Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur will die Bundesregierung den stockenden Wohnungsbau mit einer neuen Neubauförderung in Höhe von rund 800 Mio. Euro ankurbeln. Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) kündigte an, dass die Mittel ab Mitte Dezember 2025 über die KfW bereitstehen sollen. Gefördert werden bereits genehmigte Neubauten mit dem Energiestandard Effizienzhaus 55 (EH55) – also Gebäude, die nur rund 55 % der Energie eines Standardhauses verbrauchen. Voraussetzung ist eine vollständige Wärmeversorgung durch erneuerbare Energien; Öl- oder Gasheizungen sind ausgeschlossen.
Ziel der Maßnahme ist es, die rund 760.000 bereits genehmigten, aber noch nicht gebauten Wohnungen endlich in die Umsetzung zu bringen. Bereits im Mai hatte die Ministerin Maßnahmen angekündigt, um den Wohnungsbau zu beleben und den hohen Bauüberhang zu reduzieren. „Wir werden zügig einen Wohnungsbauturbo vorlegen, steuerliche Anreize verbessern und Neubauförderprogramme radikal vereinfachen. Gleichzeitig setzen wir die soziale Wohnraumförderung auf Rekordniveau fort. Um Baukosten zu senken, werden wir Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen und auf serielles sowie modulares Bauen setzen – denn das ist die Zukunft“, so Hubertz.
Die Förderung soll ein klares Signal an die Branche senden. Die Unterstützung erfolgt über zinsvergünstigte Kredite, solange die bereitgestellten Mittel ausreichen.
Mit der Reaktivierung der EH55-Förderung kehrt die Bundesregierung teilweise zu einem Standard zurück, der bereits 2022 eingestellt worden war, da er als etabliert und somit nicht mehr förderungswürdig galt. Der seither geförderte, strengere Effizienzhaus-40-Standard erwies sich jedoch als zu teuer und wurde vom Markt kaum angenommen.
Die Rückkehr zur EH55-Förderung gilt daher als pragmatische Reaktion auf den drastischen Einbruch der Bautätigkeit. Die neue Förderung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Haushaltsausschusses und des Bundestags.
