Die wirtschaftliche Lage in Deutschland blieb auch im Jahr 2025 insgesamt angespannt. Davon betroffen waren auch die im bbi - Bundesverband der Baumaschinen-, Baugeräte- und Industriemaschinen-Firmen vertretenen Branchen: der Baumaschinenhandel und die -vermietung, der Flurförderzeughandel und die -vermietung sowie die Arbeitsbühnenvermietung. Sie sind eng mit der Entwicklung von Bauwirtschaft, Industrie und Logistik verknüpft – entsprechend unterschiedlich stellte sich die wirtschaftliche Entwicklung in den einzelnen Segmenten dar. Während einige Bereiche 2025 wieder leicht wachsen konnten, standen andere weiterhin unter spürbarem Druck. Für 2026 überwiegt vorsichtiger Optimismus.
Die Unternehmen der Branche sehen sich derzeit mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Besonders spürbar ist eine deutlich steigende Kostenbelastung. Hohe Energiepreise, steigende Personalkosten, zunehmende Maut- und Logistikkosten, CO₂-Abgaben sowie gestiegene Finanzierungskosten setzen viele Betriebe unter erheblichen wirtschaftlichen Druck. Gleichzeitig verschärfen intensiver Wettbewerb und sinkende Margen die Situation zusätzlich.
Parallel stehen die Unternehmen vor umfassenden Transformationsaufgaben. Die Elektrifizierung von Maschinenflotten, Investitionen in klimafreundliche Technologien sowie der Ausbau digitaler Prozesse erfordern erhebliche Mittel und langfristige Planungssicherheit. Nachhaltigkeit und Digitalisierung bieten zwar große Chancen – etwa effizientere Prozesse und neue Geschäftsmodelle – erhöhen kurzfristig jedoch den Investitionsbedarf erheblich.
Vor diesem Hintergrund bleibt aus Sicht der Branchenunternehmen die Schaffung verlässlicher, investitions- und wachstumsfreundlicher Rahmenbedingungen eine zentrale Voraussetzung für eine nachhaltige Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. In Gesprächen des bbi mit Branchenunternehmen zu Jahresbeginn berichteten viele Unternehmerinnen und Unternehmer von einer weiterhin schwachen wirtschaftlichen Stimmung im Inland. Zurückhaltung bei Investitionen und allgemeine Unsicherheit bremsen vielerorts die Dynamik.
Gleichzeitig gibt es erste Signale, die Anlass zu vorsichtigem Optimismus geben. Dazu zählen die Erwartung, dass sich der Sanierungsstau bei der Infrastruktur teilweise auflösen könnte, sowie erste Anzeichen einer Stabilisierung im Hochbau. Auch das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität könnte zusätzliche Investitionen auslösen, sofern die bereitgestellten Mittel schnell und zielgerichtet eingesetzt werden.
Baumaschinenhandel und -vermietung
Nach deutlichen Umsatzrückgängen in den beiden Vorjahren konnten Händler und Vermieter von Baumaschinen und Baugeräten im Jahr 2025 wieder ein nominales Umsatzplus von durchschnittlich 3,5 % erzielen. Dies ergab eine Branchenbefragung des bbi zu Beginn des Jahres 2026. Auch das Neumaschinengeschäft entwickelte sich wieder leicht positiv.
Der Technische Service verzeichnete dagegen nur ein vergleichsweise geringes nominales Wachstum. Trotz guter Auftragslage begrenzt insbesondere die begrenzte Verfügbarkeit qualifizierter Mechatroniker das Wachstumspotenzial vieler Unternehmen. Die nominalen Umsätze in der Baumaschinen- und Baugerätevermietung stiegen 2025 um rund 2,5 %.
Für das Jahr 2026 erwarten die Unternehmen ein weiteres Wachstum der nominalen Umsätze um durchschnittlich etwa 3 %. Leicht überdurchschnittlich fallen die Erwartungen für die Vermietung aus, für die ein Plus von rund 4 % prognostiziert wird. Auch der Neumaschinenverkauf soll mit etwa +4 % wieder stärker zulegen.
Flurförderzeughandel und -vermietung
Die Händler und Vermieter von Flurförderzeugen mussten 2025 dagegen das zweite Jahr in Folge Umsatzrückgänge hinnehmen. Nach einem Minus von 0,5 % im Jahr 2024 sank der Branchenumsatz 2025 nominal um 4,5 %. Besonders stark betroffen war erneut das Neumaschinengeschäft. Auch das Geschäft mit Ersatzteilen und die Vermietung entwickelten sich rückläufig. Positiv entwickelte sich dagegen der Technische Service.
Für das Jahr 2026 erwarten die Unternehmen trotz weiterhin schwieriger gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen eine spürbare Erholung. Insgesamt wird ein nominales Umsatzwachstum von durchschnittlich etwa 4 % prognostiziert. Für das Neumaschinengeschäft wird sogar ein Plus von rund 6 % erwartet.
Arbeitsbühnenvermietung
Die Arbeitsbühnenbranche zeigte sich auch 2025 vergleichsweise stabil. Im dritten Jahr in Folge konnte ein nominales Umsatzwachstum von etwa 1,5 % erzielt werden. Während einzelne Geräteklassen – etwa Lkw-Arbeitsbühnen – deutlicher zulegten, verzeichneten andere Segmente leichte Rückgänge, darunter Teleskop- und Gelenk-Teleskop-Arbeitsbühnen.
Für das Jahr 2026 erwarten die Unternehmen erneut lediglich ein moderates Umsatzplus von etwa 1,5 %. Die Prognosen in den einzelnen Geräteklassen bewegen sich überwiegend in einem Korridor zwischen Stagnation und einem Wachstum von bis zu 3 %.
Die Investitionsquote der Branche stieg 2025 wieder auf etwa 23 % des Umsatzes. Für 2026 wird mit einer vergleichbaren Quote gerechnet, wenngleich rund die Hälfte der Unternehmen derzeit keine Erweiterung ihrer Maschinenkapazitäten plant.
Die Branchen in Zahlen
- Das Statistische Bundesamt weist für das Jahr 2023 – aktuell liegen noch keine Zahlen für 2024 vor – einen Umsatz der Baumaschinen- und Baugerätehändler von rund 12,95 Mrd. Euro aus. Nach den Umfrageergebnissen dürfte dieser Branchenumsatz 2025 etwa 12,46 Mrd. Euro betragen haben.
- Der Umsatz in der Vermietung von Baumaschinen und Baugeräten erhöhte sich von 6,35 Mrd. Euro im Jahr 2023 nach den Entwicklungen der Jahre 2024 und 2025 auf mittlerweile gut 6,5 Mrd. Euro.
- Der Umsatz der Flurförderzeughändler und -vermieter sank im Jahr 2025 nach einem nominalen Rückgang von 4,5 % auf rund 3,8 Mrd. Euro.
- Für die Arbeitsbühnenbranche liegen keine belastbaren Gesamtumsatzdaten für das Jahr 2025 vor. In den Jahren 2024 und 2025 stieg der Branchenumsatz jeweils um nominal etwa 1,5 %.
Erwartung an die Politik
Die Branchenunternehmen sind grundsätzlich bereit, in moderne Technologien, nachhaltige Lösungen und digitale Prozesse zu investieren. Voraussetzung dafür ist jedoch ein wirtschaftspolitisches Umfeld, das Investitionen ermöglicht statt erschwert.
Aus Sicht des bbi sind daher Maßnahmen erforderlich, die staatlich induzierte Kostensteigerungen begrenzen, regulatorische Hürden abbauen und Investitionen in klimafreundliche sowie digitale Technologien gezielt fördern. Nur so können Wettbewerbsfähigkeit, Investitionskraft und Planungssicherheit der Händler und Vermieter mobiler Arbeitsmaschinen langfristig gestärkt werden.
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