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Robotik für die Baubranche

Rund 400.000 neue Wohnungen pro Jahr sollen den Plänen der neuen Ampelregierung nach in Deutschland entstehen, um den riesigen Wohnraummangel in den Städten zu lindern. Damit diese Pläne nicht nur Lippenbekenntnisse bleiben, wird nicht nur neues Bauland benötigt, sondern auch Ideen dafür, wie das Bauen beschleunigt werden kann.

Denn sind die Baumaterialien mit viel Glück rechtzeitig auf der Baustelle eingetrudelt, mangelt es immer noch an Fachpersonal, um diese auch zügig verarbeiten zu können. Dem Zentralverband des Deutschen Handwerks nach fehlen dem Handwerk derzeit bundesweit rund 250.000 Mitarbeiter. Das führt dazu, dass die Auftraggeber viel Geduld aufbringen müssen: Die durchschnittliche Wartezeit, bis ein Auftrag begonnen werden kann, liegt im Bau- und Ausbaubereich derzeit im Schnitt bei 10  bis 15 Wochen. 

Abhilfe könnten Roboter schaffen. Was in der Industrie längst gelebte Praxis ist, lässt sich in der Baubrache bislang nicht implementiern. Dafür sind die Projekte zu kompliziert und zu unterschiedlich, das macht die Skalierung von Technologien schwer. Das Start-up ConBotics, welches derzeit einen Maler-Roboter entwickelt, möchte es dennoch riskieren. In Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Konstruktion von Maschinensystemen der TU Berlin soll dieser zusätzlich mit einem KI-Modul ausgestattet werden, womit der Roboter intelligent und autonom auf der Baustelle navigieren kann. Für diese Innovation wurde das ConBotics-Team gemeinsam mit dem TU-Fachgebiet in der zweiten Runde des Ideenwettbewerbs „Gemeinsam wird es KI“ der Civic Innovation Platform (CIP) ausgezeichnet.

In enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Henning Meyer, der an der TU Berlin das Fachgebiet Konstruktion von Maschinensystemen leitet, möchten die TU-Absolventen Philipp Heyne (Maschinenbau), David Franke (Informationstechnik im Maschinenwesen) und Cristian Amaya Gómez (Produktionstechnik) ein KI-Modul entwickeln, durch das mobile Roboter flexibler agieren und sicher Hand in Hand mit den Fachkräften zusammenarbeiten können. Zwar können nach Stand der Technik mobile Roboter bereits mit Unebenheiten auf Baustellen umgehen. Jedoch liegt die große Herausforderung in der sich ständig wechselnden Umgebung sowie in der erfolgreichen Interaktion mit den Menschen. Damit könnte das KI-Modul, das auf Basis von Deep-Learning konzipiert ist, umgehen und Roboter sicher in dynamischen Prozessen agieren lassen. Sei es bei dem Transport von Betonsäcken, bei der Schadstoffentfernung oder der Beschichtung von Wänden. 

Mit dem Roboter sollen nicht nur die Prozesse auf der Baustelle effizienter gestaltet und Arbeiter entlastet weden. „Durch Roboter können gesundheitliche Schäden vermieden werden, wie das Überkopfarbeiten an Decken oder das Einatmen von Schadstoffen. Außerdem lassen sich gefährliche Situationen erkennen, was zu einer Erhöhung des Arbeitsschutzes und der Arbeitssicherheit auf der Baustelle beiträgt“, sagt ConBotics-Mitgründer Cristian Amaya Gómez. 

Finanziell wird das Start-up bis jetzt über das Berliner Startup Stipendium und durch das EXIST-Gründerstipendium gefördert. Es wird aber auch nach passenden Investoren gesucht, um die Entwicklung voranzutreiben.

(Autor: Paul Deder)

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