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Arup entwickelt modulares System für Straßenbrücken

Arup System
Das internationale Planungs- und Beratungsbüro Arup hat im Auftrag des Landesbetriebs Straßenbau Nordrhein-Westfalen ein modulares System für Straßenbrücken entwickelt, das den Zeitraum der Bauarbeiten um 70 % reduziert und die damit verbundenen Verkehrsbeeinträchtigungen entsprechend minimiert: Statt einer einjährigen Bauphase können die vorgefertigten Brücken in sechzehn Wochen errichtet werden.

Das neue Brückensystem wird nun erstmalig für die Ersatzbauten der Brücken im Zuge der L518, Gemeindestraßen Stiegenkamp und Nordbecker Damm, bei Werne in Nordrhein-Westfalen umgesetzt. Die Montagearbeiten beginnen im Oktober, so dass die Möglichkeit besteht, die beiden neuen Straßenbrücken zum Jahresende fertiggestellt werden.

Die modulare Bauweise ermöglicht eine Verlagerung von großen Teilen des Bauprozesses in die Produktionsstätten: Zahlreiche Bauteile können vorgefertigt werden, so dass die Bauzeiten auf der Baustelle kürzer und die Verkehrsbeeinträchtigungen damit deutlich geringer werden. Das neue Brückensystem ist so konzipiert, dass die alten Fundamente im Erdreich verbleiben können, was den Zeitaufwand für die Abrissarbeiten und die sehr aufwändigen Erdarbeiten weiter verringert.

Für die Bauphasen hat Arup eine detaillierte 3D-Planung erstellt, die die variierenden Bodengegebenheiten berücksichtigt und eine präzise und effiziente Umsetzung des Entwurfs sicherstellt. Dadurch ließ sich die komplexe Geometrie besser handhaben und Kollisionen, die sonst erst bei der Fertigung aufgefallen wären, konnten vorab gelöst werden. Ein großer Teil der Baumodule wird im Werk vorgefertigt. Diese Vorgehensweise ermöglicht einen reduzierten Einsatz von In-situ Beton. Die Hauptstrukturen werden aus Hochleistungsbeton gefertigt. Dieses Material ist wesentlich stabiler, so dass die Brücken schlanker und damit auch materialsparender ausfallen. Damit ist das neue Brückensystem langfristig sowohl ökonomisch als auch ökologisch eine sinnvolle Innovation für den deutschen Straßenbau.

„Wir haben den Brückenbau von der Straße in die Produktionsstätten verlagert“, fasst Dipl.-Ing. Markus Gabler, Leiter Brückenbau bei Arup in Deutschland, zusammen. „Die einzelnen Bauteile wurden digital geplant und dann in die Vorfertigung gegeben. Da die Module auf der Baustelle lediglich zusammengesetzt werden müssen, verringern sich die Bauzeit und die damit einhergehenden Verkehrsbeeinträchtigungen deutlich.“

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Baustelle des Monats: Die Trinitatiskirche

Sonderverfugung sperrt Feuchtigkeit aus

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Geneigte Klinkerflächen der Trinitatiskirche mit Spezialmörtel gegen Wassereintritt abgedichtet

Die Trinitatiskirche in Hainichen besitzt eine außergewöhnliche Ziegelfassade: Viele verklinkerte Bereiche an den Außenwänden bilden deutliche Schrägen aus. Um die höhere Beanspruchung durch langsamer ablaufendes Wasser oder liegenbleibenden Schnee abzufangen, wurden diese schrägen Flächen mit glasierten Ziegeln ausgeführt. Allerdings erwies sich die Glasur als Schwachstelle, die zu einem allmählich schwindenden Verbund zwischen dem Fugenmörtel und den Ziegeln führte. Nach über 115 Jahren Standzeit erforderte der Zustand von Mauerwerk und Fugen dringend eine umfassende Sanierung.

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Marini-Ermont: Mischanlage RM 120 ALLROAD

Ideal für kleine und mittlere Wanderbaustellen

Die Mischanlage RM 120 ALLROAD kann jedes Mischgut in anspruchsvoller Qualität und auf einem niedrigen Kostenniveau herstellen. (Bild: Marini-Ermont)

Marini-Ermont hat jetzt das neueste Modell der ROADMASTER präsentiert: den RM 120 ALLROAD, einen hypermobilen Monopack, bei dessen Entwicklung die Idee im Vordergrund stand, Straßenbauunternehmen eine nachhaltige Antwort auf die kritische Suche nach einer Anlage zu liefern, die jedes Mischgut in anspruchsvoller Qualität herstellen kann - auf einem sehr niedrigen Kostenniveau. Mit einer Produktionsleistung von 50 bis 120 t/h und einer Recyclingrate von 40 % ist die RM 120 ALLROAD die ideale Anlage für kleine und mittelgroße Wanderbaustellen.

Die RM 120 ALLROAD stellt Heiß- oder Warmmischgut in ausgezeichneter Qualität her, mit oder ohne Zugabe von Recyclingmaterial. Das Konzept der mit der Gegenstromtechnik RETROFLUX ausgerüsteten RM 120 ALLROAD sieht standardmäßig eine systematische Recyclingrate von bis zu 40 % in Form von Ausbauasphalt vor.

Um den Anforderungen aller Marktsegmente gerecht zu werden, enthält die RM 120 ALLROAD äußerst leistungsstarke Dosiersysteme, die ihre außerordentlichen Fähigkeiten bereits beim Bau von Autobahnen, Flughäfen in Frankreich unter Beweis gestellt haben. Ein Monopack, der die Erwartungen der Unternehmen bei allen Straßenbau- und Instandsetzungsprojekten mit Leichtigkeit erfüllt - heute und in Zukunft.

Die RM 120 ALLROAD Die Anlage ist konzipiert für Neueinsteiger, die mit der Herstellung von Heißmischgut beginnen und eine anwendungsfreundliche Anlage suchen, die einwandfreie Qualität gewährleistet und gleichzeitig die Kosten dämpft, sowie für Kunden, die bereits Experten in diesem Bereich sind und ein strategisches Produktionsmittel wünschen, das neueste Technik mit extremer Mobilität verbindet, um alle Baustellen - einschließlich Flughäfen - bedienen zu können.

Der hypermobile Monopack zeichnet sich in allen Varianten durch hohe Bodenfreiheit aus und bietet dadurch in seiner Klasse nie zuvor erreichte Mobilität - für maximale Nähe zur Baustelle. Durch ihre minimale Standfläche kann die Mischanlage auch auf räumlich beengtem Gelände aufgestellt werden und integriert sich dabei mit einer maximalen Höhe von 5 m perfekt in die Umwelt. Die RM 120 ALLROAD ist mit gleicher Dosiertechnik und den gleichen elektronischen Steuersystemen ausgerüstet wie alle anderen Anlagen von Marini-Ermont und stellt Mischgut in einwandfreier Qualität her.

High-Tech-Druckzerstäuberbrenner, perfekte Wärmedämmung und kurze Kreisläufe sorgen für optimalen Energieverbrauch der Anlage. Durch die RETROFLUX-Technik werden Bitumendämpfe rückgeleitet und verbrannt, so dass ein sehr niedriger Emissionslevel gewährleistet ist.

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Trend

Flüsterasphalt – immer mit der Ruhe

Flüsterasphalt

Im dicht besiedelten und verkehrsreichen Deutschland können wir dem Straßenlärm kaum entfliehen. Einer Umfrage des Umweltbundesamtes nach fühlt sich mehr als die Hälfte der Bevölkerung von ihm belästigt. Ist man regelmäßig höheren Lärmpegeln ausgesetzt, dann steigt z. B. das Risiko für Depressionen und Herzschwäche. Kein Wunder also, dass der Lärmschutz gerade bei Straßenbauprojekten eine immer größere Rolle spielt. Viel Potenzial hat der Einsatz von offenporigem Asphalt – auch Flüsterasphalt genannt – der in den 1980er Jahren entwickelt wurde. Dieser Straßenbelag soll bei besonders hohem Verkehrsaufkommen den Krach reduzieren.

Im dicht besiedelten und verkehrsreichen Deutschland können wir dem Straßenlärm kaum entfliehen. Einer Umfrage des Umweltbundesamtes nach fühlt sich mehr als die Hälfte der Bevölkerung von ihm belästigt. Doch der Verkehrslärm stört nicht nur – er macht auch krank. Ist man regelmäßig höheren Lärmpegeln ausgesetzt, dann steigt z. B. das Risiko für Depressionen und Herzschwäche. Nach der Luftverschmutzung stellt Lärm hinsichtlich der Gesundheitsgefahren für die Bevölkerung die zweitgrößte Gefahr dar. Kein Wunder also, dass der Lärmschutz gerade bei Straßenbauprojekten eine immer größere Rolle spielt. Streift eine Autobahn Wohngebiete, dann gehört die Errichtung von Schallschutzwänden zu den teuren jedoch wirksamen Mitteln, die in der Praxis oft angewendet werden. Deutlich günstiger sind verkehrsbeschränkende Maßnahmen wie Tempolimits, weil sie kurzfristig realisierbar und wirksam sind bei der Reduzierung von Lärm- und Schadstoffemissioinen.

Viel Potenzial hat auch der Einsatz von offenporigem Asphalt – auch Flüsterasphalt genannt – der in den 1980er Jahren entwickelt wurde. Dieser Straßenbelag soll bei besonders hohem Verkehrsaufkommen den Krach reduzieren. Durch grobe Gesteinskörnungen im Mischgut weist die  Asphaltschicht nach dem Einbau einen hohen Gehalt an Hohlräumen auf. Dadurch wird nicht nur Regenwasser nach unten abgeleitet – auch der Schall der Fahrgeräusche wird auf diese Weise absorbiert. Die unter dem Reifen komprimierte Luft, die bei üblichen dichten Fahrbahnbelägen keinen Raum zum Entweichen hat, wird vom „leisen Boden“ geschluckt. Eine Lärmreduziertung von 5 bis 10 dB soll durch die spezielle Asphaltmischung möglich sein – bei unserem Hörempfinden entspricht dieser Wert in etwa einer Halbierung des Schalls. Doch es gibt auch eine Kehrseite: Der offenporige Belag ist teurer und anfälliger als der herkömmliche Asphalt.

Weil das Einzelkorn bei groben Mischgutarten einer höheren Polierbeanspruchung ausgesetzt ist, geht der Verschließ beim Flüsterasphalt schneller vonstatten. Er muss nach durchschnittlich zehn Jahren erneuert werden, während der übliche Belag 15 bis 20 Jahre hält. Zudem lässt seine lärmmindernde Wirkung mit der Zeit nach, weil Reifenabrieb und sonstiger Schmutz die Hohlkammern verstopfen. Um diesen Prozess zu verlangsamen, muss die Asphaltdecke stets sauber gehalten werden. Auch eine Reinigung des Asphalts nach Unfällen gestaltet sich schwieriger als bei einem konventionellen Belag, weil das ausgelaufene Öl schneller versickert und nicht einfach mit den üblichen Bindemitteln aufgenommen werden kann.

Durch die höheren Herstellungskosten des „Schallschluckers“ bei gleichzeitig geringerer Haltbarkeit ist ein flächendeckender Einsatz des Flüsterasphalts bisher nicht geplant. Bei insgesamt 13.000 Autobahnkilometern in Deutschland sind gerade einmal 400 mit einem derartigen Belag ausgeführt worden. Doch die Idee findet viele Befürworter, daher wird derzeit an Straßenbelägen experimentiert, die länger halten sollen. Offenporiger, wasserdurchlässiger Dränbeton rückt als robuste Deckschicht im Straßenbau in den Fokus der Forscher. Die ersten Praxistests laufen bereits, bis diese vielversprechende Technologie jedoch in eine Regelbauweise überführt werden kann, wird es sicher noch viele Jahre dauern.

Autor: Paul Deder

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Sifatec: Schwenkbare Industriekonsole

Mehr Flexibilität nach dem Gerüstaufbau

Die schwenkbare Industriekonsole von Sifatec macht durch ihre Flexibilität auch spätere Arbeiten an der Gebäudeseite möglich. (Bild: Sifatec)

Gerüstsysteme sind ein fester und wichtiger Bestandteil im Ablauf und der Planung von Bauaufgaben. Hier gilt die Devise, individuelle Lösungen zu entwickeln, die speziell auf das jeweilige Projekt zugeschnitten sind. Bauherren und Dachdecker stehen dabei häufig vor besonderen Herausforderungen. Aufgrund ihrer Unbeweglichkeit behindern handelsübliche Gerüstsysteme oft den Bauablauf und lassen keinen Platz für weitere Installationen an der Gebäudeseite. Die schwenkbare Industriekonsole von Sifatec kann bei dieser Aufgabenstellung dank ihrer Flexibilität Abhilfe schaffen.

Die schwenkbare Industriekonsole von Sifatec bietet bei der Realisierung von Bauaufgaben einen entscheidenden Vorteil: Durch den um seine Längsachse schwenkbaren Konsolenschenkel können Gerüste mehr oder weniger nahe zum Gebäude angeordnet werden. Weil sie sich um 90° parallel zur Absturzkante drehen lässt, ermöglicht die Konsole eine flexiblere Gestaltung des Abstandes des Seitenschutzes zum Gebäude. An den Seitenschutzpfosten lassen sich anschließend Fangnetze oder andere Absturzsicherungen in Abhängigkeit der Erfordernisse der Gebäudewand platzieren. So können beispielsweise Wärmedämmungen oder Dachrinnen auch nach dem Aufbau des Gerüsts noch problemlos und sicher montiert werden, was bei starren Industriekonsolen oft zu platzbedingten Problemen führt.

Werkzeuglose und unkomplizierte Befestigung

Neben ihrer Beweglichkeit bietet die schwenkbare Industriekonsole von Sifatec aber noch andere Vorteile. Im Gegensatz zu gängigen Adapterlösungen, die zwar den geringen Abstand zwischen Gebäudewand und Gerüstsystem ausweiten, aber relativ aufwendig zu montieren sind, lässt sich die schwenkbare Industriekonsole unkompliziert installieren. Darüber hinaus ist sie mit Standardgerüstelementen kompatibel. Der Kunde profitiert von freien Dachflächen, so dass Flachdacharbeiten barrierefrei möglich sind. So bietet die schwenkbare Industriekonsole von Sifatec bereits bei der Bauplanung einen entscheidenden Vorteil, da spätere Anpassungen an die realen Baubedingungen flexibel möglich sind. Diese vorteilhaften Eigenschaften der schwenkbaren Industriekonsole lassen sich in verschiedensten Kombination anwenden und an unterschiedlichste Bausituationen anpassen.

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Nipo: Additiv Terrasolid

Frostsicherer Oberbau

Terrasolid

Mit Terrasolid bietet die Nipo GmbH ein neues, umweltneutrales Additiv zur Bodenverbesserung und Bodenverfestigung an. Unter Verwendung der Neuentwicklung im Baumischverfahren werden Bestandsbodenflächen dadurch zur Frostschutzschicht. Mit dem Zusatz stabilisierte Tragschichten sind damit dauerhaft trocken, beständig sowie frostsicher und erzielen zusätzlich eine höhere Festigkeit. Alle Anforderungen zur Anrechnung nach RStO auf den frostsicheren Oberbau im öffentlichen Straßenbau werden damit umfassend erfüllt.

Eignungsprüfungen für den öffentlichen Straßen- und Wegebau belegen, dass Terrasolid im für Tragschichten etablierten Baumischverfahren mit hydraulischen Bindemitteln uneingeschränkt einsetzbar ist. Das Verfahren eignet sich damit insbesondere überall dort, wo stark belastete Flächen einen frostsicheren Aufbau benötigen – wie u.a. im öffentlichen Straßenbau, bei Verkehrsflächen in Industrie und Gewerbe bis hin zu asphaltierten Siloflächen in der Landwirtschaft.

Sogar feinkörnige und bindige Böden, die bisher entsorgt werden mussten, können jetzt mit Terrasolit als Frostschutzschicht genutzt werden. Das Additiv bewirkt als Emulsion aus synthetisiertem Quarz ein Herabsetzen der Oberflächenspannung wie auch zusätzlichen Ionenaustausch der Bodenpartikel. Wasserabweisende Molekülketten können sich damit in die Porenräume der Bodenmatrix absetzen. Selbst die Kapillarfunktion kohäsiver Böden wird so zuverlässig unterdrückt.

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Vergessene Maschinen

Ein Maschinist genügt

Ein Maschinist genügt

Viel Denkarbeit war erforderlich, damit Baumaschinen von nur einem Fahrer effizient, bequem und sicher bedient werden konnten. Dass dies das tagtägliche Dauerstehen des Fahrers in Staub, Regen, Hitze und Kälte erforderte, ist längst vergessen.

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Über die bpz

Für die bpz ist die Praxis der Bauunternehmer relevant. Deshalb bietet sie Bauunternehmern im Hoch-, Tief-, Straßen- und GaLa-Bau sowie Baumaschinenhändlern wichtige Impulse von Experten, Anbietern und Kollegen, Praxiserfahrungen sowie Entscheidungshilfen für ihren Geschäftserfolg. Als Generalist berichtet die bpz ganzheitlich über effizientes Baustellenmanagement, den wirtschaftlichen Einsatz von Baumaschinen, -fahrzeugen und -geräten sowie die Potenziale moderner Baustoffe. Dieser ausgewogene Themenmix deckt die komplette berufliche Praxis von Entscheidern am Bau ab. Die Berichterstattung der bpz konzentriert sich auf das Wesentliche und trägt damit dem Informationsbedürfnis und den begrenzten zeitlichen Ressourcen der Zielgruppe gleichermaßen Rechnung. bpz hat das Ohr am Puls der Branche – exklusive Baustellenreportagen, Einsatzberichte, Systemvergleichsberichte, Trend- und Produktberichte sowie Interviews bieten Impulse zu den aktuellen Themen, beantworten Fragen und zeigen Lösungen auf.