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Digitalisierungsindex: Baubranche setzt auf digital

Digitalisierungsindex Mittelstand 2018
Die digitale Transformation hat das Baugewerbe erreicht. Das zeigt eine Teilstudie des „Digitalisierungsindex Mittelstand 2018“. Die Studie ist zum dritten Mal in Zusammenarbeit zwischen der Telekom und dem Analystenhaus techconsult entstanden. Das Ergebnis: Immer mehr Betriebe setzen auf neue Technologien. Der Index liegt im Baugewerbe bei 51 von 100 möglichen Punkten – ein Plus von zwei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Insgesamt befindet sich das Baugewerbe in Sachen Digitalisierung im Branchenvergleich aber noch im unteren Drittel. Den Spitzenwert von 100 Punkten könnte ein Unternehmen erreichen, wenn es sämtlichen digitalen Handlungsfeldern die höchste Relevanz zuordnen würde und dabei maximal zufrieden mit der Umsetzung wäre.

Digitale Werkzeuge immer häufiger im Einsatz

Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Digitalisierung stärker in den Fokus der Bauindustrie gerückt: 33 Prozent der Befragten gaben an, die Digitalisierung fest in ihrer Geschäftsstrategie verankert zu haben. Das zeigt: Die Betriebe erkennen zunehmend die Vorteile der Digitalisierung. Dennoch sind andere Branchen schon weiter: Im Gesamtdurchschnitt gehört die digitale Zukunft in 45 % der Unternehmen zur Strategie.

Kunden erwarten heute ständige Erreichbarkeit. Um aber jederzeit auskunftsfähig zu sein, müssen die Mitarbeiter auf der Baustelle über Laptop oder Smartphone auf Baupläne und Kundeninformationen zugreifen können. Erste Firmen erfassen über die mobilen Endgeräte außerdem schon die Arbeitsstunden ihrer Beschäftigten und sparen sich so die manuelle Nachbearbeitung.

89 % der Unternehmen, die mobil auf Geschäftsanwendungen wie etwa die Auftragsverwaltung zugreifen, arbeiten seitdem effizienter zusammen. 84 % können schneller auf Anfragen reagieren. Und 85 % der Unternehmen, bei denen die Beschäftigten unterwegs Kommunikationsanwendungen wie beispielsweise E-Mail, Kalender und  Konferenzlösungen nutzen können, antworten rascher auf Anfragen.

Wer unter den mittelständischen Bauunternehmen auf Digitalisierung setzt, tut dies in erster Linie, um Sicherheit und Datenschutz zu optimieren – mit 60 Punkten hat dieses Thema für die Branche eindeutig Priorität. Sicher auch eine Folge der neuen Europäischen Datenschutzgrundverordnung, die im Frühjahr 2018 in Kraft trat.

Transformation lohnt sich

Die digitale Transformation hat sich für die Baubetriebe bereits ausgezahlt: Immer mehr Bauunternehmen greifen inzwischen auf die Cloud zu. Die Gründe:
Cloud-Anwendungen haben viele Vorteile, sie sind leicht skalierbar, kostensparend und flexibel. 29 % der Bauunternehmen nutzen beispielsweise
IT-Infrastrukturen aus der Datenwolke – 2017 waren es erst 17 %. Plattformen aus der Cloud sind für 30 % der Befragten schon Realität (2017: 18 %), und Cloud-Anwendungen kommen bei 31 % der Betriebe zum Einsatz. Mit Erfolg: 76 % der Unternehmen mit Cloud-Anwendungen können damit leichter neue Geschäftsideen entwickeln. 77 % der Unternehmen erreichen damit effizientere interne Prozesse und sind als Organisation viel flexibler.

Kostenloser Self-Check

Hier sind alle Branchenteilberichte sowie die Gesamtstudie zu finden. Unternehmen können hier auch den Self-Check durchführen und in wenigen Minuten ermitteln, wie digital ihr Unternehmen unterwegs ist.

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Baustelle des Monats: Das Victoria & Albert Museum

Der Küstenlandschaft nachempfunden

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Inspiriert von den Klippen aus Sedimentgestein entstand im schottischen Dundee ein Ableger des Victoria & Albert Museum

Seit der Jahrtausendwende wird in der schottischen Stadt Dundee die auf dreißig Jahre und 1,14 Mrd. Euro angelegte Erneuerung der Uferzone vollzogen. Im Mittelpunkt der Stadtteilerneuerung steht zweifelsohne der im Sommer 2018 abgeschlossene Bau des neuen V & A Museum of Design. Bei der Formgebung und Oberflächengestaltung dieses außergewöhnlichen Bauwerks ließ sich der weltberühmte japanische Architekt Kengo Kuma von zerklüfteten Klippen entlang der nordöstlichen Küste Schottlands inspirieren. Der gewagte Bau vereint komplexe Betonarchitektur mit viel Glas und einer Betonfassade. Der Schalungshersteller Peri unterstützte das ausführende Bauunternehmen mit Rat und Tat.

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Volvo: Neue Kompaktbagger der E-Serie

Sicher und wirtschaftlich auf kleinstem Raum

Der Kompaktbagger EC15E ist der kleinste der Volvo-Palette. Er zeichnet sich durch einfache Bedienbarkeit und das erforderliche Durchhaltevermögen für alltägliche harte Arbeit aus. (Bild: Volvo)

Die neuen Kompaktbagger der E-Serie, die Volvo Construction Equipment auf der GaLaBau 2018 vorgestellt hat, bewältigen härteste Jobs an den schmalsten Stellen und zeichnen sich durch geringe Gesamtbetriebskosten im täglichen Einsatz aus. Die Modelle EC15E, EC18E und EC20E sind klein, aber robust und ersetzen die bisherige D-Serie. Der ECR18E mit kurzem Schwenkradius ergänzt die Kompaktpalette von Volvo CE. Die Modelle der E-Serie verfügen über eine identische Plattform, bei der die Haltbarkeit an erster Stelle steht. Umlaufende Stahlbleche, die sicher 10 mm hinter das Volvo-typische gusseiserne Gegengewicht mit hohem Profil zurückgesetzt sind, sorgen beim Graben für Schutz und Stabilität.

Mit einer Maschinenhöhe von wenig mehr als 2 m und einem variablen Fahrgestell (beim EC18E, ECR18E und EC20E), das auf weniger als 1 m Breite eingezogen werden kann, gelangen die neuen Modelle auch in die engsten Arbeitsbereiche. Sobald der Bagger in Position ist, kann das Fahrgestell auf bis zu 1,35 m ausgefahren werden. Das verleiht den Baggern mehr Stabilität. Das Gerät ist so konstruiert, dass rechte Rahmenecke, Schwenkarm und Zylinder immer innerhalb der Kettenbreite bleiben. Das ermöglicht einen maximalen Sichtbereich und reduziert das Risiko von Schäden an der Maschine bei der Arbeit neben Hindernissen.

Sicherer und einfacher Betrieb

Auch wenn sich die Bagger praktisch überall hineinquetschen können, ist die Fahrerkabine geräumig und übersichtlich.  Mit einer Bedienung auf Knopfdruck, übersichtlichen Layout der Steuerung und großen Pedalen sind die neuen Modelle leicht zu steuern und die Bewegungen fließend.

Wie bei allen Volvo-Maschinen steht auch bei den Kompaktbaggern der E-Serie Sicherheit im Mittelpunkt. Ein großer Einstiegsbereich, eine sinnvoll positionierte Trittstufe und Handläufe vereinfachen das Ein- und Aussteigen in die bzw. aus der Kabine. Gute Sicht und die serienmäßige, offene oder geschlossene ROPS/TOPS/OPG1-Kabine bieten dem Fahrer ein Höchstmaß an Sicherheit. Dank weiterer Sicherheitselemente wie blockierbarer Bedienelemente, die keine Bewegung der Maschine zulassen, wenn der Fahrer nicht richtig in seinem Sitz Platz genommen hat, ein leuchtend-oranger Sitzgurt und eine grün blinkenden Rundumleuchte kann die Baustellenleitung sicher sein, dass die Fahrer den Sicherheitsgurt immer angelegt haben.

Kompakte Maschinen werden weitaus häufiger bewegt als große Allzweckmaschinen. Volvo hat die E-Serie daher so konstruiert, dass die Geräte schnell, einfach und sicher zu transportieren sind. Die Maschinen haben eine automatische Schwenkbremse und vier leicht zugängliche Zurrpunkte am oberen Rahmen. Dank ihres geringen Gewichts und des Volvo-Transportsystems für Löffel können die Maschinen mit bis zu drei Löffeln und einem Hydraulikbrecher auf einem kompakten Lkw oder Anhänger transportiert werden.

Leichtes Schwergewicht

Der Kompaktbagger EC15E baut auf seinen Vorgängern auf, die besonders im Vermietbereich bewährt und beliebt sind. Er ist nicht nur leicht, sondern auch der Kleinste der Volvo-Palette, womit er auch noch an den engsten Stellen Platz findet. Bei der Arbeit zeigt der EC15E seine eigentliche Stärke und er zeichnet sich – wie seine größeren Brüder – durch einfache Bedienbarkeit und das erforderliche Durchhaltevermögen für alltägliche harte Arbeit aus. Einfache Wartung und Reparaturen minimieren Ausfallzeiten und sorgen somit für geringe Gesamtbetriebskosten.

13 % mehr Zugkraft

Mit dem EC18E und dem EC20E erreicht Leistung eine neue Dimension: 13 % mehr Zugkraft und 2.130 kg bzw. 3.120 kg geballte Grabkraft. Die Front-Hubkraft ist im Vergleich zur D-Vorgänger-Serie 22 % höher, an der Seite beim EC20E um 7 %. Das 11 % längere Fahrgestell des EC18E ermöglicht im Vergleich zur vorherigen Generation eine höhere Gesamthubkraft und Stabilität – bei 140 mm mehr Grabtiefe. Die Hydraulikflüssigkeit im Kreis für die Anbaugeräte kann unabhängig vom Hauptkreis in jede Richtung fließen, was weitere Flexibilität bietet und für eine optimale Geschwindigkeit und Steuerung sorgt. Ein zweiter Hydraulikkreis für Anbaugeräte ist als Option erhältlich.

Kleiner Schwenkradius

Der ECR18E ist ein komplett neues Modell und weist einen kurzen Schwenkradius auf. Dank seines extrem kurzen Hecks passt er auch in engste Räume und hat den kleinsten Schwenkradius im ganzen Volvo-Sortiment. Das Gerät ist im gesamten Aufbau-Schwenkradius von 360° enorm stabil. Das variable Fahrgestell kann auf 995 mm eingefahren oder auf 1.352 mm ausgefahren werden. Ideal für die Arbeit auf beengten Baustellen komplettiert der neue ECR18E das bisherige Volvo-Angebot von sieben Modellen mit kleinem Schwenkradius von 1,7 bis 9,5 t.

Komplettpaket für maximale Rentabilität

Die E-Serie lässt sich dank des schwenkbaren Kraftstofftanks, den es so nur bei Volvo gibt, mühelos warten. Durch ihn ist ein einfacher Zugang zum Motorraum und somit auch zu den täglich zu prüfenden Wartungspunkten möglich. Ein 50-Stunden-Schmierintervall leistet einen zusätzlichen Beitrag dazu, dass die E-Serie zu den Klassenbesten in puncto Wartung zählt. Für den Motor sind optional eine Leerlaufautomatik und eine automatische Motorabschaltung erhältlich, durch die Lärmbelästigung, Unterhaltungskosten und Kraftstoffverbrauch sinken und im Endeffekt ein höherer Wiederverkaufswert möglich ist. Wie bei allen Volvo-Modellen gibt es auch für die E-Serie ein ganzes Sortiment an Anbaugeräten, zum Beispiel Schnellwechsler, Löffel, Brecher und Volvo-Original-Ersatzteile.

 

Eckdaten:

 

 

 

EC15E

ECR18E

EC18E

EC20E

Betriebsgewicht

kg

1.640

1.700

1.810

1.965

Motorbruttoleistung

kW

12

12

12

12

Löffelvolumen

l

36

36

36

63

Maschinenhöhe

mm

2.335

2.300

2.335

2.335

Maschinenbreite

mm

995

995-1.352

995-1.352

995-1.352

Losbrechkraft, ISO

daN

1.290

1.290

1.290

1.827

Ausreißkraft, ISO

daN

795

795

795

1.229

Max. Grabtiefe

mm

2.434

2.434

2.434

2.579

Max. Auskipphöhe

mm

2.588

2.588

2.588

2.796

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Kommentar

Ewiges Pauken

Lebenslanges Lernen

Mehr als 100 Semester hatte ein Medizinstudent der Uni Kiel auf dem Buckel, als er seine Vorprüfung bestand. Der heute fast 80-jährige hatte sich 1957 an der Uni eingeschrieben, im gleichen Jahr schossen die Sowjets mit dem Sputnik den ersten Satelliten ins All und eröffneten damit das Zeitalter der Raumfahrt. Dieser Uni-Rekord ist sicher ein Fall für das Kuriositätenkabinett, trotzdem gehört lebenslanges Lernen – richtig interpretiert – heute dazu, um als Gesellschaft, Unternehmen oder Individuum wettbewerbsfähig zu bleiben.

Mehr als 100 Semester hatte ein Medizinstudent der Uni Kiel auf dem Buckel, als er seine Vorprüfung bestand. Der heute fast 80-jährige hatte sich 1957 an der Uni eingeschrieben, im gleichen Jahr schossen die Sowjets mit dem Sputnik den ersten Satelliten ins All und eröffneten damit das Zeitalter der Raumfahrt. Dieser Uni-Rekord ist sicher ein Fall für das Kuriositätenkabinett, trotzdem gehört lebenslanges Lernen – richtig interpretiert – heute dazu, um als Gesellschaft, Unternehmen oder Individuum wettbewerbsfähig zu bleiben.

Der Mensch ist eine Erfolgsgeschichte, weil unsere Vorfahren sich schon ganz früh mit dem  Status quo nicht zufrieden gaben. Bei der Metamorphose unserer Vorfahren zur intelligenten und dominanten Spezies reichte es ihnen nicht aus, einmal in der Kinderstube Gelerntes praktisch anzuwenden. Im sozialen Verbund, in den Beziehungen untereinander und durch Probleme des Alltags wurden stets neue Erfahrungen gemacht und Lösungen gefunden, wodurch das bestehende Wissen immer weiter angereichert wurde. Sie entwickelten Sprachen, fingen an, aufrecht zu gehen, wurden zu Weltenbummlern und nutzten ihre Hände, um Werkzeuge zu bedienen. Der Weg vom einfachsten Grabstock bis zum Smartphone war lang, doch ohne den Wissensdrang als Triebfeder der Evolution würden wir wohl immer noch im Erdreich nach Insekten wühlen. Betrachtet man allein die Fortschritte des letzten Jahrhunderts, dann wird schnell deutlich, welchen gewaltigen Sprung der Mensch in dieser Epoche der Neuzeit durch Motivation  und Lernwillen gemacht hat. Allein die Zunahme der Lebenserwartung von durchschnittlich etwa 45 Jahren um 1900 auf mehr als 75 Jahre in der Gegenwart ist atemberaubend. Durch revolutionäre Entdeckungen und neue Methoden in der Medizin nahm die Weltbevölkerung exponentiell zu, während Technologien wie Kunststoffe, Elektronik und Raumfahrt die Welt veränderten. 

Unsere Gesellschaft befindet sich immer noch im Wandel und dadurch verändern sich auch die Anforderungen, die Beruf und Alltag an uns stellen. Nach Angaben des Bundesbildungsministeriums haben im vergangenen Jahr ca. 50 % der Arbeitnehmer an mindestens einer Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen. Kein Wunder: Globalisierung, Digitalisierung und ein schnelllebiger Markt zwingen alle Beschäftigten zum dauerhaften Erlernen neuer Kenntnisse. Dabei sind die Fähigkeiten, die wir durch Seminare, Weiterbildungen oder eigene Recherchen erlangen nicht statisch: Wir lernen sie im Laufe des Berufswegs immer wieder neu, verbessern und verändern sie. Ein guter Fotograf lernte in den 80ern den richtigen Umgang mit der analogen Spiegelreflexkamera, heute muss er auch fit in der digitalen Bildbearbeitung sein, um ein guter Fotograf bleiben zu können. Wo früher in der Produktion oder bei der Montage Feinmotorik und flinke Hände gefragt waren, ist heute technisches Know-how wichtig, um Maschinen für uns arbeiten zu lassen.

In einer alternden Gesellschaft geht es darum, die Lernlust so lange wie möglich wach zu halten. Denn es sind nicht nur die Jungen, die in der Zukunft das gesellschaftliche Umfeld aktiv gestalten müssen. Auch die Baubranche ist von Veränderungen geprägt – sie wird immer internationaler und digitaler. Die Preise müssen wettbewerbsfähig bleiben und die Prozesse so effizient wie möglich ablaufen. Auf die Akteure – vom Architekten bis zum Maler – warten gesellschaftliche Aufgaben wie Energiewende im Bestand, demographischer Wandel oder Urbanisierung. Durch diese Megatrends, die zunehmende Automatisierung der Baustelle und Veränderungen in Richtung Bauen 4.0 nehmen auch die Anforderungen an das Fachwissen der Bauprofis zu. Daher ist davon auszugehen, dass sowohl die Fortbildungsangebote der Verbände und Industrie  weiter ausgebaut werden, als auch die Nachfrage nach berufsbegleitenden Schulungsmaßnahmen zunimmt. Man lernt eben nie aus...

Autor: Paul Deder

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Kemroc: SCHÖKEM-Verfahren für den Spezialtiefbau

Erdbeton schnell und ohne Bodenaushub

Den Boden durchmischen und durch Zugabe einer Bindemittel-Suspension stabilisieren – beim neuartigen SCHÖKEM-Verfahren entstehen Erdbetonkörper ganz ohne Bodenaustausch. (Bild: Kemroc)

Grabenfräsen von Kemroc sind die Grundlage für das neuartige, gemeinsam mit Schönberger Bau entwickelte SCHÖKEM-Verfahren zur Herstellung von Erdbeton. Dabei dringt eine am Standard-Hydraulikbagger montierte Stabilisierungsmaschine in den Boden und durchmischt ihn durch Injektoren mit einer Bindemittel-Suspension – ganz ohne Bodenaushub und Verfüllung.  Dadurch entsteht nach wenigen Tagen Abbindezeit ein standsicherer, wasserdichter Erdbetonkörper. Bei Eignungsprüfungen und in ersten Feldeinsätzen wurden durch das Geotechnische Ingenieurbüro Dipl.-Ing. A. Pampel GmbH (GCE) aus Leipzig die Homogenität, Festigkeit und Dichtigkeit der Erdbetonkörper nachgewiesen. Sie erreichen – je nach Bodenart und Bindemittelanteil – rund 3 bis 4 MPa Druckfestigkeit.

Das SCHÖKEM-Verfahren beruht auf einer bewährten Methode zur Stabilisierung von Böden und zur Herstellung von Erdbeton. Es handelt sich um das bei Planern und Ausführenden im Spezialtiefbau seit Jahrzehnten bekannte, DIN-genormte Fräs-Misch-Injektionsverfahren zur tiefgründigen Bodenverfestigung (FMI). Bei diesem Verfahren werden Boden und Bindemittel-Suspension mit einer speziellen Bodenfräsmaschine durchmischt. Dabei entstehen homogene, wasserundurchlässige, frostsichere und fugenfreie Erdbetonkörper. Verwendung finden sie unter anderem im Verkehrswegebau – etwa zur Ertüchtigung des Untergrundes im Eisenbahnbau, zur Sicherung von Straßenschultern sowie zur Immobilisierung von Schadstoffen – oder im Hochwasserschutz. Bei all diesen Einsätzen wirkt das Verfahren ressourcenschonend, denn der Transport von Aushub und Verfüllmaterial wird auf ein Mindestmaß verringert.

Modifizierte Kemroc-Grabenfräsen

In enger Zusammenarbeit haben Kemroc und das Spezialtiefbau-Unternehmen Schönberger Bau diese Vorgehensweise weiterentwickelt. Ihr neues Verfahren ist nunmehr auch den Betreibern von Standard-Hydraulikbaggern zugänglich und zudem hoch flexibel. Durch die Modifikation bewährter Kemroc-Grabenfräsen mit Fräskette entstand die neue Baureihe KSI (Kemroc Schönberger Injektor) mit einem Schlauchanschluss an der Antriebseinheit und seitlichen Führungskanälen zum Befördern der Bindemittel-Suspension. In modernen Suspensions-Mischanlagen (die beiden Kooperationspartner bevorzugen eine kompakte und containermobile Konfiguration der Gertec GmbH aus Waltenhofen, Bayern) lässt sich der Bindemittel-Anteil der Suspension in der Trägerflüssigkeit genau einstellen. Durch eine Variierung je nach anstehendem Boden können Erdbetonkörper mit genau definierten Eigenschaften erstellt werden.

Das SCHÖKEM-Verfahren erfordert lediglich zwei Stunden Rüstzeit. Dann lassen sich hoch belastbare, konturgenaue Konstruktionen aus Erdbeton schaffen. Verwendung finden sie im Straßenbau (Randbalken, Schulterblattsanierung, Stabilisierung von Hängen und Böschungen), im Hochwasserschutz (Dichtwände, Dammstabilisierung, Schlitzwände), bei der Umschließung von Baugruben im Tief- und Rohrleitungsbau sowie im Eisenbahnbau. Die universellen KSI-Einheiten lassen sich an vergleichsweise schmalen Standard-Hydraulikbaggern betreiben und bieten damit bei einem Minimum an Investitionen ein Maximum an Beweglichkeit auch auf kleinflächigen Baustellen – etwa bei Fundamentierungen oder bei der Sicherung von Baugruben im Hochbau. Aber auch größere Konstruktionen aus Erdbeton sind möglich: Bereits in der Standard-Konfiguration der Suspensions-Mischanlage von GERTEC bietet das SCHÖKEM-Verfahren eine Arbeitsreichweite des Baggers von 500 m in beiden Richtungen. Dabei weisen die KSI-Maschinen über einen enorm hohen Arbeitsfortschritt auf: In bindigen Böden wurden bereits Einbaugeschwindigkeiten von 1 m/min erreicht.

Verschiedene Größen und Schwertlängen

Die neuartigen KSI-Stabilisierungsmaschinen sind in zwei Baugrößen und diversen Schwertlängen erhältlich. Die Antriebseinheit KSI 5000 (Nennleistung 130 kW) kann mit Schwertern für 3, 4 oder 5 m Mischtiefe ausgerüstet werden und eignet sich – je nach Schwertlänge – für den Anbau an Baggern von 30 – 50 t Einsatzgewicht. Das größere Modell KSI 10000 (Nennleistung 220 kW) kann mit verschieden langen Schwertern für 6, 8, oder 10 m Mischtiefe bestückt werden und eignet sich für Trägergeräte von 45 – 70 t Einsatzgewicht. Als Zubehör für beide Modelle sind Verlängerungen der Mischkette (1 m), das Rotationsmodul KRM 80 und Ersatz-Mischmeißel erhältlich. Vertrieben wird die KSI-Serie von Kemroc und Schönberger Bau. Schöneberger Bau bietet das SCHÖKEM-Verfahren zudem im gesamten deutschsprachigen Raum als Dienstleister an.

Weitere Informationen und ein Video unter www.kemroc.de/bpz-online

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Saint-Gobain Weber: Wärmedämmverbundsystem weber.therm A 100

Neu mit nicht-brennbarem Sockelsystem

Durchgehend mineralisch gedämmt: Saint-Gobain Weber bietet nun im WDVS weber.therm A 100 auch ein mineralisches, nichtbrennbares Sockelsystem an. (Bild: Saint-Gobain Weber)

Wenn es um Brandschutz geht, sind vollmineralische Wärmedämm-Verbundsysteme auf Basis von Mineralwolle erste Wahl. Im Perimeterbereich ist allerdings aufgrund der besonderen Anforderungen an den Feuchteschutz eine Ausführung mit Mineralwolle-Dämmplatten nicht möglich. Hier konnten bislang praktisch ausschließlich EPS-basierte Systeme eingesetzt werden. Nun bietet Saint-Gobain Weber mit einem geprüften Sockelsystem auf Basis von Schaumglas auch für den Perimeter- und Sockelbereich eine mineralische, nicht brennbare Alternative.

Als Dämmstoff wird Foamglas W+F des Herstellers Deutsche Foamglas GmbH verwendet. Dieser mineralische Dämmstoff erfüllt die Anforderungen der Baustoffklasse A1. Schaumglas besteht aus einer hermetisch geschlossenen Struktur aus Glaszellen, die den Platten hohe Druckfestigkeit und Formstabilität verleiht. Das Material ist unempfindlich gegen Feuchtigkeit und garantiert sicheren, lang anhaltenden Wärmeschutz.

Beim Rückbau kann Schaumglas wie andere mineralische Baustellenabfälle unproblematisch entsorgt werden. In Kombination mit dem vollmineralischen Wärmedämm-Verbundsystem weber.therm A 100 ist das Sockelsystem somit eine nachhaltige Lösung, die zugleich höchsten Brandschutz bietet.

Im Zuge einer Neuregelung des baulichen Brandschutzes für WDVS in 2016 rückte insbesondere das Sockelbrand-Szenario stärker ins Blickfeld. An gewissen kritischen Bauteilen wie der Brandwand wird die Nicht-Brennbarkeit mittlerweile explizit gefordert. Darüber hinaus ist ein nicht brennbares Wärmedämm-Verbundsystem – inklusive eines brandsicheren Sockelsystems - generell sinnvoll, insbesondere an Gebäuden mit besonders schutzbedürftigen Nutzern wie Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen. Architekten und Handwerker können nun Bauherren gegenüber schlüssig argumentieren und konsequent mit einer häufig geforderten, komplett nicht brennbaren Gebäudehülle planen.

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Vergessene Maschinen

Mit dem Dreirad am Lkw hängen

Mit dem Dreirad am Lkw hängen

Der Gerlinger-Lader war mit seinen Merkmalen wie einfacher Transport, dem Arbeiten auf engstem Raum und einem Einzelhubarm für gute Fahrersicht vielen aktuellen Entwicklungen um Jahrzehnte voraus.

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Über die bpz

Für die bpz ist die Praxis der Bauunternehmer relevant. Deshalb bietet sie Bauunternehmern im Hoch-, Tief-, Straßen- und GaLa-Bau sowie Baumaschinenhändlern wichtige Impulse von Experten, Anbietern und Kollegen, Praxiserfahrungen sowie Entscheidungshilfen für ihren Geschäftserfolg. Als Generalist berichtet die bpz ganzheitlich über effizientes Baustellenmanagement, den wirtschaftlichen Einsatz von Baumaschinen, -fahrzeugen und -geräten sowie die Potenziale moderner Baustoffe. Dieser ausgewogene Themenmix deckt die komplette berufliche Praxis von Entscheidern am Bau ab. Die Berichterstattung der bpz konzentriert sich auf das Wesentliche und trägt damit dem Informationsbedürfnis und den begrenzten zeitlichen Ressourcen der Zielgruppe gleichermaßen Rechnung. bpz hat das Ohr am Puls der Branche – exklusive Baustellenreportagen, Einsatzberichte, Systemvergleichsberichte, Trend- und Produktberichte sowie Interviews bieten Impulse zu den aktuellen Themen, beantworten Fragen und zeigen Lösungen auf.