Die Einigung im Koalitionsausschuss zum „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ setzt nach Einschätzung der Bundesregierung neue Impulse für den Wohnungsbau in Deutschland. Im Zentrum stehen drei zentrale Hebel mit dem übergeordneten Ziel, die Bautätigkeit spürbar zu steigern und insbesondere bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Ein Kernpunkt ist die geplante Gründung einer bundeseigenen Wohnungsbaugesellschaft (WBG). Diese soll künftig gezielt dort aktiv werden, wo Wohnungsmärkte besonders angespannt sind. Gleichzeitig soll sie den industriellen Hochlauf des seriellen Bauens vorantreiben und damit zur Beschleunigung von Bauprozessen beitragen. Entsprechende Umsetzungsvorschläge werden derzeit in Zusammenarbeit zwischen dem zuständigen Ministerium und dem Bundesfinanzministerium erarbeitet.
Ein weiterer Baustein betrifft die Finanzierung des Wohnungsbaus. Zusätzliche nationale Kapitalanforderungen für Wohnimmobilienkredite, die über europäische Vorgaben hinausgehen, sollen zum 1. Januar 2027 entfallen. Dadurch würden Kreditinstitute künftig mehr Mittel für die Finanzierung neuer Wohnprojekte bereitstellen können – ohne zusätzliche Belastung öffentlicher Haushalte.
Zugleich setzt die Bundesregierung auf rechtliche Klarheit und Investitionssicherheit. Die Eigentumsgarantie soll gestärkt und langjährige Debatten über Enteignungen beendet werden. Ziel ist es, Investitionshemmnisse abzubauen und den Fokus auf Neubau, gezielte Investitionen sowie einen stabilen Mieterschutz im Bestand zu legen.
Mit der Einigung bestätigt die Koalition zudem ihren strategischen Kurs hin zu beschleunigten Genehmigungsverfahren („Bau-Turbo“), verstärktem Einsatz serieller Bauweisen sowie einer veränderten Verwaltungskultur mit höherer Risikobereitschaft. Diese Ansätze sollen künftig als Maßstab für die gesamte Bundesverwaltung gelten.
Dazu die Bundesministerin Verena Hubertz: "Die Einigung des Koalitionsausschusses, das 'Programm für Aufschwung und Beschäftigung', bestätigt den Kurs meines Hauses: Bau-Turbo, serielles Bauen und die neue Risikokultur der Verwaltung werden zum Maßstab für die gesamte Bundesverwaltung. Jetzt heißt es: umsetzen. Denn gebaut wird nicht im Koalitionsausschuss, sondern auf der Baustelle und genau das gehen wir an.“
Die Baubranche begrüßt das Maßnahmenpaket: "Nach einem Jahr des Zögerns wurde eine Reformagenda beschlossen, die vielversprechend ist und neue Hoffnung für die nächsten Monate gibt. Damit wird ein Kurswechsel fortgesetzt, der bereits mit guten Gesetzen, wie dem Infrastrukturzukunftsgesetz, dem Bau-Turbo und der Novelle des Baugesetzbuches, begonnen wurde", sagt Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie.
