Dienstag, 2. Dezember 2025

Baufreigabe für bundesweite Infrastrukturprojekte

Mit einem symbolischen Startsignal in Berlin läutet Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder eine neue Ausbauphase der deutschen Fernstraßen-Infrastruktur ein: 23 Neubauprojekte an Bundesstraßen und Autobahnen können nun in die Umsetzung gehen – ein Milliardenpaket für Verkehrsfluss, Sicherheit und Modernisierung. Entsprechende Freigabeschreiben übergab er persönlich an seine Länder-Kollegen. Das Signal aus Berlin: Nach Jahren der Planung rückt die praktische Umsetzung in den Fokus.

Rückblickend erinnert das Ministerium daran, dass sich der Koalitionsausschuss am 08./09. Oktober darauf verständigt hatte, zusätzliche Finanzmittel im Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz bereitzustellen – konkret 3 Mrd. Euro für die Jahre 2026 bis 2029, zweckgebunden für Erhalt und Modernisierung von Brücken und Tunneln im Bundesfernstraßennetz.

Minister Schnieder sprach bei der Übergabe von einem „starken Zeichen für unser Land und vor allem für unser wichtiges Netz der Bundesfernstraßen“. Man sende die Botschaft, dass neben der Erhaltung des Bestands auch der gezielte Ausbau entscheidend sei. „Alles, was baureif ist, wird gebaut – diesen Beschluss aus dem Koalitionsausschuss können wir durch die zusätzlichen Mittel für die nun vorliegenden Projekte entschlossen und zügig umsetzen“, erklärte er. Mit der Freigabe würden nun nicht nur laufende Vorhaben ohne Unterbrechung fortgesetzt, sondern auch neue Projekte gestartet, die inzwischen die nötige Baureife erreicht hätten. Das bedeute, so Schnieder weiter: „Die Länder und die Autobahn GmbH des Bundes können jetzt die Ausschreibungen planen und einleiten – und dann mit dem Bau beginnen.“

Insgesamt liegen 23 baureife Neubauvorhaben vor – 16 an Bundesstraßen, 7 im Bereich der Autobahn GmbH. Die Investitionen des Bundes dafür umfassen rund 710 Mio. Euro bei den Bundesstraßen sowie weitere 3,6 Mrd. Euro in den Ausbau von Bundesautobahnen. Profiteure sind insbesondere die Verkehrsstrukturen auf dem deutschen Fernstraßennetz, über das mehr als die Hälfte des Straßenverkehrs im Land läuft.

Die Baufreigaben erstrecken sich über 12 Bundesländer und betreffen Projekte in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen:

  • Baden-Württemberg:A8 –ASMühlhausen – Hohenstadt (Albauf- und -abstieg)
  • Bayern:B11 – Verlegung bei Schweinhütt
  • Bayern:B25 – Ortsumgehung Dinkelsbühl
  • Bayern:B173 – Johannisthal – Kronach
  • Bayern:B299 – Ortsumgehung Waldsassen / Kondrau
  • Bayern:B303 – Verlegung Sonnefeld – Johannisthal, 3. Bauabschnitt
  • Bayern:A3 –AKDeggendorf –ASHengersberg
  • Brandenburg:B112 – Ortsumgehung Frankfurt (Oder), 3. Bauabschnitt
  • Hessen:B44 – Groß-Gerau / Dornheim
  • Hessen:B49 – Ortsumgehung Reiskirchen und Ortsumgehung Lindenstruth
  • Hessen:B275 – Ortsumgehung Idstein / Eschenhahn
  • Mecklenburg-Vorpommern:B110 – Ortsumgehung Dargun
  • Niedersachsen:A20 – Westerstede (A28) – Jaderberg (A29)
  • Nordrhein-Westfalen:B64 – Höxter / Godelheim – Höxter einschließlich AnschlussB83
  • Nordrhein-Westfalen:B83 – Beverungen / Wehrden – Höxter / Gondelheim
  • Nordrhein-Westfalen:A43 –ASBochum-Gerthe –ASBochum-Riemke
  • Nordrhein-Westfalen:A57 –ASKrefeld-Oppum –ASKrefeld-Gartenstadt
  • Rheinland-Pfalz:B50 – „Zolleiche“ – Kreisgrenze Bernkastel-Wittlich / Rhein-Hunsrück-Kreis
  • Rheinland-Pfalz:A1 – Kelberg – Adenau
  • Sachsen:B169 – Salbitz –B6, 3. Bauabschnitt
  • Sachsen-Anhalt:B188 – Ortsumgehung Miesterhorst
  • Schleswig-Holstein:A20 - Wittenborn (B206) – Weede
  • Thüringen:B4 – Sundhäuser Berge

Zugleich weist das Verkehrsministerium darauf hin, dass auch laufende Großprojekte in Nord- und Westdeutschland nun ohne zeitliche Lücke weitergebaut werden können: Dazu gehören der A44-Abschnitt zwischen Ratingen-Ost und Heiligenhaus in Nordrhein-Westfalen sowie zwei Teilstrecken der A14 in Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

"Kontinuität statt Kurzstrecken-Schlagzeilen"

Wir kommen langsam wieder in die Spur“, sagt Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, mit Blick auf die jüngste Baufreigabe. Der Bundesverkehrsminister setze damit „ein wichtiges Zeichen für unseren bauindustriellen Mittelstand“, der mehr als ein Jahr lang ausgebremst worden sei, während Diskussionen über Haushaltsregeln, Sondervermögen und Zuständigkeiten im Kreis liefen, so Müller weiter.

Nun müsse sich die Bundesregierung an ihrem Versprechen messen lassen, alle baureifen Projekte konsequent während der gesamten Legislaturperiode zu realisieren. Laut Müller sei dies entscheidend – sowohl für die Bauunternehmen, die trotz Auftragsflaute Personal und Kapazitäten vorhalten, als auch für den Wirtschaftsstandort Deutschland, der nicht zusätzlich durch eine unzureichende Infrastruktur belastet werden dürfe. "Wenn der Minister heute den Startknopf drückt, erwarten wir Kontinuität statt Kurzstrecken-Schlagzeilen. Deutschlands Infrastruktur gewinnt ihre Stärke nicht in der politischen Ankündigung, sondern auf der Baustelle durch Tempo, Innovation und Effizienz. Dafür stehen die Bauindustrie und ihre mittelständischen Unternehmen. Heute ist dafür ein guter Tag, denn wir machen endlich den Anfang", sagt Müller.

Weitere Informationien: 

www.bmv.de

Weitere Artikel:

02. Juni 2026
ACO
Green City Family wächst: ACO integriert Enregis
ACO
Am 31. Mai 2026 haben sich die Enregis Climate Group und die ACO Gruppe zusammengeschlossen und bündeln ihre Kompetenzen im nachhaltigen Regenwassermanagement. Im Fokus der Partnerschaft steht die Weiterentwicklung ganzheitlicher Lösungen für die Schwammstadt und klimaresiliente urbane Räume. Gemeinsam entsteht innerhalb der „Green City Family“ ein starker Anbieter für integrierte, zukunftsfähige Stadtentwässerungs- und Begrünungskonzepte.
03. Juni 2026
Bauabfälle
Deutlicher Rückgang bei Bau- und Abbruchabfällen
Bauabfälle
Im Jahr 2024 ist das Abfallaufkommen in Deutschland deutlich gesunken – ein Rückgang, der vor allem auf die Entwicklung im Bausektor zurückzuführen ist. Bau- und Abbruchabfälle, die mit Abstand den größten Anteil am gesamten Abfallaufkommen ausmachen, gingen besonders stark zurück und prägen damit maßgeblich die Gesamtbilanz. Insgesamt fielen 362,7 Mio. t Abfälle an, 4,6 % weniger als im Vorjahr.
02. Juni 2026
Antragstopp
Antragsstopp für Förderprogramm „Energetische Stadtsanierung“
Antragstopp
Für das Förderprogramm „Energetische Stadtsanierung“ (KfW 432) können vorerst keine neuen Anträge mehr gestellt werden. Wie das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen mitteilt, sind die für Neuzusagen verfügbaren Bundesmittel aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage ausgeschöpft. Bereits eingegangene Anträge werden weiter bearbeitet, bestehende Förderzusagen bleiben von dem Antragsstopp unberührt.
01. Juni 2026
Wärmeplanung
Regierung reformiert Wärmeplanung für Kommunen
Wärmeplanung
Die Bundesregierung will die kommunale Wärmeplanung insbesondere für kleinere Städte und Gemeinden vereinfachen. Das Bundeskabinett hat dazu eine Novelle des Wärmeplanungsgesetzes beschlossen, die für Kommunen mit bis zu 15.000 Einwohnern ein vereinfachtes Verfahren einführt. Ziel ist es, den administrativen Aufwand zu reduzieren und die Erstellung von Wärmeplänen zu beschleunigen. Darüber hinaus enthält der Gesetzentwurf Regelungen zur Digitalisierung der Wärmeplanung, zur Umsetzung europäischer Vorgaben sowie zur stärkeren Verzahnung von Wärme- und Kälteplanung.
30. Mai 2026
Insolvenz
Unternehmensinsolvenzen im Februar leicht rückläufig
Insolvenz
Im Februar 2026 haben die deutschen Amtsgerichte nach vorläufigen Ergebnissen 2.053 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 0,7 % weniger als im Vorjahresmonat. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen.
27. Mai 2026
Baustelle
Weniger Aufträge im Bauhauptgewerbe zum Quartalsende
Baustelle
Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist im März 2026 gegenüber Februar 2026 kalender- und saisonbereinigt um 1,6 % gefallen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, nahm der Auftragseingang im März 2026 im Vormonatsvergleich im Hochbau um 9,2 % zu und im Tiefbau um 10,7 % ab. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war der kalender- und saisonbereinigte Auftragseingang von Januar 2026 bis März 2026 um 1,6 % niedriger als in den drei Monaten zuvor (Hochbau: -2,4 %; Tiefbau: -0,9 %).
21. Mai 2026
Stihl
Stihl erreicht 2025 nahezu Rekordumsatz
Stihl
Die Stihl-Gruppe hat sich im Geschäftsjahr 2025 in einem herausfordernden Marktumfeld stabil behauptet und ihren Umsatz auf 5,48 Mrd. Euro gesteigert - ein Plus von 2,8 % gegenüber 2024 (5,33 Mrd. Euro). Trotz konjunktureller Schwächen, negativer Wechselkurseffekte und handelspolitischer Unsicherheiten erreichte das Unternehmen damit nahezu das Rekordniveau von 2022. Wachstumstreiber waren vor allem internationale Märkte sowie das dynamisch wachsende Akku-Segment. Gleichzeitig investiert Stihl-konsequent in Technologie, Produktion und globale Strukturen, um seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.
20. Mai 2026
Weycor
Weycor liefert Radlader für internationale Hilfseinsätze
Weycor
Die Radlader vom Typ Weycor AR660 stehen vor ihrem internationalen Einsatz in Projekten der Vereinten Nationen. Sie werden künftig vor allem bei Infrastrukturmaßnahmen sowie bei Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten in Krisengebieten eingesetzt. Mit ihrer robusten, speziell angepassten Technik sind sie für anspruchsvolle Bedingungen und zuverlässige Einsätze unter extremen Rahmenbedingungen ausgelegt.
20. Mai 2026
Nevaris
Nevaris und Partner gewinnen BIM Champion 2026
Nevaris
Das Projektteam um Ucaneo, B.I.G. Holding, Vollack und Nevaris ist mit dem BIM Champion 2026 in der Kategorie „Von der Planung bis in den nachhaltigen Betrieb“ ausgezeichnet worden. Prämiert wurde ein Ansatz, der Baukosten und ökologische Ziele mithilfe von Target Value Design konsequent in einem durchgängigen BIM-Prozess zusammenführt. Damit setzt das Berliner Projekt neue Maßstäbe für die integrierte, datenbasierte Steuerung von Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit im Bauwesen.