Die Tarifverhandlungen 2026 für rund 15.000 Beschäftigte der Autobahn GmbH des Bundes sind nach der ersten Verhandlungsrunde mit ver.di, dbb beamtenbund und tarifunion ohne Fortschritt geendet. Während die Autobahn GmbH eigenen Angaben zufolge ein innovatives Paket mit Kinderzulage und Krankenzusatzversicherung vorstellte, kritisiert ver.di das Ausbleiben eines konkreten Entgeltsangebots und ruft zur Mobilisierung gegen die Arbeitgeberin auf. Die Tarifverträge laufen zum 31. Dezember 2025 aus; Streikdrohungen von ver.di zeichnen sich ab.
Die Autobahn GmbH bedauert die vorzeitige Beendigung der Gespräche, bevor ihr Angebot inhaltlich diskutiert werden konnte. „Wir haben die Verhandlungen mit dem klaren Ziel begonnen, im Rahmen eines konstruktiven Dialogs gemeinsame Lösungen zu finden und die Leistung der Beschäftigten anzuerkennen, während wir gleichzeitig unserer Verantwortung als bundeseigenes Unternehmen gerecht werden“, erklärt Sebastian Mohr, Geschäftsführer Personal und Arbeitsdirektor. Das Paket umfasst lebensphasenorientierte Maßnahmen wie eine Kinderzulage, Pauschalierung von Zulagen im Betriebsdienst sowie eine Krankenzusatzversicherung – als Würdigung der Arbeit für die Sicherheit des Autobahnnetzes.
Ver.di fordert Druckaufbau
Die ver.di-Tarifkommission hingegen ist „ernüchtert“ und betont: „Es gab kein Angebot.“ Die Gewerkschaft wirft der Arbeitgeberin vor, die Forderung nach 7 % Mehrlohn, einem 300-Euro-Sockelbetrag für alle und die Beibehaltung der Entgeltkopplung an den TVÖD kategorisch abgelehnt zu haben. „Jetzt heißt es für euch Farbe bekennen!“, heißt es in der ver.di-Mitteilung an die Belegschaft. Ver.di ruft zu betrieblichen Aktionen und möglichen Streiks auf: „Ein Angebot bekommt ihr nur, wenn ihr jetzt echten Druck aufbaut!“ Die Tarifbotschafter vor Ort mobilisieren Mitglieder.
Nächste Schritte offen
Beide Seiten bewerben ihre Positionen um Unterstützung in der Belegschaft und betonen Verantwortung gegenüber Mitarbeitern und Steuerzahlern. Eine zweite Verhandlungsrunde steht noch nicht fest.
