung zu eröffnen.

Wichtig: Die Atlas Weyhausen GmbH und die Marke Weycor aus Wildeshausen sind nicht von der Insolvenz betroffen. Trotz gemeinsamer Wurzeln ist die Radladersparte bereits seit Langem rechtlich, wirtschaftlich und organisatorisch eigenständig.
Produktion, Geschäftsbetrieb, Service und Vertrieb laufen uneingeschränkt weiter. Aus dem Unternehmen heißt es, man stehe stabil da und blicke zuversichtlich in die Zukunft.

Weitere Informationen: 

atlasgmbh.com

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