Benninghoven GmbH & Co. KG
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Neben der Herstellung von Asphaltmischgut in der geforderten Qualität und zum richtigen Zeitpunkt geht es bei moderner Anlagentechnik auch um die Erfüllung von hohen Recycling-Quoten bei gleichzeitiger Einhaltung niedriger Emissionswerte. Mit der Heißgaserzeuger-Technologie von Benninghoven können Betreiber Altasphalt in neues Mischgut verwandeln und dabei die neue deutsche Norm TA-Luft einhalten. Diese wurde an den fortgeschrittenen Stand der Technik angepasst und vom Bundeskabinett Ende 2020 verabschiedet.
Die Recycling-Technologie von Benninghoven bewirkt, dass frisches Mischgut zu 90 + X % aus wiederverwertetem Asphalt bestehen kann. Zudem bietet der Hersteller die Integration des Heißzugabe-Systems auch in bestehende Asphaltmischanlagen als Retrofit-Lösung an. Warum dennoch die Investition in eine komplett neue Asphaltmischanlage lohnenswert sein kann, zeigt ein Beispiel aus Süddeutschland auf: Bei der Knäble GmbH Straßenbau aus Biberach ersetzt seit Kurzem die BA RPP 4000 von Benninghoven eine Anlage vom Typ TBA 3000, die zehn Jahre zuverlässig das Mischgut für die beiden Asphaltkolonnen des mittelständischen Unternehmens produziert hat.
Zukunftssichere Technologie
Die meisten Anlagen von Benninghoven haben einen Lebenszyklus von 30 bis 40 Jahren. Warum also hat das Straßenbauunternehmen in neue Technik investiert und nicht etwa in eine Retrofit-Lösung? „Retrofit war in der Tat der Startpunkt der Planung. Am Ende waren es vor allem das Marktumfeld sowie unsere Anforderungen an die Technik und ihre Leistung, die für eine neue Anlage sprachen“, erläutert Nicolas Knäble, Geschäftsführer in vierter Generation. Ein weiterer Vorteil dieser Vorgehensweise: Das Unternehmen hat keinen einzigen Tag Produktionsausfall verzeichnet. Die „alte“ TBA 3000 produzierte so lange das benötigte Mischgut, bis die Benninghoven-Monteure für die BA RPP 4000 nach Installation und Prüfung grünes Licht für den Wechsel gaben.
Die Investition ist für das mittelständische Straßenbauunternehmen von großer strategischer Bedeutung, weil sich das Bundesland Baden-Württemberg, in dem Knäble tätig ist, für Maximalrecycling stark macht. Das bedeutet, dass die gesetzlich zulässigen Zugabemengen an Altasphalt bei der Herstellung von neuem Mischgut voll ausgeschöpft werden. „Die Wiederverwendung von Baustoffen spart Energie und ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Landesverkehrsminister Winfried Hermann. Die Maßgabe hat bereits dazu geführt, dass Baden-Württemberg im Jahr 2018 2,5 Mio. t Asphalt recycelt hat. Dies entspricht 23 % der in Deutschland wiederverwerteten Menge und liegt weit über dem Durchschnitt.
Zusätzlich ist inzwischen die überarbeitete „Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft“ (TA-Luft) verabschiedet. Die darin definierten strengen Grenzwerte lassen sich mit der Technologie Recyclingtrommel im Gegenstromprinzip mit Heißgaserzeuger einhalten. Damit sind die Anlagen vom Typ BA RPP wie geschaffen für die Anforderungen von Knäble. RPP steht für Recycling Priority Plant, also eine Anlage, die den Recycling-Materialfluss priorisiert und die mehrheitlich Asphalt mit höheren Recycling-Anteilen herstellt.
Flexibilität erhöht
Zur umfassenden Integration der nachhaltigen Recycling-Technologie kam der Wunsch nach einer höheren Mischleistung von 320 t/h statt zuvor 240 t/h und einer anwenderfreundlicheren Technik, sodass am Ende die Entscheidung für eine neue BA RPP 4000 stand. Dazu gehören auch zwei EVO JET 3 Brenner – je einer für die Weißmineral-Trockentrommel und für die Recyclingtrommel –, die neben Öl und Kohlenstaub auch Erdgas mit einem hohen Wirkungsgrad verfeuern können. Dadurch kann Knäble zukünftig flexibel auf Marktschwankungen der Energiepreise reagieren und stets den günstigsten Brennstoff einsetzen.
Zusammengenommen macht dies die neue Asphaltmischanlage für Knäble zu einer echten Investition in die Zukunft. Der traditionsreiche Familienbetrieb aus dem mittleren Schwarzwald beschäftigt rund 150 Mitarbeiter. Zwei eigene Asphaltkolonnen verarbeiten den Großteil des hergestellten Mischguts auf Straßenbaustellen in der Region mit Vögele Beschickern und Fertigern sowie Hamm Walzen. Auch eine Kleemann Siebanlage und Wirtgen Fräsen gehören zum Fuhrpark.
Indirekte Erhitzung des Materials
Hohe Recycling-Quoten bei gleichzeitig niedrigen Emissionen lassen sich nur im Gegenstromprinzip mit Heißgaserzeuger erzielen. Der Grund: Durch die Erwärmung des alten Asphalts muss das zugefügte Weißmineral nicht überhitzt in den Mischprozess gegeben werden, um auf das notwendige Temperaturniveau zu kommen, das bei Warmasphalt bei 140 °C bis 180 °C liegt. Dadurch spart das Verfahren neben Emissionen auch viel Energie ein.
Möglich macht das Verfahren der Einsatz des Heißgaserzeugers: Während bei Direktbefeuerung das mit Bitumen behaftete Recycling-Material „verbrennen“ würde, erhitzt es der Heißgaserzeuger lediglich indirekt und bringt es so schonend auf die optimale Verarbeitungstemperatur.
Zugleich senkt das Verfahren die Emissionen unter das von der TA-Luft geforderte Niveau – z. B. indem die im Abgasstrom enthaltenen Kohlenwasserstoffe zum Großteil mitverbrannt werden. Bei der Anlage von Knäble beweist eine kontinuierliche Emissionsmessung am Kamin der Anlage die Einhaltung der Grenzwerte zu jedem Zeitpunkt. „Gegenüber dem Betrieb der alten Anlage ist unsere durchschnittliche Recycling-Quote von 25 % auf 60 % gestiegen“, berichtet Myriam Knäble, Ehefrau des Geschäftsführers stolz. „Und mit dem Heißgaserzeuger sparen wir 770 t CO2 pro Jahr.“ Ein immenser Vorteil, denn seit Anfang 2021 müssen Unternehmen, die Kohlendioxid in die Luft abgeben, Emissionsrechte in Form von Zertifikaten kaufen.
Der Heißgaserzeuger von Benninghoven ist eine ausgereifte Lösung, die in vielen Regionen Europas auf dem Vormarsch ist. Auch bei Knäble hält die Technologie, was der Hersteller verspricht – nämlich eine Recycling-Quote von 90 + X %. „Bei der Herstellung von Tragschicht-Mischgut haben wir bereits 96 % erreicht. Die erzielte Qualität bei der Sanierung der Ortsdurchfahrt der Bundesstraße B 33 in Hasslach ist einwandfrei“, berichtet Nicolas Knäble.
Optionen erhöhen die Produktivität
Asphalt mit einem Recycling-Anteil herzustellen, beherrschen mittlerweile viele Asphaltmischanlagen. Die heutigen Anforderungen im Straßenbau werden aber immer anspruchsvoller. So möchten Auftraggeber dem Asphalt spezielle Eigenschaften verleihen, sei es in der Farbgebung, bei der Elastizität bzw. der Stabilität. Diese Eigenschaften werden mit Zugabestoffen erreicht. Für deren Dosierung hat Knäble drei separate, vollautomatisierte Systeme integriert. Alle drei sind automatisiert und damit extrem anwenderfreundlich. Knäble verfügt über eine Doppel-Dosiereinheit für Pulver und Granulat, über eine separate Schüttgut-Zugabe, zum Beispiel für Trinidad oder Gummigranulat sowie über eine Multivariable Recyclingzugabe, die bis zu 40 % Altasphalt kalt in den Prozess zugeben kann – oder alternativ nicht verklebende Schüttgüter. Die Flexibilität für Knäble ist dadurch groß.
„Diese Optionen bringen die Effizienz und Produktivität auf ein neues Level“, sagt Nicolas Knäble. „Auf unserer alten Anlage mussten zwei Männer mehrere 15 kg schwere Säcke pro Charge in den Mischer zugeben.“ Der Mischer der alten Anlage TBA 3000 kann alle 45 Sekunden 3 t Mischgut produzieren. „Bei Rezepten mit Trinidad oder Gummigranulat, damals also noch per Sackzugabe, konnten wir die maximal mögliche Mischleistung von 240 t/h nicht annähernd erreichen, da diese Spezialrezepte beispielsweise durch längere Quellzeiten eine Chargenzeit von mindestens 60 Sekunden bedingen. Durch den hohen Automatisierungsgrad und den 4-t-Mischer erreichen wir nun bis zu 320 t/h, und auch bei Spezialrezepten mit längerer Chargendauer ergeben sich hohe Mischleistungen.“
Auch sonst hat die Knäble GmbH Straßenbau viel für optimale Arbeitsbedingungen für den Mischmeister und das gesamte Team getan – über das von Haus aus anwenderfreundliche Anlagendesign hinaus. So transportiert ein Aufzug Mitarbeiter samt Materialien nach oben, wodurch sich sämtliche Kontrollgänge und Wartungsarbeiten komfortabel durchführen lassen. Auch auf dem Boden dürfen sich die Knäble-Kollegen über ein besonderes Highlight freuen: Die Kommandozentrale der Asphaltmischanlage mit dem Leitsystem BLS 3000 als Herzstück ist in einem separaten, ganzjährig wohltemperierten Gebäude untergebracht. Von dort aus können die Mitarbeiter über ein Kamerasystem sämtliche relevanten Punkte der Anlage im Blick behalten, ohne ihre Arbeitsplätze zu verlassen.
bpz meint: Die Verwendung von Recycling-Asphalt im Straßenbau ist im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes nicht nur in Deutschland auf dem Vormarsch. In Baden-Württemberg können inzwischen sogar bis zu 50 % Asphaltgranulat in der Asphaltdeckschicht und bis zu 80 % in der Asphaltbinder- und Asphalttragschicht verbaut werden. Auf der anderen Seite sorgt die Einführung von CO2-Zertifikaten für stetig steigende Zusatzkosten. Energieeffiziente und emissionsarme Asphaltmischanlagen, die eine hohe Recycling-Quote ermöglichen, sind eine lohnende Investition in die Zukunft.
Mit dem weltweit ersten Brenner, der zu 100% mit grünem Wasserstoff betrieben werden kann, bietet Benninghoven eine zukunftsweisende Lösung für mehr Nachhaltigkeit im Straßenbau. Auf dem Weg, den Straßenbau der Zukunft nachhaltiger zu gestalten, liegt der größte Hebel bei der Asphaltherstellung. Zur Herstellung von Asphalt ist ein thermischer Prozess erforderlich. Dabei erhitzen und entfeuchten Industriebrenner das Ausgangsmaterial – Gestein und/oder Ausbauasphalt – bevor es mit Bitumen vermischt wird. Um diesen Prozess so effizient wie möglich zu gestalten, hat Benninghoven eine neue Brennergeneration entwickelt, die neben dem Brenner auch die Steuerung und das Trocknungssystem umfasst. Mit diesem System lassen sich bis zu vier verschiedene Brennstoffe gleichzeitig nutzen. Durch die flexible Nutzung wird die Wirtschaftlichkeit gesteigert, da der Anlagenbetreiber stets die optimalen, verfügbaren Energieträger verwenden kann.
Das REVOC-System von Benninghoven ist eine Technologie zur Minderung des Ausstoßes von Treibhausgasen bei Asphaltmischanlagen. Neben der Reduktion von CO2kann es den Gesamtkohlenstoff-Ausstoß um bis zu 50 % reduzieren. Durch das innovative Recycling-Verfahren werden die zunehmend strenger reglementierten Emissionsgrenzwerte in der Altasphaltproduktion eingehalten oder sogar unterschritten.
Unter dem Leitgedanken „Asphaltstraßenbau im Wandel“ präsentiert die Wirtgen Group auf den 23. Deutschen Asphalttagen 2026 in Berchtesgaden ihr gebündeltes Know-how rund um Digitalisierung, Automatisierung und Nachhaltigkeit im Straßenbau. Im Mittelpunkt stehen vernetzte Produktlösungen und intelligente Technologien, die bereits heute den Weg zu mehr Effizienz, Prozesssicherheit und Ressourcenschonung auf der Baustelle ebnen.
Das Unternehmen Schäfer-technic hat in enger Zusammenarbeit mit seinen Kunden für verschiedene Anforderungen Bitumenvorspritzmaschinen für einen optimalen Schichtenverbund, Nähte- und Randausbildung für den Baustelleneinsatz und -ablauf entwickelt. Diese transportieren, temperieren und verspritzen alle üblichen Straßenbau-Bitumenemulsionen, welche keiner Gefahrenklasse unterliegen. Sie erfüllen alle Anforderungen der Bauträger-Verordnung und sind entsprechend den Erfordernissen mit Tankinhalten bis zu 12.000 l und Spritzbreiten bis 4,6 m konfigurierbar. Die BSM-Typen verfügen über eine große Palette von Anpassungs- und Individualisierungsmöglichkeiten. Kürzlich hat das Schäfer-technic der Straßen- und Tiefbau Marose GmbH in Hattstedtermarsch, Schleswig-Holstein, eine Bitumenvorspritzmaschine vom Typ BSM-P geliefert. Diese ist auf einem Scania Fahrgestell aufgebaut. Der 18-Tonnen-Zweiachser ist kompakt und dabei wendig.
Verdichtungsspezialist Hamm hat ein neues Modell in der Reihe der schemelgelenkten Tandemwalzen vorgestellt: die HX 70e VV-S. Das Modell mit zwei Vibrationsbandagen ist vollständig elektrisch angetrieben. Neben der HX 70e VV-S wird mit der HX 70e VO-S auch eine Variante mit Oszillationsbandage angeboten. Als laufendes Technologie-Projekt werden die beiden Tandemwalzen zunächst bei innerstädtischen Baustellen in Europa zum Einsatz kommen.
Vögele hat den ersten Mini-Fertiger der Strich-5-Generation auf den Markt gebracht. Mit neuem Materialbehälter, neuem Bedienstand und neuem Lichtkonzept bietet der SUPER 800-5 P einen hohen Bedienkomfort und optimale Sicht.
Mit dem System WEIRO HK 1000 PH bietet die Firma Weisig Maschinenbau eine Aufsatzspritzmaschine zur Herstellung des Schichtenverbundes im Asphaltbau zur Montage auf Trägerfahrzeuge. Die Module Tank, Bindemittelpumpenantrieb und Spritzrampe werden dabei den jeweiligen Kundenanforderungen und dem Trägerfahrzeug individuell angepasst. Unlängst erwarb ein belgisches Straßenbauunternehmen eine solche Maschine. Das ausgelieferte Gerät ist auf einem MAN-Dreiachs-Fahrgestell mit 26 t zulässiger Gesamtmasse montiert und vereint einen mittels Dieselbrenner beheizten 8.000 l fassenden Emulsionstank, einen 2.000 l Wassertank, sowie ein 1.000-Liter-Dieseltankstellenmodul als Einheit. Wasser- und Emulsionstank sind dabei wärmegedämmt unter der gleichen Tankverkleidung aus Edelstahlblech untergebracht.
Seit Januar 2025 ist die neue Großfräse W 210 XF erhältlich und auf Baustellen im Einsatz. Verfügbar ist sie ab sofort in den USA, Europa, Australien, Japan und Taiwan. Von der Deckschichtsanierung über den Komplettausbau bis zu Feinfräsarbeiten deckt die Wirtgen Fräse ein breites Anwendungsspektrum ab.
Um einen Fuß- und Transportweg am Gipfel des Niesen einzubauen, musste das ausführende Bauunternehmen den Vögele Fertiger MINI 500 per Standseilbahn zur Bergstation transportieren und per Hubschrauber beschicken.
Mit der Modernisierung und Zusammenführung zweier bestehender Asphaltmischanlagen an den Standorten Götzis und Nenzing hat Benninghoven für das österreichische Bauunternehmen Hilti & Jehle eine leistungsfähige und zukunftssichere Lösung geschaffen. Durch den modularen Aufbau der TBA-Anlagen konnten zahlreiche Komponenten weiterverwendet und mit innovativen Retrofit-Technologien kombiniert werden. Das Ergebnis ist eine moderne Asphaltmischanlage am Standort Götzis, die mit erhöhter Flexibilität, gesteigerter Energieeffizienz und erweitertem Recyclingpotenzial überzeugt.
Sachte, sauber, stark – Ammann bringt mit seinen elektrischen leichten Vibrationsplatten und Stampfern moderne Verdichtungstechnik auf die Baustelle. Die emissionsfreien Verdichter sind die ideale Wahl für Stadtzentren oder Innenräume. Für mehr Flexibilität kommen sie nun auch mit DeWalt-Power.