Freitag, 12. Juni 2026

Heidelberg Materials stellt Werk Zurow auf erneuerbare Energien um

Heidelberg Materials Mineralik hat seinen Produktionsprozess am Standort Zurow vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt. Möglich wird dies durch den Bezug von Grünstrom, den Einsatz vollelektrischer Radlader sowie eine perspektivisch integrierte schwimmende Photovoltaikanlage. Mit der Elektrifizierung der mobilen Baumaschinen entfällt eine der letzten wesentlichen CO2-Emissionsquellen im Betrieb. Damit nimmt der Standort eine Vorreiterrolle auf dem Weg zu einer nahezu CO2-neutralen Produktion von Sand und Kies ein.

Die Energieversorgung basiert nun vollständig auf erneuerbaren Quellen – bislang jedoch über extern bezogenen Strom. Zugleich schafft der Standort die Voraussetzungen, einen wachsenden Anteil künftig auch selbst zu erzeugen. Die schwimmende Photovoltaikanlage mit 2,6 MWp auf einer Fläche von rund 1,5 ha wurde auf einem durch den Abbau entstandenen See installiert und kommt ohne zusätzliche Flächennutzung aus.  

Zwei vollelektrische Radlader für das Werk Zurow 

Bislang blieb bei den Bestrebungen für einen nachhaltigen Betrieb ein Bereich unberücksichtigt: die ausschließlich dieselbetriebenen Radlader. „Für die Produktion im Werk Zurow wollten wir bewusst neue Wege gehen. In Abstimmung mit der Firma LiuGong wurde bereits vergangenes Jahr ein Praxistest organisiert“, erklärt Alexander Lücke, Leiter Produktion & Technik Nord, Heidelberg Materials Mineralik. Der vollelektrische Radlader des Typs LiuGong 870HE zeigte dabei vielversprechendes Potenzial für den Einsatz in der Verladung im Kieswerk. Die 24,6 t schwere Maschine mit einer Batteriekapazität von 423 kWh und zwei Elektromotoren à 160 kW überzeugte insbesondere in typischen Ladezyklen. Komfort, Sichtverhältnisse und Geräuschpegel wurden von den Maschinenführern ebenfalls positiv bewertet. 

Daher „kommen aktuell für den durchgängigen Betrieb zwei Maschinen zum Einsatz. Als Grundlage wurde eine Ladeinfrastruktur mit 150 kW Ladeleistung installiert“, so Lennart Wentker, Leiter Produktion und Technik, Heidelberg Materials Mineralik. In der Praxis zeigt sich: Die elektrischen Radlader zeigen in Leistung und Bedienung ein Niveau vergleichbar mit konventionellen 23-Tonnen-Dieselmaschinen und erreichen eine ähnliche Umschlagleistung je Stunde - bis zu 2.500 t Sand und Kies werden am Standort täglich verladen. Auch wirtschaftliche Aspekte gewinnen an Bedeutung, denn angesichts steigender Energiekosten wird die Eigenversorgung mit Strom zunehmend relevanter. 

Letzter Baustein: Elektrische Radlader

Die Einführung vollelektrischer Radlader ist der letzte große Schritt auf dem Weg zu einer nahezu vollständig CO2-neutralen Produktion von Sand und Kies am Standort Zurow. Entsprechend hoch ist die strategische Bedeutung des Projekts. Innerhalb der Unternehmensgruppe übernimmt der Standort damit eine Vorreiterrolle. Auch im internationalen Vergleich hat das Projekt Modellcharakter. Ziel ist es, die gewonnenen Erfahrungen perspektivisch auf weitere Standorte zu übertragen. 

Kontinuierliche Verbesserung als Teil der Strategie

Neben Zertifikaten für Qualitäts-, Umwelt- und Energiemanagement verfügt der Standort Zurow über eine CSC-Zertifizierung (Concrete Sustainability Council) in Gold – ein international anerkanntes Gütesiegel für nachhaltige Baustoffproduktion. Alle Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie von Heidelberg Materials und zeigen, wie Prozesse kontinuierlich verbessert und Effizienzpotenziale systematisch erschlossen werden. Der Einsatz neuer Technologien und die stetige Verbesserung von Kennzahlen sind dabei zentrale Bausteine.

Auch für den Transport vom Werk zum Kunden verfügt Heidelberg Materials Mineralik über umfangreiche Erfahrung mit alternativen Kraftstoffen wie HVO 100. Auf Kundenwunsch können logistische Lösungen angeboten werden, welche die CO2-Emissionen beim Transport zur Baustelle um bis zu 90 % gegenüber herkömmlichen Diesel-Lkw reduzieren. HVO ist ein flüssiger erneuerbarer Kraftstoff, der auf Basis von ölhaltiger Biomasse hergestellt und zu den paraffinischen Dieselkraftstoffen gezählt wird. 

Weitere Informationen:

www.heidelbergmaterials.de

Weitere Artikel:

10. Juli 2026
Case
Case erweitert Mietangebot für den GaLaBau
Case
Case baut sein Vermietgeschäft gezielt für den Garten- und Landschaftsbau in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz aus. Im Fokus stehen kompakte, geländegängige Maschinen samt passender Anbaugeräte für typische Kurzzeiteinsätze. Damit reagiert der Hersteller auf eine steigende Nachfrage aus dem GaLaBau und angrenzenden Bereichen wie dem Bau von Photovoltaikanlagen. Die erweiterten Mietangebote an den Standorten Unna und Kruft bieten flexible, leistungsfähige Lösungen für unterschiedliche Einsatzanforderungen.
10. Juli 2026
Nordbau
NordBau 2026: Impulse für die Bauwirtschaft
Nordbau
Die 71. NordBau vom 9. bis 13. September 2026 auf dem Gelände der Holstenhallen Neumünster zeigt, was die Bauwirtschaft aktuell bewegt. Im Fokus stehen Innovationen, praxisnaher Wissenstransfer und starke Netzwerke entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Neue Themenwelten wie die Holzbauhalle sowie vielfältige Fachforen und Kongresse setzen inhaltliche Impulse. Gleichzeitig bietet die Messe konkrete Orientierung zu Zukunftsthemen wie nachhaltigem Bauen, Energie, Digitalisierung und Fachkräftesicherung.
09. Juli 2026
Yanmar
Yanmar baut EMEA-Vertrieb mit Alberto Ortega aus
Yanmar
Yanmar Compact Equipment EMEA hat Alberto Ortega zum 1. Juli 2026 zum Commercial Director ernannt und stärkt damit seine Vertriebsorganisation in der Region. Mit über 20 Jahren internationaler Vertriebserfahrung soll Ortega die kommerziellen Aktivitäten gezielt weiterentwickeln und das Wachstum vorantreiben. Im Fokus stehen insbesondere die enge Zusammenarbeit mit dem Händlernetz sowie die Optimierung von Vertriebs- und Serviceprozessen. Ziel ist eine konsequent kundenorientierte und nachhaltige Weiterentwicklung der Marktposition in der EMEA-Region.
09. Juli 2026
Sitech
Sitech stärkt Digitalportfolio mit Übernahme von zamics
Sitech
Die Sitech Deutschland GmbH übernimmt den Geschäftsbereich zamics der Zeppelin Lab GmbH im Rahmen eines Asset Deals und erweitert damit ihr Portfolio um eine etablierte SaaS-Lösung für das digitale Geräte- und Prüfmanagement. Mit dem Schritt stärkt das Unternehmen gezielt seine Position als Digitalisierungspartner der Bauindustrie und baut sein Angebot rund um die digitale Baustelle weiter aus. Die Software zamics ermöglicht die effiziente Verwaltung von Arbeitsmitteln, die Organisation von Prüfprozessen sowie die Disposition von Geräten und Betriebsmitteln. Durch die Integration in Sitech sollen Wachstum, Weiterentwicklung und Skalierung der Lösung deutlich beschleunigt werden.
07. Juli 2026
Bohnenkamp
Bohnenkamp steigt bei Felgenhersteller Molcon ein
Bohnenkamp
Die Bohnenkamp SE beteiligt sich am niederländischen Felgenhersteller Molcon BV und übernimmt zugleich den Exklusivvertrieb der Molcon-Produkte in ihrem gesamten Vertriebsgebiet. Damit bauen beide Unternehmen ihre seit Mai bestehende Zusammenarbeit deutlich aus und bündeln ihre Kompetenzen in Entwicklung, Produktion und Vertrieb. Ziel ist es, das Angebot an hochwertigen Radlösungen für Handel und OE-Kunden gezielt zu erweitern.
05. Juli 2026
 Wohnungsbau
Koalition beschließt Maßnahmenpaket für mehr Wohnungsbau
 Wohnungsbau
Die Einigung im Koalitionsausschuss zum „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ setzt nach Einschätzung der Bundesregierung neue Impulse für den Wohnungsbau in Deutschland. Im Zentrum stehen drei zentrale Hebel mit dem übergeordneten Ziel, die Bautätigkeit spürbar zu steigern und insbesondere bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
03. Juli 2026
Bundesverband Kalksandsteinindustrie
Bundesverband Kalksandsteinindustrie wählt neuen Vorstand
Bundesverband Kalksandsteinindustrie
Der Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V. hat auf seiner ordentlichen Mitgliederversammlung am 19. Juni 2026 in Danzig zentrale personelle und inhaltliche Weichenstellungen vorgenommen. Im Fokus standen neben der turnusgemäßen Neuwahl des Vorstands vor allem die strategische Ausrichtung der Branche in einer weiterhin angespannten Baukonjunktur. Mit Frederic Dörlitz an der Spitze stellt sich der Verband personell neu auf und knüpft zugleich an die Arbeit seines Vorgängers an. Gleichzeitig unterstrichen die Mitglieder die Notwendigkeit, die politischen Rahmenbedingungen für bezahlbaren Wohnungsbau spürbar zu verbessern.
06. Juli 2026
Isover
Führungswechsel bei Isover und Rigips
Isover
Saint-Gobain stellt die Führung seiner Dämmstoff- und Innenausbauunternehmen Isover und Rigips in Deutschland neu auf. Danijel Lučić wurde zum Vorstandsvorsitzenden der Saint-Gobain Isover G+H AG sowie zum Vorsitzenden der Geschäftsführung der Saint-Gobain Rigips GmbH ernannt. Zudem berief der Aufsichtsrat Michael Dawir in den Vorstand von Isover; gleichzeitig übernimmt er eine Funktion in der Geschäftsführung von Rigips. Die Neuaufstellung erfolgt im Zuge des Ausscheidens von Cordula Gudduschat-Gillet, die das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt.
06. Juli 2026
Strabag
Strabag bündelt Baustoffgeschäft unter neuer Dachmarke Roxit
Strabag
Der europäische Baustoffmarkt steht unter erheblichem Druck: steigende Kosten, volatile Lieferketten und wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen fordern neue Antworten. Strabag reagiert darauf und bündelt seine Baustoffaktivitäten erstmals unter der Dachmarke Roxit. Ziel ist es, Kompetenzen entlang des gesamten Materialkreislaufs zu vernetzen und effizienter zu steuern. Mit roxit positioniert sich der Konzern als integrierte Anbieterin für leistungsfähige und ressourcenschonende Baustofflösungen.