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Dienstag, 31. Oktober 2023

Holzbau entwickelt sich gegen den Trend

Der Holzbau behauptet sich in einem schwierigen Umfeld. Darin waren sich die Mitglieder der Holzbau Deutschland Fachversammlung, die am 20. Oktober 2023 in Munzingen bei Freiburg im Breisgau stattfand, einig. „Die Auftragsbücher sind gefüllt und die Stimmung in den Betrieben ist gut“, fasste Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland, die aktuelle Marktlage im Holzbau zusammen. „Wenngleich die Nachfrage nach Ein- und Zweifamilienhäusern zurückgeht, so wird der Holzbau durch zunehmende Modernisierungsmaßnahmen gestützt.“ Diese kommen nicht nur in Form von energetischen Sanierungen vor, sondern auch als Aus- und Umbauten bestehender Gebäude. „In Zukunft“, zeigte sich Peter Aicher überzeugt, „wird das serielle Sanieren und modulare Bauen im Holzbau eine immer größere Rolle spielen.“

Zwar ist die Zahl der Baugenehmigungen im Ein- und Zweifamilienhausbau rückläufig. Wenn jedoch gebaut wird, dann immer häufiger in Holzbauweise. Das belegen die Zahlen der Auswertungen des Statistischen Bundesamtes und der Heinze Marktforschung zu den Baugenehmigungen im 1. Halbjahr 2023. Sie zeigen, dass vor allem beim Bau von Mehrfamilienhäusern (MFH) die Holzbauquote deutlich gestiegen ist. Erstmals erreicht sie durchschnittlich 6 % (2022: 5,3 %), der bislang höchste Wert beim Bau von Mehrfamilienhäusern in Holzbauweise. Auch die Zahl der vorwiegend mit Holz gebauten Ein- und Zweifamilienhäuser ist weiter gestiegen und liegt bei durchschnittlich 25,4 % (2022: 24,5 %).Durch das steigende Umweltbewusstsein und das wachsende Interesse an nachhaltigen Bauweisen wird der Holzbau weiter an Bedeutung gewinnen. Vor dem Hintergrund der technologischen Entwicklung im Bereich des digitalen Bauens und der Vorfertigung kann der Holzbau seine Stärken künftig noch besser ausspielen. Der nachwachsende Rohstoff Holz ist regional in ausreichender Menge verfügbar und leistet als Baustoff einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.Erst im Juni diesen Jahres hatte das Bundeskabinett den von Bundesbauministerin Klara Geywitz (Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, BMWSB) und Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, BMEL) vorgelegten Entwurf einer Holzbauinitiative beschlossen. Diese Strategie der Bundesregierung soll den Einsatz des nachhaltigen Rohstoffes Holz im Bausektor stärken und für mehr Klimaschutz, Ressourceneffizienz und schnelleres Bauen sorgen. Mit acht Handlungsfeldern, von der Vorbildfunktion des Bundes und der Stärkung von Forschung und Innovation über die Fachkräftesicherung und den Wissenstransfer bis zur Sicherung der Rohstoffversorgung, sollen bis 2030 der Einsatz von Holz wesentlich verbessert und die Holzbauquote erhöht werden. Hemmnisse sollen abgebaut und gleiche Wettbewerbschancen für den Einsatz verschiedenster Baumaterialien gewährleistet werden.

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Michael Kellner, MdB und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, besuchte die Xella Technologie- und Forschungsgesellschaft mbH und das Ytong-Werk im brandenburgischen Brück. Seit 1995 werden südlich von Potsdam Ytong-Porenbetonsteine hergestellt. Porenbeton kommt als sehr gut wärmedämmender Wandbaustoff im Wohnungs- und Wirtschaftsbau zum Einsatz. Kellner, auch Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung, zeigte sich beeindruckt von der stark automatisierten Produktion.

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2023: Negativrekord bei Baugenehmigungen

Im Jahr 2023 wurde in Deutschland der Bau von 260.100 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, waren das 26,6 % oder 94.100 Wohnungen weniger als im Jahr 2022. Niedriger war die Zahl der Baugenehmigungen zuletzt im Jahr 2012 (241.100 Wohnungen). In den Zahlen sind sowohl die Baugenehmigungen für Wohnungen in neuen Gebäuden als auch für neue Wohnungen in bestehenden Gebäuden enthalten. Zum Rückgang der Bauvorhaben im Jahr 2023 dürften unter anderem gestiegene Kosten für Baumaterialien und verschlechterte Finanzierungsbedingungen beigetragen haben.

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