Auf der bauma hat SBM Mineral Processing den neuen raupenmobilen Prallbrecher REMAX 600 präsentiert – eine Maschine, die in München nicht nur aufgrund des markanten futuristischen Designs für Aufmerksamkeit sorgte. Denn dank fortschrittlicher Sensorik und weiterer Innovationen soll der neue Brecher nach den Plänen des Herstellers Maßstäbe in der Prozessautomatisierung setzen. Dank KI-basiertem Brechen sollen die Anlagenbetreiber in naher Zukunft sowohl bei ihren Entscheidungen als auch auf der Kostenseite entlastet werden. Wie effizient die Anlage sich jetzt schon betreiben lässt, wurde nun bei der offiziellen Produkteinführung in einem Steinbruch der Hans Zöchling GmbH gezeigt.
Rund 170 Händler, Kunden und Vertreter der Presse kamen am 12. Mai nach Ramsau (Niederösterreich), um die REMAX 600 unter realen Bedingungen im Betrieb sehen zu können. Der Steinbruch unweit des Zöchling-Hauptsitzes wurde 1981 eröffnet und ist der größte Gewinnungsbetrieb des Unternehmens. Pro Jahr werden hier rund 320.000 t Dolomitgestein abgebaut und zu Zuschlagstoffen für Asphalt und Beton verarbeitet. Zudem findet auf dem Areal die Aufbereitung von Baurestmassen statt. All das macht den Steinbruch zum idealen Ort, um eine neue Maschine vor dem Verkaufsstart praxisnah auf Herz und Nieren
prüfen zu können. Das stellte auch SBM fest und machte die Hans Zöchling GmbH zu seinem Kooperationspartner.
Nach drei Jahren Entwicklungsarbeit der neuen REMAX-Anlage finden im Ramsauer Steinbruch seit Anfang 2023 abschließende Feldtests statt, wo der Brecher mit unterschiedlichen Ausgangsstoffen arbeiten kann. Seine Leistungsfähigkeit und Vielseitigkeit musste der „Neue“ von SBM nun vor versammeltem Fachpublikum unter Beweis stellen – im Rahmen verschiedener Live-Vorführungen im Gewinnungs- und Recyclingbetrieb.
Gute Allround-Qualitäten
Für den flexiblen Einsatz ist der REMAX 600 optimal ausgestattet. Sein leistungsstarker 600-t/h-Prallbrecher 13/14/4 mit 1.380 × 1.000 mm-Einlauf (B × H) für Aufgabegrößen bis 900 mm trifft auf transportfreundliche Abmessungen der Anlage von 22 × 3,49 × 3,80 m (LxBxH) und ein Gesamtgewicht von nur 60 bis 75 t. Dank effizienter Vorabsiebung, dreifacher Windsichtung und hocheffizienter Magnetabscheidung sowie dem optionalen Ein-/ Zwei-/Dreideck-Nachsieb lassen sich bis zu fünf hochwertige Fraktionen in einem Durchgang produzieren. Alle Haldenbänder lassen sich hydraulisch einklappen und verbleiben an der Maschine, was einen One-Piece-Transport und kurze Rüstzeiten der stützenlosen Anlage ohne Hilfsmittel selbst im Ein-Mann-Betrieb ermöglicht.
Bei dieser Kompaktheit sieht SBM-Vertriebsleiter Helmut Haider deutliche Vorteile im Vergleich zu anderen auf dem Markt verfügbaren Lösungen: „Ähnlich schwere Anlagen im Wettbewerb bieten nur deutlich kleinere Brecher, vergleicht man Durchsatzleistungen, Produktvielfalt und relevante Ausrüstungen, liegen wir meist schon deutlich über 100 t Transportgewicht in mehreren Einheiten.“ Zudem bietet der REMAX 600 ein vollständiges Paket an Standardausrüstungen und Optionen, das die hohe Wertschöpfung durch eine Vielzahl qualitativ hochwertiger Endkörnungen gewährleistet. Dazu zählen neben der serienmäßigen Vorabsiebung über ein Doppeldeck-Kreisschwingersieb (B: 1.300 mm × L: 2.400 mm) insbesondere die drei optionalen Kreisschwinger-Nachsiebeinheiten (1-, 2-, 3-Deck) – jeweils inkl. Überkorn-Rückführung und hoch auskragenden Austragsbändern für groß dimensionierte Produkthalden. Dabei gewährleistet der effiziente Überbandmagnet mit optionalem Längsaustrag gerade im Recycling eine hohe Reinheit der Endprodukte.
Fortschrittliches Antriebskonzept
Ein weiterer Vorteil der Anlage ist der dieselelektrische Hybrid-Antrieb mit optionalem Netzbetrieb. Unter der Haube werkelt ein 15-Liter-Cummins-Turbodiesel (EU-V), während ein 553-kVa-Generator die Versorgung aller elektrischen Antriebe übernimmt– vom 250 kW starken E-Motor des Brechers, über die komplette Förder- und Siebtechnik bis hin zu den beiden elektrisch angetriebenen Hydraulikeinheiten von Fahrwerk und Arbeitshydraulik. Durch diese Auslegung bleiben auch im vollelektrischen Netzbetrieb alle Anlagenfunktionen verfügbar, was die Emissionen vor Ort gegenüber anderen Hybrid-Konzepten mit kurzzeitigen Diesel-Interventionen erheblich reduziert. Auch im dieselgestützten Betrieb überzeugt der drehmomentstarke Antrieb mit dauerhaft niedrigen Drehzahlen – selbst unter hoher Auslastung aller Nebenaggregate sorgt dies für einen günstigen Kraftstoffverbrauch. Das Bestätigten auch die Daten, die im Rahmen der umfangreiche Erprobungen und Dauertests bei Zöchling gesammelt wurden. Bei der Verarbeitung unterschiedlicher Materialien kam SBM auf Durschschnittswerte von 34 bis 46 l/h Diesel bzw. eine Leistungsaufnahme von 140 bis 200 kWh.
KI-gestütztes Brechen
Brecher sind Produktionsmaschinen, ihre Effektivität wird also daran gemessen, wieviel Umsatz sie am Ende des Tages generiert haben. Sicherlich lässt sich der Produktionsprozess durch Weiterentwicklungen der Technik verbessern. Doch während die Optimierungsmöglichkeiten der konventionellen Hardware weitgehend ausgereizt zu sein scheinen, bietet die Weiterentwicklung im Bereich Software, Sensorik und Steuerungstechnik enorme Potenziale. Dadurch lassen sich ganze Prozesse in der mobilen Aufbereitung automatisieren, um in der Folge die Produktion insgesamt effizienter zu gestalten.
An diesem wichtigen Hebel arbeitet SBM seit über zwei Jahren. Mit dem Projekt „Autonomes Brechen“ will das österreichische Innovationsunternehmen den nächsten Schritt zu einer voll automatisierten Produktion wagen. Weg von manueller Überwachung des Betriebs hin zu einer selbstlernenden Maschine, die den effizienten Zerkleinerungsprozess zwar abhängig von den Vorgaben, jedoch komplett in Eigenregie durchführt. Der frisch vorgestellte REMAX 600 soll dafür der geeignete Technologieträger sein.
Unterstützung dafür erhält SBM von den Forschern der Montanuniversität Leoben. Der dortige Lehrstuhl für Aufbereitung und Veredlung ist das österreichische Zentrum für das Verarbeiten von primären Rohstoffen und sekundären Reststoffen zu verkaufsfähigen Produkten mittels aufbereitungstechnischer Verfahren. Zusammen wollen die Kooperationspartner die Möglichkeiten und Grenzen des autonomen Brechens neu definieren. Aktuell wird an der Entwicklung von Sensorik gearbeitet, mit der die Anlage eigenständig Art und Zusammensetzung des Aufgabeguts und die Korngrößenverteilung der Endprodukte erfassen kann. Gemeinsam mit den ermittelten Lastzuständen von Brecher und Fördereinrichtungen leitet die CRUSH CON-TROL-Steuerung alle vor Ort ermittelten Werte an SBM. Ein dort erstellter „digitaler Zwilling“ gleicht die realen Maschinenleistungen mit Tausenden hinterlegter Referenz-Daten aus 1:1-Güteprüfungen, Labortests und Computersimulationen ab (Gesteinseigenschaften, Sieblinien, Kornformen, etc.). Die daraus ermittelten Optimierungspotenziale werden an die Maschinensteuerung zurückgesandt und ermöglichen dank innovativer maschinentechnischer Lösungen vor Ort eine unmittelbare und ständige Anpassung aller Prozessstufen bis hin zu Windsichtern und Magnetaustrag ohne Betriebsunterbrechungen.
Projektabschluss in 2025
Die Basis für die Entwicklung des autonomen Brechers bildet u. a. die aktuelle Generation der CRUSH CONTROL-Maschinensteuerung, die bereits heute einen Großteil der anfallenden Maschinendaten verarbeitet. „Nun müssen wir daran arbeiten, dass das Zusammenspiel zwischen der Softund der Hardware verbessert wird“, sagt Haider. „So wird sich die intelligente Maschine eines Tages an ihre Aufgabenstellung optimieren.“
Dass SBM selbst in die Entwicklung der Sensorik eingestiegen ist, hat Gründe. Denn die Idee, sich am Markt bedienen zu können, wurde schnell fallen gelassen – die verfügbaren Lösungen der bekannten Hersteller solcher Technologien haben die SBM-Entwickler nicht überzeugen können. „Nun programmieren wir selbst und arbeiten zusammen mit Kooperationspartnern an einer eigenen Komplett-Lösung“, so Haider. Den Automatisierungsspezialisten fehle es an Know-how rund um das komplexe Thema der Aufbereitung. „Bei einer solchen Maschine haben wir am Ende des Tages ein kleines Stationärwerk mit vier Fraktionen und einer Magnetabscheidung. Das Material muss hier zerkleinert und nach Eigenschaften, Gewicht und Größe sortiert werden. Um eine solch komplexe Anlage mit intelligenter Sensorik optimieren zu können – in Bezug auf die Leistungsfähigkeit aber auch auf die Kraftstoffeffizienz – ist einiges an Expertise nötig.“
Auch wenn bereits kurz vor der bauma große Schritte bei der Funktionalität des Systems gemacht wurden, braucht es noch viel Zeit, bis die Sensorik am ersten „intelligenten“ Brecher marktfähig ist. „Nach dem Launch des Remax 600 gehen wir mit einem entsprechend präparierten Brecher in die Langzeit-Testphase, die bis zum Spätsommer andauern wird“, erklärt Haider. Ingesamt läuft das Forschungsprojekt bis 2025. „Wir hoffen allerdings, bereits Ende des nächsten Jahres verwertbare Technologien haben zu können.“
12 Anlagen pro Jahr geplant
Den ersten Brecher wird SBM zur Messe Steinexpo mitnehmen, um ihn vor Ort dem Fachpublikum zeigen zu können. „Danach planen wir, alle sechs Wochen eine neue Maschine zu produzieren“, kündigt Haider an. Das würden die aktuellen Kapazitäten hergeben. „Wir gehen jedoch davon aus, dass wir unsere Produktionsplanungen für den REMAX 600 im nächsten Jahr deutlich nach oben anpassen dürfen.“ Sieben Brecher hat SBM bereits verkauft – als Vorbestellungen nach der Vorstellung des Prototyps auf der bauma. Wie sich die Nachfrage entwickelt, lässt sich im Moment jedoch schwer einschätzten, da die Maschine trotz aller Vorteile teurer in der Anschaffung ist.
Weitere Informationen:
www.sbm-mp.at
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Nach dem Einsturz eines Brückenzuges der Carolabrücke in Dresden am 11. September 2024 kam nun ein Sennebogen 870E Demolition zum Einsatz, um die beiden verbliebenen Brückenzüge kontrolliert zum Einsturz zu bringen. Nachdem der eingestürzte Teil der Brücke beseitigt worden war, begannen zwei Bagger damit, die Fahrbahndecken sowie die Fahrbahnplatten der verbliebenen Brückenzüge abzutragen. Im Vorfeld wurde ein Fallbett aus Schotter in der Elbe errichtet, um die herabfallenden Trümmerteile sicher aufzufangen. Über den Tag hinweg stürzten nacheinander die beiden verbliebenen Brückenzüge kontrolliert auf das Schotterbett. Von dort aus zerlegten insgesamt zehn Bagger die Trümmer, welche anschließend mit LKW und Traktoren abtransportiert wurden.
