Die Baukonjunktur zeigt zur Jahresmitte 2025 ein gemischtes Bild: Während die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe insgesamt deutlich gestiegen sind, drücken vor allem die schwachen Ergebnisse im Straßenbau auf die Stimmung der Branche. Besonders der Wohnungsbau legt zwar wieder zu, bleibt jedoch weit unter früherem Niveau.
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stieg der reale, kalenderbereinigte Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im Juni 2025 im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2024 um 2,9 % (nominal: +4,2 %). Dabei nahm der Auftragseingang im Hochbau um 8,0 % zu und im Tiefbau um 1,4 % ab.
Im 1. Halbjahr 2025 stieg der Auftragseingang real um 7,3 % und nominal um 9,4 %. Dabei verzeichneten beide Bauarten Steigerungen: Der Hochbau stieg innerhalb der ersten sechs Monate 2025 um 5,6 %, der Tiefbau um 8,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
„Die Halbjahresbilanz für das gesamte Bauhauptgewerbe fällt besser aus als von uns ursprünglich erwartet. Insgesamt haben Aufträge und Umsätze in den ersten sechs Monaten zugelegt. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass der Anstieg auf niedrigem Niveau erfolgt und beim Umsatz sogar nach vier Jahren im realen Minus – somit gibt es leider noch keinen Grund zum Jubeln, insbesondere da der Straßenbau regelrecht eingebrochen ist. Hier macht sich die Hängepartie des zweiten Quartals bemerkbar. Der Turnaround der bundeseigenen Autobahn GmbH, den Ausschreibungsstopp aufzuheben und die fehlenden Mittel doch zu bewilligen, ist erfreulich, wird sich aber erst im Laufe des zweiten Halbjahres positiv in der Bautätigkeit und somit in den Zahlen auswirken. Dies ist zumindest zu hoffen.“ Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer der Bauindustrie, Tim-Oliver Müller, die kürzlich veröffentlichten Konjunkturindikatoren für den Bau.
Auch für den Wohnungsbau werde für das erste Halbjahr ein deutliches reales Orderplus von 9,5 % gemeldet. Das Volumen läge damit aber immer noch um 31 % unter dem Niveau von 2021. Angesichts der niedrigen Baugenehmigungszahlen sei dies auch kein Wunder. Für den Straßenbau werde hingegen ein reales Orderminus von 5,2 % ausgewiesen (Juni: -13,7 %).
Müller: „Wir hoffen auf eine Belebung im zweiten Halbjahr. Ansonsten wird dieses Jahr für die Straßenbauer ein verlorenes Jahr. Wir können es in Richtung Politik nur immer wieder betonen: Personelle Kapazitäten können nicht unendlich lange vorgehalten werden.“ So hätten die Straßenbauer ihre Belegschaft in den ersten fünf Monaten* bisher lediglich gehalten, andere Wirtschaftszweige des Bauhauptgewerbes hätten ihr Personal hingegen um bis zu 3,4 % aufgestockt, lediglich der Wirtschaftszweig „Bau von Gebäuden“ müsse einen Rückgang von 2,5 % verkraften.
Für den baugewerblichen Umsatz im gesamten Bauhauptgewerbe sei im Juni zum Vorjahresmonat ein reales Minus von 0,5 % gemeldet worden. Für das erste Halbjahr ergebe sich aber immer noch ein Anstieg von real 2,2 %. Für den Wohnungsbau und für den Straßenbau werde aber nach wie vor ein realer Rückgang (-4,2 % bzw. -3,7 %) ausgewiesen, für den Wirtschaftstiefbau hingegen – dank der guten Auftragslage bei der Bahn – ein deutliches Plus (nominal: +11,4 %).
