Die Insolvenzwelle rollt weiter – und sie trifft die Baubranche mit voller Wucht. Zwar liegt das Baugewerbe bei der Insolvenzhäufigkeit noch hinter dem Gastgewerbe und der Logistik, doch mit 7,8 Fällen je 10.000 Unternehmen gehört es klar zu den am stärksten betroffenen Branchen. Steigende Kosten, zurückhaltende Investitionen und eine anhaltend schwache Auftragslage setzen viele Betriebe zunehmend unter Druck. Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeichnen damit ein klares Bild: Die Krise ist im Bau längst angekommen
Im Januar 2026 haben die deutschen Amtsgerichte 1.919 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 4,9 % mehr als im Vorjahresmonat. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor.
Die Forderungen der Gläubiger aus den im Januar 2026 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 3,1 Mrd. Euro. Im Januar 2025 hatten die Forderungen bei rund 5,3 Mrd. Euro gelegen. Dieser Rückgang der Forderungen trotz steigender Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im Januar 2026 weniger wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als im Januar 2025.
Insolvenzhäufigkeit im Gastgewerbe am höchsten
Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im Januar 2026 insgesamt 5,4 Unternehmensinsolvenzen. Am höchsten war die Insolvenzhäufigkeit im Gastgewerbe mit 9,1 Fällen je 10.000 Unternehmen. Danach folgte der Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 8,6 Fällen und das Baugewerbe mit 7,8 Insolvenzen.
Im Januar 2026 gab es 6.142 Verbraucherinsolvenzen. Das waren 1,3 % weniger als im Vorjahresmonat.
