Aufgrund der Weiterentwicklung der Technik am Bau verschwimmen die Gewerkegrenzen immer mehr und der Fachkräftemangel kommt erschwerend noch hinzu. Also gilt es, Gewerke zu vernetzen, indem Kooperationen gebildet werden. Das gilt aber nicht nur für Handwerksbetriebe, sondern auch für Hersteller, die produzieren und zugleich Komplett-Lösungen am Markt anbieten wollen. Ihr Konzept sind Industrieverbünde, die mit Hilfe verschiedener Partnerunternehmen das ganze Spektrum von der Beratung über die Planung bis zur Umsetzung abdecken.
Ein solcher Industrieverbund soll hier einmal über ein Praxisbeispiel der Herotec GmbH Flächenheizungen beschrieben werden. 2021 hat das Unternehmen aus Ahlen das Produktportfolio um die Sparte elektrischer Flächen- und Begleitheizungen erweitert. Durch die Übernahme der Oberhausener Electrical Heating Concepts GmbH (EHC), spielt man damit auf einem zukunftsträchtigen Feld. Zudem unterhält Herotec zu fast allen namhaften Unternehmen der Bauchemie und weiteren Industriepartnern einen intensiven Austausch, der in individuelle Aufbauempfehlungen für Architekten und Bauherren mündet.
Drei an einem Strang
Im genannten Fall handelt es sich um die Kernsanierung eines Einfamilienhauses in Neuenkirchen (Kreis Steinfurt). Gefordert waren dort beheizte Bodenaufbauten mit sehr geringen Aufbauhöhen, wobei es ferner drei verschiedene Untergründe zu berücksichtigen galt. Die notwendigen Arbeitsschritte vor Ort erstreckten sich vom Rohbodenausgleich, inklusive der jeweiligen Abdichtungen und Grundierungen, über die Montage der Fußbodenheizung bis hin zur Verlegung eines Dünnestrich-Systems.
Herotec arbeitete bei diesem Projekt mit zwei Industriepartnern zusammen: der Uzin Utz AG und der Innotech Systemtechnik GmbH. Die Ulmer Uzin Utz AG hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1911 von einem Klebstoffhersteller zu einem weltweit agierenden Komplettanbieter für Bodensysteme entwickelt. Die Innotech Systemtechnik aus Rheine ist ein Spezialist für die Montage von Styroporschüttungen, Fußbodenheizung und Estrich.
Im ersten Schritt wurde in Teilbereichen eine Abdichtung gegen Erdreich eingebaut, danach erfolgte die jeweilige Grundierung. Im nachfolgenden Schritt wurde die Ausgleichsschicht eingebaut mit Hilfe der Styroporschüttungen von Innotech – mit entsprechenden Spezialmaschinen. Das Auftragen einer Kratzspachtelung brachte zusätzliche Ebenheit und Stabilität in den Rohbodenausgleich.
Verlegen der Heizkreise und Estricheinbau
So vorbereitet konnte dann der Einbau der Fußbodenheizung vorgenommen werden. Bei der herotec tempusFLAT KLETT DS Lösung, die in Neuenkirchen verbaut wurde, handelt es sich um eine flache Kunstfaserdeckschicht (2 mm) mit Klett-Technik. Das Vlies kann mit Schere oder Cuttermesser zugeschnitten und durch die rückseitige Klebefläche auf dem Boden fixiert werden. Das mit Klett umwickelte Rohr (10 mm Klettrohre) wird dann auf dem Vlies ohne die Notwendigkeit von Werkzeug in Form einer Ein-Mann-Montage sicher und im Vergleich zu herkömmlichen Noppenplattensystem zudem sehr schnell befestigt. Die kreisrunden Ausstanzungen ermöglichen einen festen Verbund der Spachtelmasse mit dem Untergrund. Dadurch reicht eine 5 mm Überdeckung der Heizrohre aus, um eine stabile Lastverteilung zu erzielen. Weitere Schritte in dieser Bauphase waren dann u. a. der Anschluss an den Heizkreisverteiler und die Dichtigkeitsprüfung.
Beim abschließenden Estricheinbau kam dann das in diesem Jahr von Uzin neu entwickelte Pump-Mobil zum Einsatz. Es mischt vor Ort die Gips- oder Zementspachtelmasse an und pumpt sie dann in gleichbleibend hoher Qualität direkt auf die vorgesehenen Flächen. Dank der starken Pumpe können laut Uzin 6 t dünn- oder dickschichtige Spachtelmasse in der Stunde aufgebracht werden. Gepumpt wird bis 40 m Höhe und 160 m Weite, der mühsame Transport von Gebinden in einzelne Stockwerke entfällt also. Nicht nur an dieser Stelle wird auch deutlich, dass Verbund neben der Bündelung von Kompetenz bedeutet, Equipment zusammenzubringen, das ein einzelnes Unternehmen für ein solches Vorhaben in der Summe ggf. nicht hat. Das Ergebnis nach Verguss der Spachtelmasse war ein gewünschter, absolut planebener Boden.
Frei von jedwedem Waffelmuster, wie man sie von Noppensystemen kennt. Es gibt hierbei keinen Nachsickerungseffekt und das bei voller Rohrumschließung.
Im Verbund besser
Neuenkirchen ist ein schönes Beispiel dafür, wie über einen Industrieverbund gemeinsam Projekte angeboten und gestemmt werden können, die jeder Einzelne so für sich nicht umsetzen könnte. Der Vorteil solcher Verbünde ist ja auch, dass man sich im Vorfeld die Partner aussuchen kann, was sonst auf der Baustelle oft dann nicht der Fall ist, wenn Gewerke separat beauftragt werden und jeder nur an seinen Bereich denkt, aber eben nicht ans Ganze. Leider oft genug treten dann Abstimmungsprobleme, Effizienzund Zeitverluste auf – zum Ärger für alle, und auch Mängel.
bpz meint: In der Fertigungsphase kommt es auf den Baustellen regelmäßig zu gleichzeitigen oder kurz aufeinander folgenden Tätigkeiten der Baugewerke. Nicht abgestimmte Arbeitsprozesse, -tätigkeiten und Produkte können Verzögerungen und Ausführungsfehler nach sich ziehen, was die Anforderungen an die Gewerkekooperation erhöht. Sinnvoll ist die Zusammenarbeit jedoch nicht nur auf der Handwerkerebene – gefragt sind auch herstellerseitige Komplett-Lösungen bei den Bauprodukten.
Weitere Produkte des Herstellers herotec GmbH Flächenheizung :
Die Nichtbrennbarkeit von Baustoffen ist unter Umständen überlebenswichtig, lässt sich aber nur schwer vor Ort überprüfen. Besonders Wärmedämmprodukte aus EPS (expandiertes Polystyrol) stehen in diesem Zusammenhang aktuell in der kritischen Diskussion. Eine sichere Alternative bietet Herotec mit der Systemdämmung Tempus Rock für Fußbodenheizungen, die auf Basis eines mineralischen Werkstoffs entwickelt wurde. Der Verbraucher kann nicht überprüfen, ob die eingesetzte Dämmung tatsächlich den geltenden Richtlinien entspricht und muss sich daher auf den Hersteller verlassen können. Diese sind daher angehalten, nicht nur für die einwandfreie Qualität ihrer Produkte zu sorgen, sondern auch Alternativen zu bieten.
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