Freitag, 28. Juli 2023

295.300 Wohnungen in 2022 fertiggestellt

Im Jahr 2022 wurden in Deutschland 295.300 Wohnungen gebaut. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 1.900 Wohnungen oder 0,6 % mehr als im Vorjahr. Damit stieg die Zahl fertiggestellter Wohnungen nach einem Rückgang im Jahr 2021 (293.400 Wohnungen) wieder leicht, nachdem die Zahl neuer Wohnungen in den Jahren 2011 bis 2020 stetig gestiegen war. Allerdings wurde das Niveau des Jahres 2020 (306.400 Wohnungen) im Jahr 2022 nicht erreicht. In den Zahlen sind sowohl die Baufertigstellungen für neue Gebäude als auch für Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden enthalten.

Von den im Jahr 2022 fertiggestellten Wohnungen waren 258.800 Neubauwohnungen in Wohngebäuden. Das waren 1,0 % oder 2.400 Wohnungen mehr als im Vorjahr. Auf Einfamilienhäuser entfielen davon 77.100 Wohnungen. Damit wurden 1,5 % oder 1.200 Einfamilienhäuser weniger fertiggestellt als im Vorjahr. Dagegen stieg die Zahl neuer Wohnungen in Zweifamilienhäusern stark um 14,1 % oder 2.800 auf 23.000. In Mehrfamilienhäusern wurden 150.200 Neubauwohnungen geschaffen und damit 1,5 % oder 2.200 mehr als im Vorjahr. In Wohnheimen fiel die Zahl fertiggestellter Wohnungen um 14,5 % oder 1.500 auf 8.600. In Nichtwohngebäuden entstanden 4.800 Wohnungen, das waren 9,8 % oder 500 weniger als im Jahr 2021.

Überhang von genehmigten, noch nicht fertiggestellten Wohnungen weiter gestiegen

Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen fiel im Jahr 2022 mit 354.200 um 7,0 % gegenüber dem Vorjahr, war damit aber weiter deutlich höher als die Zahl der fertiggestellten Wohnungen. Dies führte zum Jahresende 2022 zu einem Überhang von genehmigten, aber noch nicht fertiggestellten Wohnungen von 884.800 (+38.400 gegenüber 2021). Davon befanden sich bereits 462.900 Wohnungen im Bau (davon 240.100 „unter Dach“ beziehungsweise im Rohbau fertiggestellt). Der seit dem Jahr 2008 anhaltende Anstieg des Bauüberhangs setzte sich damit im Jahr 2022 etwas abgeschwächt fort (2021 lag der Zuwachs bei 67.000 Wohnungen). Der bisher höchste Bauüberhang war im Jahr 1995 mit 928.500 Wohnungen erreicht worden.

22.800 erloschene Baugenehmigungen

Der verlangsamte Zuwachs des Bauüberhangs dürfte zum Teil an der gestiegenen Zahl erloschener Baugenehmigungen liegen, bei denen in der Regel die mehrjährige Gültigkeitsdauer abgelaufen ist. Diese fließen in die Berechnung nicht mehr ein und haben im Jahr 2022 mit 22.800 den höchsten Stand seit 2006 erreicht. Zugleich ist davon auszugehen, dass im Bauüberhang auch Bauvorhaben enthalten sind, deren Genehmigungen zwar noch nicht erloschen sind, die aber nicht mehr weiter verfolgt werden. Auf der anderen Seite zeigt der Anstieg der Baufertigstellungen auch, dass viele Bauherrinnen und Bauherren ihre Vorhaben trotz Lieferengpässen und Fachkräftemangel sowie deutlichen Preissteigerungen abschließen konnten. Allerdings hat sich der Abschluss teilweise verzögert. So hat sich im Wohnungsbau die durchschnittliche Abwicklungsdauer, also die Zeit von der Genehmigungserteilung bis zur Fertigstellung, seit der Störung globaler Lieferketten durch Ausburch der Corona-Pandemie um etwa 2 Monate verlängert (von 20 Monaten im Jahr 2020 auf 22 Monate im Jahr 2022).

2,9 % weniger umbauter Raum bei Nichtwohngebäuden

Der zentrale Indikator für die Bauaktivität bei Nichtwohngebäuden ist der umbaute Raum. Bei den im Jahr 2022 fertiggestellten Nichtwohngebäuden verringerte sich der umbaute Raum gegenüber dem Jahr 2021 um 2,9 % auf 184,7 Mio. m³. Besonders stark war der Rückgang des umbauten Raumes bei Handelsgebäuden mit -15,7 % und bei Fabrik- und Werkstattgebäuden mit -11,3 %.

Weitere Artikel:

Dritte Amtszeit für den HDB-Präsidenten

Peter Hübner
Die Mitgliederversammlung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie hat Peter Hübner (Vorstand der Strabag AG, Köln) zum Präsidenten des Haupt­verbandes der Deutschen Bauindustrie einstimmig wiedergewählt. Er ist seit Juni 2016 Präsident der Bauindustrie, nun beginnt seine dritte Amtszeit. „Das kommende Jahr wird spannend. Große Herausforderungen liegen vor uns: in allen Baubereichen und in der Haushaltspolitik", betonte der frisch gewählte Verbandspräsident in seiner Antrittsrede.

mehr lesen

Neuer Gesellschafter bei KLB

Bewegung in der Leichtbeton-Industrie: Mit Wirkung zum 1. Januar 2025 tritt die Trasswerke Meurin Produktions- und Handelsgesellschaft mbH (Nickenich) als neuer Mitgesell­schafter der KLB Klimaleichtblock GmbH (Andernach) bei. Das gaben die Unternehmen jetzt gemeinsam bekannt. „Inklusive der bisherigen Gründungsgesellschafter Gebrüder Zieglowski sowie Rünz & Hoffend bilden damit auch künftig drei starke Familienunternehmen das Rückgrat und Fundament der Marke KLB“, betont KLB-Geschäftsführer Andreas Krechting.

mehr lesen

EZB senkt Leitzinsen

Nachdem die Leitzinsen neun Monate lang unverändert geblieben waren, hat der EZB-Rat nun beschlossen, die drei Leitzinssätze der EZB um jeweils 25 Basispunkte zu senken. Dementsprechend werden der Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte sowie die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität mit Wirkung zum 12. Juni 2024 auf 4,25 %, 4,50 % bzw. 3,75 % gesenkt. Dieser Schritt war zu erwarten, denn seit September 2023 ist die Inflation durch die Dämpfung der Nachfrage um mehr als 2,5 Prozentpunkte zurückgegangen. Die Inflationsaussichten haben sich seitdem deutlich verbessert.

mehr lesen

Ampel plant Steuervorteil für günstige Mieten

Das Bundeskabinett hat die Wiedereinführung der Wohngemeinnützigkeit beschlossen. Im Rahmen des Jahressteuergesetzes 2024 wird die „Förderung wohngemeinnütziger Zwecke“ als neuer gemeinnütziger Zweck in die Abgabenordnung aufgenommen. Die Bundesregierung setzt damit eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag um. Mit Hilfe der neuen Wohngemeinnützigkeit soll mehr bezahlbarer Wohnraum in Deutschland geschaffen werden. Von der Regelung könnten zunächst etwa 100 Körperschaften, wie z. B. Stiftungen, Vereine oder Unternehmen und rund 105.000 Mieter profitieren.

mehr lesen

IG BAU stimmt Einigungsvorschlag zu

Die Bundestarifkommission der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat jetzt in Frankfurt am Main dem Einigungsvorschlag in der jüngsten Tarifrunde im Bauhauptgewerbe mit großer Mehrheit zugestimmt. „Mit diesem Ergebnis liegen wir im Vergleich zu den jüngsten Tarifabschlüssen anderer Branchen mit an der Spitze. In der ersten Stufe gibt es zwischen 260 und 380 Euro mehr pro Monat. Und von dem Festbetrag in Höhe von 230 Euro profitieren vor allem die unteren Lohngruppen“, sagt Robert Feiger, Bundesvorsitzender der IG BAU.

mehr lesen

Neuer Vertriebsleiter bei Briggs & Stratton

Jürgen Rehg
Briggs & Stratton ernennt Jürgen Rehg zum Senior Director of Sales für die EMEA-Region. Rehg, der direkt an Geschäftsführer Sjoerd van de Velde berichtet, wird die Abteilung After Sales & Service des Unternehmens leiten, um das Händler- und Vertriebsnetz weiter zu unterstützen, welches einen wichtigen Teil des Geschäfts ausmacht. Der Vertriebsprofi bringt umfangreiche Erfahrungen in den Bereichen Marketing, After Sales und Service mit und verfügt über fundierte Kenntnisse über Briggs & Stratton und die Kunden des Unternehmens.

mehr lesen

Anteil von Wärmepumpen steigt

In immer mehr neuen Wohngebäuden in Deutschland werden Wärmepumpen zum Heizen genutzt. Knapp zwei Drittel (64,6 %) der 2023 fertiggestellten knapp 96.800 Wohngebäude nutzten Wärmepumpen zur primären, also überwiegend für das Heizen eingesetzten Energie. Allein gegenüber dem Vorjahr stieg der Anteil um 8 Prozentpunkte; gegenüber 2014 (31,8 %) hat er sich mehr als verdoppelt, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Wärmepumpen kommen vor allem in Ein- und Zweifamilienhäusern zum Einsatz: In 68,9 % aller 2023 fertiggestellten Ein- und Zweifamilienhäuser wurde eine Wärmepumpe zur primären Heizenergie genutzt, deutlich seltener war der Einsatz in Mehrfamilienhäusern (41,1 %).

mehr lesen

Charta soll Zusammenarbeit bei Autobahnprojekten verbessern

Bauprojekte an Bundesautobahnen sind komplex. Damit alle Projektbeteiligten Bauprozesse vorausschauend und im Interesse einer wirtschaftlichen und effizienten Bauabwicklung bestmöglich bewältigen können, ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Bauherr und Bauunternehmen wichtig. Hierzu hat sich Bundesminister Dr. Volker Wissing im Bundesministerium für Digitales und Verkehr mit Vertretern der Autobahn GmbH des Bundes, des HDB, des ZDB und der Bundesvereinigung mittelständischer Bauunternehmen ausgetauscht. Im Beisein des Bundesministers wurde hierzu eine Charta für die partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Baustellen an Bundesautobahnen unterzeichnet.

mehr lesen

Tarifstreit: Einigungsvorschlag erarbeitet

Die Tarifvertragsparteien der Baubranche (Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und Zentralverband Deutsches Baugewerbe) haben sich im Tarifkonflikt nach einer ersten Sondierung und dann nach intensiven Verhandlungen auf einen Einigungsvorschlag verständigt. Die zuständigen Gremien haben bis zum 14. Juni 2024 Zeit, diesem Vorschlag zuzustimmen. Bis dahin werden die Arbeitskampfmaßnahmen ausgesetzt. Bei einer Laufzeit von drei Jahren ab dem 1. April 2024 sieht der Einigungsvorschlag eine dreistufige Lohn- und Gehaltserhöhung vor.

mehr lesen