Mittwoch, 3. Mai 2017

Mehr Rechte für die Bauherren

Das neue Bauvertragsrecht bringt privaten Bauherren mehr Rechte. Es tritt allerdings erst Anfang 2018 in Kraft. Bauherren können aber bereits jetzt von der Gesetzesänderung profitieren, so der Verband Privater Bauherren (VPB), der empfiehlt, die neuen verbraucherfreundlichen Regelungen bereits in diesem Jahr in die Bauverträge hinein zu verhandeln. „Zwar haben Bauherren noch kein Recht auf den ab 2018 geltenden Verbraucherschutz“, erläutert VPB-Vertrauensanwalt Holger Freitag, „aber Baufirmen und Bauherren genießen Vertragsgestaltungsfreiheit. Sie können aushandeln, was sie möchten.“ Bislang ließen sich zwar nur wenige Baufirmen auf Bauherrenwünsche ein. Ab 2018 werden sie es müssen. Seriöse Unternehmer, so beobachten VPB-Berater bundesweit, stellen sich schon jetzt auf das neue Gesetz ein und kommen den Verbrauchern entgegen. „Bauherren sollten sich deshalb in diesem Jahr gut überlegen, ob sie mit Firmen Verträge schließen wollen, die nicht bereit sind, den zukünftigen ‚Verbraucherbauvertrag‘ als Verhandlungsbasis zu akzeptieren“, rät der VPB-Anwalt.

Ab 2018 müssen Baufirmen, die für private Bauherren ein Haus neu bauen oder einen größeren Umbau übernehmen, eine ordentliche Baubeschreibung vorlegen, verbindliche Angaben zur Bauzeit machen und alle nötigen Bauunterlagen herstellen und übergeben, die die Bauherren benötigen, um nachzuweisen, dass ihr Bau den öffentlich-rechtlichen Vorschriften entspricht. Des Weiteren werden die Abschlagszahlungen an den Bauunternehmer auf 90 Prozent des Werklohns begrenzt. Außerdem bekommen Bauherren ab 2018 ein Widerrufsrecht.

Sinnvoll und hilfreich ist die ausführliche Baubeschreibung. Sie muss allen Bauherren schlüsselfertiger Häuser ab 2018 rechtzeitig vor der Vertragsunterschrift zur Verfügung gestellt werden, damit sie genügend Zeit haben, um das Angebot prüfen und mit anderen vergleichen zu können. Wichtig sind auch die verbindlichen Angaben zur Bauzeit, schließlich müssen Bauherren wissen, wie sie Finanzierung, Wohnungskündigung und Umzug planen müssen. „Eine verständliche und vollständige Baubeschreibung gehört auch 2017 schon in den Bauvertrag“, mahnt Holger Freitag. „Unbedingt in den Vertrag hinein verhandeln sollten Bauherren jetzt auch schon die Anfertigung und Übergabezeitpunkt konkreter Planungsunterlagen. Nur so können Bauherren prüfen lassen, ob die geplante Immobilie überhaupt geltendem Recht entspricht.“

Wenn der Bauunternehmer Abschlagszahlungen haben möchte, ist diesem Punkt größte Aufmerksamkeit zu schenken. Es muss sichergestellt werden, dass die Raten immer dem Wert der Bauleistung entsprechen. Sie dürfen nicht größer sein, sonst ist die Überzahlung im Insolvenzfall des Bauunternehmers wirtschaftlich verloren. Und die letzte Rate sollte zehn Prozent betragen, so wie es ab 2018 Gesetz ist.

„Alles, was ab 2018 Pflicht wird, kann schon jetzt vertraglich festgeschrieben werden“, resümiert der VPB-Vertrauensanwalt. Er rät allerdings dazu, sich fachliche Unterstützung beim Aushandeln des Vertrags zu holen. „Ohne diese Beratung wird es auch in Zukunft nicht gehen, denn das Gesetz bleibt in manchem Detail bedauerlicherweise vage“, kritisiert der Anwalt. „Selbst dort, wo etwa näher geregelt wird, was eine Baubeschreibung alles enthalten muss, kann ein Gesetz nicht jedes Detail regeln. Was alles genau enthalten sein muss, um den Anforderungen des Gesetzes zu genügen, wird erst die Rechtsprechung im Laufe der Zeit genauer klären.“ In jedem Fall empfiehlt der VPB Bauherren 2017 zwei Dinge: Keine alten Vertragsbedingungen mehr akzeptieren und den Vertrag vor der Unterschrift vom unabhängigen Experten prüfen lassen.

Weitere Artikel:

07. Oktober 2026
ISTE
ISTE warnt vor Verknappung heimischer Rohstoffe
ISTE
Der neue Landesrohstoffbericht des LGRB liefert wichtige Daten zur langfristigen Sicherung mineralischer Rohstoffe in Baden-Württemberg – und zeigt zugleich eine alarmierende Entwicklung: Die Zahl der Gewinnungsstätten ist seit 2000 um 29 % gesunken. Der ISTE warnt vor einem schleichenden Verlust regionaler Standorte und fordert eine vorausschauende Rohstoffpolitik, die Versorgungssicherheit, kurze Transportwege und regionale Wertschöpfung stärker in den Blick nimmt.
06. Oktober 2026
Maxit
Maxit baut Präsenz im Großraum München aus
Maxit
Baustoffhersteller Maxit hat am 2. Oktober seine neue Niederlassung in Dachau offiziell eingeweiht. Von dem Standort in der Hans-Böckler-Straße aus wird künftig die Metropolregion München und ihr Umland noch direkter und umfassender mit Maxit-Produkten versorgt. Mit der 19. Depandise bundesweit stärkt Maxit nach der Übernahme der Trockenmörtelsparte von Saint Gobain-Weber seine Präsenz im strategisch wichtigen Großraum München.
05. Oktober 2026
Knauf
Knauf Gips: Roßkopf leitet ab 2027 Region DACH
Knauf
Michael Roßkopf übernimmt zum 1. Januar 2027 die Leitung des Knauf Gipsgeschäfts in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er folgt in dieser Funktion auf Jan Ellringmann, der die Region DACH seit seiner Berufung zum Leiter des Geschäftsbereichs Gips für Europa, Naher Osten und Afrika zusätzlich kommissarisch geführt hatte und sich künftig auf seine übergeordnete Aufgabe konzentriert.
05. Oktober 2026
Kubota
Kubota erweitert Ersatzteilservice um Online-Marktplatz
Kubota
Terrako startet im September 2026 in Deutschland und erweitert den digitalen Ersatzteilservice von Kubota, Kverneland und Vicon. Über die neue E-Commerce-Plattform können gewerbliche und private Kunden Originalteile rund um die Uhr suchen, online bestellen und über teilnehmende Vertragshändler beziehen. Neben der klassischen Suche nach Teilenummer oder Maschinenmodell soll insbesondere die bildbasierte Ersatzteilsuche „Smart Search“ die Identifikation passender Komponenten vereinfachen.
05. Oktober 2026
Atlas
Mehr als 200 Arbeitsplätze bei Atlas gesichert
Atlas
Die Übernahme der Atlas Gruppe durch Buhler Versatile ist vollzogen. Mit dem Abschluss der Transaktion zum 1. Oktober 2026 wird das operative Geschäft des traditionsreichen Baumaschinenherstellers künftig unter dem Dach des kanadischen Landmaschinenkonzerns fortgeführt. Die Sanierung in Eigenverwaltung konnte damit nach weniger als acht Monaten erfolgreich abgeschlossen werden. Mehr als 200 Arbeitsplätze am Standort Ganderkesee bleiben erhalten.
02. Oktober 2026
Rockwool Wall Systems GmbH
Heck Wall Systems wird Rockwool Wall Systems
Rockwool Wall Systems GmbH
Die Heck Wall Systems GmbH tritt seit dem 1. Oktober 2026 unter dem Namen Rockwool Wall Systems GmbH auf. Mit der Umfirmierung und dem neuen Markenauftritt wird die seit 2014 bestehende Zugehörigkeit zur Rockwool Gruppe sichtbar, während das Unternehmen weiterhin eigenständig als Systemhalter für Wärmedämm-Verbundsysteme agiert. Für Kunden und Partner bleibt dabei alles Wesentliche unverändert: Ansprechpartner, Zulassungen, Verträge sowie Bestell- und Lieferprozesse bestehen fort.
02. Oktober 2026
Dolezych
Dolezych bringt amerikanische Branchenexperten nach Selm
Dolezych
Zum ersten Mal fand die Herbsttagung der amerikanischen Web Sling & Tie Down Association außerhalb Nordamerikas statt. Auf Einladung von Dolezych und Doleco USA kamen Fachleute aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland, um sich über aktuelle Anforderungen in der Ladungssicherung und textilen Hebetechnik auszutauschen. Ein Praxistag im Forschungs- und Technologiezentrum Ladungssicherung in Selm machte dabei sichtbar, wie europäische und nordamerikanische Regelwerke auf dasselbe Ziel einzahlen: sichere Transporte. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun auch die internationale Fach- und Normungsarbeit bereichern.
30. September 2026
Straßenbau
Bau im Juli 2026: Aufträge brechen ein, Umsatz legt zu
Straßenbau
Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist im Juli 2026 gegenüber Juni 2026 kalender- und saisonbereinigt um 9,2 % gefallen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, nahm der Auftragseingang im Hochbau um 8,4 % und im Tiefbau um 10,0 % ab. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war der kalender- und saisonbereinigte Auftragseingang von Mai 2026 bis Juli 2026 um 2,7 % höher als in den drei Monaten zuvor (Hochbau: -2,7 %; Tiefbau: +7,6 %).
30. September 2026
EXP Germany
5,4% der Wohnimmobilien in Deutschland sanierungsbedürftig
EXP Germany
Eine aktuelle Untersuchung des Immobilienunternehmens eXp Germany zeigt, dass 5,4% der bundesweit zum Verkauf stehenden Wohnimmobilien als renovierungsbedürftig ausgewiesen sind. Besonders hoch ist dieser Anteil in Bremen: Dort sind 9,3% aller angebotenen Häuser und Wohnungen renovierungsbedürftig – fast jede zehnte Immobilie. Für kaufinteressierte Haushalte kann dies eine Chance bedeuten, Wohneigentum günstiger zu erwerben und durch gezielte Modernisierungen nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.