Dienstag, 21. März 2017

Mit Erfahrungsaustausch zur Digitalisierung im Bau

Das Bauhandwerk steht vor einer großen Herausforderung, der Digitalisierung am Bau. Ob kleiner Betrieb oder großer Baukonzern - alle Bauausführenden sind gefordert, sich dem zu stellen. Doch wie können die Fähigkeiten und Kompetenzen erlangt werden? Oftmals ist es naheliegender als gedacht, denn das entsprechende Know-How ist meist schon im eigenen Unternehmen vorhanden. Um diese und viele andere Fragen zur digitalen Transformation am Bau zu klären, treffen sich die Vor- und Weiterdenker zum ersten Handwerkscamp in Deutschland. Durch den informellen Erfahrungsaustausch auf diesem Barcamp und die Diskussion auf Augenhöhe über alle Hierarchieebenen hinweg, entwickelt sich eine außerordentliche Dynamik. Ob Drohnen, BIM oder der Einsatz von Tablets oder 3D-Betondruck, das Bauhandwerk steht vor großen Herausforderungen.

Die Bauwirtschaft gilt gemeinhin als technologisch rückständig. Wie kaum eine andere Branche steht sie daher zur Zukunftssicherung aktuell in der Verantwortung, sich mit der digitalen Transformation zu beschäftigen. Natürlich wird man auch in Zukunft Bauleistungen nicht bei Amazon runterladen können. Doch neue Prozesse, digitale Hilfsmittel und visionäre Innovationen helfen der Bauwirtschaft, effizienter zu werden. Dies unterstützt auch die Politik und fördert das Bauen 4.0. So sollen beispielsweise ab 2020 alle öffentlichen Bauvorhaben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) nur noch nach dem sogenannten Building Information Modeling, kurz BIM, geplant und gebaut werden. Die Auswirkungen betreffen Baukonzerne wie anschließend etwas zeitverzögert auch die mittelständische Bauwirtschaft. Wer den Anschluss verpasst, wird von lukrativen Aufträgen ausgeschlossen und ist künftig nur noch “Schrauber”. Die Beratungsleistung und Serviceorientierung in Verbindung mit digitaler Kompetenz entscheidet über die Zukunft der Handwerksbetriebe, sind sich Experten einig. 

Digitale Kompetenzen im Betrieb fordern und fördern 

Doch wie können Handwerker das Know-How aufbauen? Die Handwerkskammern bieten Weiterbildungen an, und immer mehr Unternehmen veranstalten Kongresse zu diesem Thema. Erstaunlicherweise sind die eigentlichen Kompetenzen jedoch oftmals bereits im Betrieb vorhanden, sie können sich nur nicht entfalten. Denn die jüngere Generation ist mit dem Internet aufgewachsen und kann durchaus damit umgehen. Lediglich Hierarchiedenken und antiquierte Einstellungen verhindern, dass die eigenen Mitarbeiter Know-How und digitalen Sachverstand beruflich einsetzen. Hier sind die Chefs gefragt, Möglichkeiten einzuräumen, die Zukunftsausrichtung des Betriebs mitzugestalten. 

Erfahrungsaustausch auf dem ersten Handwerkscamp in Berlin 

Auf dem ersten Handwerkscamp in Deutschland treffen sich genau diese Vor- und Weiterdenker, um sich auf Augenhöhe über alle Hierarchieebenen hinweg auszutauschen. Ein Barcamp ist ein partizipatives Veranstaltungsformat, das ursprünglich aus der Tech-Szene kommt und den Teilnehmern ermöglicht, eigene Themen anzusprechen. “Das Schöne ist, dass jeder von seinen Erfahrungen berichten kann oder auch andere nach ihren Erlebnissen befragen kann”, erklärt Handwerkscamp-Organisator Roland Riethmüller. Denn auf einem Barcamp wird Wissen weitergegeben und mit anderen geteilt. Interessierte Teilnehmer können selbst Vorträge halten oder auch einfach die Teilnehmer befragten. “Perfektion ist dabei nicht wichtig! Alleine durch den Enthusiasmus der Teilnehmer entwickelt sich eine unglaubliche Energie, von der alle profitieren.” 

Der Digitalisierung müssen sich alle Handwerker stellen 

Denn die Digitalisierung stellt alle Handwerker im Bauhandwerk vor ähnliche Herausforderungen. So kann der Malermeister über seine Erfahrungen mit Google Adwords berichten und der Dachdecker von seiner Drohne erzählen. Doch auch Diskussionen über die Meisterpflicht oder aktuelle Herausforderungen wie die Entsorgung HBCD-haltiger Dämmstoffe können Themen auf dem Barcamp sein. Das ist das Spannende: Die Agenda entsteht erst am ersten Tag, wenn die Teilnehmer ihre Themen präsentieren. “Ich kann mich noch gut an mein erstes Barcamp erinnern”, erzählt Riethmüller. “Als die Frage nach den Freiwilligen aufkam, meldeten sich fast alle Teilnehmer. Es war ein Gänsehaut-Gefühl!”

Am 1. und 2. April bietet das Handwerkscamp interessierten Handwerkern die Möglichkeit, jenseits der ausgetrampelten Pfade Inspiration, neues Wissen und außergewöhnliche Erlebnisse zu erlangen. Die Teilnahme ist für Handwerker kostenlos. Der Veranstalter des Handwerkscamps ist die Redaktion von www.meistertipp.de unter der Schirmherrschaft der SHK Innung in Berlin. Unterstützt wird das Event von Lexoffice als Hauptsponsor.

http://handwerkscamp.de

Weitere Artikel:

Anstieg von Baugenehmigungen im Januar

Im Januar 2021 ist in Deutschland der Bau von 27.654 Wohnungen genehmigt worden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das saison- und kalenderbereinigt 5,1 % mehr als im Dezember 2020. In den Zahlen sind die Baugenehmigungen für neue Gebäude und für Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden enthalten.

mehr lesen

Lieferschwierigkeiten bei Baustoffen

Lieferschwierigkeiten bei Baustoffen
Die Hersteller wichtiger Rohstoffe haben Lieferschwierigkeiten angekündigt. Das betrifft Rohstoffe für die Herstellung von Putzen und Mörtel, aber auch für den Bereich der Dämmstoffe. Nach einer Mitteilung des europäischen Verbandes CEPE hat die aktuelle Situation ihren Ursprung insbesondere aus der unerwartet schnellen V-förmigen Erholung in China, die die Nachfrage nach wichtigen Rohstoffen anheizt.

mehr lesen

Wilhelm Schäfer in neuer Firmenzentrale

Wilhelm Schäfer in neuer Firmenzentrale
Wilhelm Schäfer ist nach Heppenheim umgezogen. Dem Generalimporteuer für Takeuchi Bagger steht nun ein 45.000 m² großes Gelände in Heppenheim an der Bergstraße zur Verfügung. „Der Umzug war exzellent vorbereitet und ging zum Jahreswechsel problemlos über die Bühne. Mittlerweile sind alle Abläufe eingespielt und wir freuen uns über unser neues Zuhause“, sagt Frank Evers, Geschäftsführer des Unternehmens.

mehr lesen

Neues Vorstandsmitglied bei Züblin

Neues Vorstandsmitglied bei Züblin
Der Aufsichtsrat der Ed. Züblin AG hat Stephan von der Heyde (58) mit Wirkung zum 1.4.2021 als ordentliches Mitglied in den Vorstand berufen. Gemeinsam mit dem bestehenden Vorstandsmitglied Jens Borgschulte übernimmt von der Heyde die kaufmännische Verantwortung für das operative Züblin-Geschäft in Deutschland, Benelux und Skandinavien. Er folgt auf Ulrich Weinmann, der zukünftig für den Strabag-Konzern den australischen Markt bearbeiten wird.

mehr lesen

Hyundai gewinnt neuen Vertragshändler

Neuer Vertragshändler bei Hyundai
Seit Januar 2020 ist das 800 Mitarbeiter beschäftigende Handelsunternehmen Schünke Bauzentrum Baumaschinen GmbH mit Sitz in Wehr, 25 km östlich von Basel gelegen, Vertragshändler für Hyundai-Baumaschinen. Das 1973 gegründete Unternehmen wurde von Friedhelm Schünke gegründet und wird heute in zweiter Generation von Dirk Schünke geleitet. Schünke beschäftigt in der Gruppe (u.a. Blatter, Knorpp, Taxis, Hagmeyer) an über 30 Standorten ca. 800 Mitarbeiter, unterhält einen eigenen Mietpark mit derzeit rund 1.000 Baumaschinen bis zu 34 t Einsatzgewicht und setzt nun auf das komplette Programm von Hyundai.

mehr lesen

Kiesel baut neuen Standort

Kiesel Spatenstich
Am 18. März 2021 erfolgte der offizielle Spatenstich für den Neubau der Kiesel Mitte GmbH am Standort Homberg/Efze (Knüllwald). Die Kiesel Mitte ist eine von fünf deutschen Regionalgesellschaften innerhalb der Kiesel Gruppe. Als europaweit agierendes Handels- und Dienstleistungsunternehmen ist die Kiesel Gruppe nicht nur Systempartner für Kunden und Lieferanten, sondern auch verlässlicher Arbeitgeber von mehr als 1.000 Mitarbeitern, die an über 50 Standorten in Deutschland, Österreich, Polen, Skandinavien, der Schweiz und Tschechien in unterschiedlichen Bereichen arbeiten.

mehr lesen

Zeppelin Konzern wächst trotz Krise

Zeppelin Geschäftsführung
Der Zeppelin Konzern schließt das Geschäftsjahr 2020 mit einer erneuten Umsatz- und Ertragssteigerung (EBITDA) ab und präsentiert zudem ein sehr solides Ergebnis vor Steuern. Mit einem Konzernumsatz von 3,3 Mrd. Euro (Vj. 3,1 Mrd. Euro) einem EBITDA von 394 Mio. Euro (Vj. 376 Mio. Euro) und einem Ergebnis vor Ertragssteuern von 125 Mio. Euro (Vj. 134 Mio. Euro) konnte der Konzern seinen Umsatz erneut steigern und trotz pandemiebedingter Belastungen und Integrationsaufwendungen für die Akquisitionen des Vorjahrs ein sehr ansprechendes Ergebnis ausweisen.

mehr lesen

Baubetriebe melden Umsatzeinbruch

"Die Bauindustrie ist verhalten in das neue Jahr gestartet, der Umsatz ist im Januar 2021 um 14 % eingebrochen.“ Mit diesen Worten kommentierte der Vizepräsident Wirtschaft des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim Lorenz, die in der neuesten Ausgabe des Aktuellen Zahlenbildes veröffentlichten Konjunkturindikatoren für die Bauwirtschaft. Demnach sei der baugewerbliche Umsatz der Betriebe im Bauhauptgewerbe mit 20 und mehr Beschäftigten im Januar 2021 um 13,9 % zurückgegangen (real: -15,5 %).

mehr lesen

VHV-Bauschadenbericht veröffentlicht

VHV-Bauschadensbericht
Ein Anstieg der Schadenfälle im Jahr 2019 nach einem Rückgang in den Jahren zuvor sowie eine kontinuierliche Steigerung der Schadenbeseitigungskosten seit 2016 – dies sind Ergebnisse aus dem erschienenen VHV-Bauschadenbericht Tiefbau und Infrastruktur 2020/21. Die Schadenauswertungen basieren auf einer umfassenden Analyse von Daten gemeldeter Versicherungsschäden über den Zeitraum von fünf Jahren zwischen 2015 und 2019. Sie zeigen die Entwicklung der Bauschadenzahlen und Regulierungskosten im Bereich Tiefbau und Infrastruktur. Die häufigste Schadenart sind Kabel- und Leitungsschäden; die meisten Schäden entstehen vor allem als Folge von fehlender oder fehlerhafter Leitungsauskunft sowie bei der Bedienung von Baugeräten.

mehr lesen